St. Mariä Heimsuchung (Hehn)
Die römisch-katholische Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Mariä Heimsuchung steht im Stadtteil Hehn in Mönchengladbach (Nordrhein-Westfalen), Heiligenpesch 81.
Geschichte
Hehn gehörte ursprünglich zur Pfarre St. Mariä Himmelfahrt Mönchengladbach, verfügte aber mit der alten Gnadenkapelle Heiligenpesch bereits über ein eigenes Gotteshaus. Mitte des 19. Jahrhunderts war der Bau einer eigenen Kirche erforderlich geworden, so beauftragte Oberpfarrer Alexander Halm den Kölner Architekten Vincenz Statz mit der Planung der heutigen Pfarrkirche. Noch 1851 wurde mit dem Bau begonnen, der 1853 vollendet war. Am Fest Mariä Heimsuchung, 2. Juli 1853, wurde das neue Gotteshaus benediziert und die erste Heilige Messe gelesen. Zum 8. September 1856 wurde Hehn schließlich zur eigenständigen Pfarrei erhoben. Die eigentliche Kirchweihe folgte erst am 26. Juni 1860 durch den Kölner Weihbischof Johann Anton Friedrich Baudri.[1]
Bereits in den 1880er Jahren wurde die Pfarrkirche zu klein, da die Bevölkerungszahl stark angewachsen war, sodass eine Erweiterung notwendig wurde. Nach Plänen des Neusser Architekten Julius Busch entstand von 1889 bis 1890 der oktogonale Erweiterungsbau, nachdem der Chor und die Sakristei abgerissen worden waren. Zudem wurden an die Westfassade des alten Teils die beiden Türme angebaut.[2] Die Benediktion und Einweihung fand am 4. Mai 1890 durch den damaligen Pfarrer Theodor Jöbges statt,[3] die Kirchweihe der erweiterten Kirche durch den Kölner Weihbischof Antonius Fischer war am 29. Mai 1890.[4]
Bei einer Restaurierung des Innenraumes 1977/83 wurde der Altarraum in die Mitte des Oktogons gezogen, die Pläne zu dieser Umbaumaßnahme lieferte Architekt Karl Otto Lüfkens.
Seit dem 4. Februar 1992 ist die Kirche unter Nr. H 069 in der Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach verzeichnet.[5]
Architektur
Das neugotische Backsteinbauwerk liegt in Heiligenpesch östlich der von Wolfsittard nach Hehn führenden Straße. Es bildet mit dem benachbarten Pfarrhaus, der Gnadenkapelle, der Grottenanlage und dem gegenüberliegenden Kloster ein Ensemble.
Es handelt sich um einen einschiffigen, neogotischen Kirchenbau von 1851/53 mit Erweiterung 1889/90 und einem Oktogon mit anschließendem Vorjoch und Fünfachtel-Chorschluss. Im Norden des Chores angefügt ist ein eingeschossiger Sakristeianbau.
Marienkapelle
Die der Kirche vorgelagerte Marienkapelle, die das Mittelstück des Kirchenbaus aufgreift, markiert den Punkt, an dem die Hehner Marienverehrung Mitte des 16. Jahrhunderts begann.
Das Innere der Kapelle wird geprägt von einer hölzernen Muttergottesstatue, sieben bunten Glasfenstern, die biblische Geschichten erzählen, und vor allem von den hinterlassenen Zeugnissen zahlreicher Pilger, die hier in Sorgen und Fragen Kraft und Mut geschöpft haben.
Pfarrer
Folgende Priester wirkten als Rektor bzw. seit Pfarrerhebung 1856 als Pfarrer an St. Mariä Heimsuchung:[6]
- 1853–1873 Heinrich Benedikt Berchem
- 1873–1889 Richard Bertram (Pfarradministrator)
- 1889–1916 Theodor Jöbges
- 1916–1954 Wilhelm Pastern
- 1954–1973 Josef Frings
- 1973–2006 Leo Eißen
- 2007–2024 Harald Josephs
Siehe auch
Literatur
- Paul Clemen: Die Kunstdenkmäler der Städte und Kreise Gladbach und Krefeld (= Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Dritter Band, Nr. IV). Schwann, Düsseldorf 1893 (Digitalisat [abgerufen am 2. Juni 2012]).
Weblinks
- Käthe Limburg, Bernd Limburg: Denkmale in der Stadt Mönchengladbach. In: unterwegs & daheim – Homepage von Käthe und Bernd Limburg. 18. Juli 2011, abgerufen am 1. April 2023.
- Homepage der Kirchengemeinde, abgerufen am 1. April 2023
Einzelnachweise
- ↑ Intelligenzblatt Rheydt Nr. 52. Donnerstag, 28. Juni 1860. Artikel: Vermischtes. Digitalisat zeit.punkt NRW
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 1074 f.
- ↑ Gladbacher Volkszeitung Nr. 108. Montag, 12. Mai 1890. Artikel: Nachrichten aus Stadt und Land. Digitalisat zeit.punkt NRW
- ↑ Gladbacher Volkszeitung Nr. 125. Dienstag, 3. Juni 1890. Artikel: Nachrichten aus Stadt und Land. Digitalisat zeit.punkt NRW
- ↑ Denkmalliste der Stadt Mönchengladbach. (PDF) Stadt Mönchengladbach, 8. Juni 2021, abgerufen am 1. April 2023.
- ↑ Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 1074 f.
Koordinaten: 51° 10′ 48,3″ N, 6° 22′ 19,4″ O