Mariä Heimsuchung (Elmstein)
| Mariä Heimsuchung | ||
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Kirche aus nordöstlicher Richtung, links der Kirchvorplatz | ||
| Daten | ||
| Ort | Elmstein | |
| Architekt | Karl Schaeffer | |
| Baustil | Barock | |
| Baujahr | 1765 | |
| Koordinaten | 49° 21′ 5,8″ N, 7° 56′ 0,5″ O | |
Die Kirche Mariä Heimsuchung ist eines von drei römisch-katholischen Kirchengebäuden innerhalb der Ortsgemeinde Elmstein. Sie steht unter Denkmalschutz. Das Marienpatrozinium der früheren Pfarrkirche, die zum Dekanat Bad Dürkheim des Bistums Speyer gehört, wird am Fest Mariä Heimsuchung (2. Juli) begangen.
Lage
Das Gebäude steht mit der Hausnummer 62 an der Südseite der örtlichen Hauptstraße, die mit der Landesstraße 499 identisch ist. Unmittelbar östlich befinden sich nacheinander der Kirchvorplatz, die Alte Forststraße und das ebenfalls denkmalgeschützte ehemalige Gasthaus „Zur Linde“. Westlich wird das Kirchengelände durch die Alte Schulstraße und südlich durch die Kirchgasse begrenzt.
Architektur
Bei der Kirche handelt es sich um einen barocken Saalbau, der 1765 durch den Heidelberger Architekten Karl Schaeffer errichtet wurde. Beim Ostgiebel befindet sich ein Dachreiter.[1]
Geschichte
Vorgeschichte und Entwicklung bis zum 19. Jahrhundert
Bereits im 14. Jahrhundert existierte in Elmstein eine Pfarrei. Kurfürst Ottheinrich führte 1556 die Reformation in der Kurpfalz ein, zu der Elmstein seinerzeit gehörte. 1707 wurde die damalige örtliche Kirche St. Simon und Judas den Protestanten zugeschlagen. Dies hatte zur Folge, dass sich die in Elmstein lebenden Katholiken für Gottesdienste nach Lambrecht beziehungsweise Weidenthal begeben mussten. 1758 erreichte den pfälzischen Kurfürsten Karl Theodor ein Schreiben, in dem um den Bau eines Gotteshauses gebeten wurde. Am 11. März 1763 wurde dem Jesuiten Jacob Geisweiler gestattet, vor Ort Gottesdienste abzuhalten, die zunächst im Kurfürstlichen Jagdhaus stattfanden.[2][3]
Der Bau der Kirche begann am 6. Mai 1765 und war bereits drei Monate später fertig gestellt.[4]
Ab 1778 bestand in Elmstein wieder eine katholische Pfarrei, die organisatorisch von Weidenthal getrennt war. Von 1822 bis 1823 und von 1826 bis 1829 wurde die Gemeinde aus Vakanzgründen vom Pfarrer aus dem benachbarten Esthal betreut.[5]
Seit dem 20. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert war die Zahl der örtlichen Katholiken in einem Maße gestiegen, dass die Kapazität der Mariä-Heimsuchung-Kirche nicht mehr ausreichte. Die Gläubigen aus Mückenwiese sowie den damals zu Wilgartswiesen-Hofstätten gehörenden Orten Speyerbrunn, Erlenbach und Schwarzbach mussten damals einen mehrere Kilometer langen sonntäglichen Fußweg zur Kirche zurücklegen. Da die Plätze meist von Kirchengängern aus dem Kernort belegt waren, reichte der Platz für die Besucher aus den genannten Orten bisweilen nicht mehr aus, sodass sie in der Kirche ab 1922 eigene Gottesdienste feierten. Ab 1932 stand ihnen die Kirche St. Wendelinus und St. Hubertus in Speyerbrunn zur Verfügung.[6]
Da die Platzprobleme der Kirche dadurch trotzdem nicht langfristig gelöst worden waren, entstand in den 1950er-Jahren in Elmstein die neue Kirche Herz Mariä. Der Status als Pfarrkirche ging auf diese Kirche über.[7] 2002 wurde der Parkplatz vor der Kirche zugunsten des neu geschaffenen Kirchvorplatzes zurückgebaut; letzterer wurde mit mehreren Sitzmöglichkeiten ausgestattet.[8]
Seit 2016 ist St. Mariä Heimsuchung eine Filialkirche der jetzt in Lambrecht ansässigen Pfarrei Hl. Johannes XXIII.[9]
Das Gebäude stellt die vierte Station der im März 2022 von der Verbandsgemeinde Lambrecht eingerichteten Audiotour „Felsenkönig“ dar.[10][11]
Orgel
Eine frühere Orgel, die möglicherweise als gebrauchtes Instrument nach Elmstein kam, ist für die Zeit um 1836 belegt. Die heutige Orgel, die 1887 von Gustav und Hermann Schlimbach gebaut wurde, befindet sich hinter barockem Gehäuse des 18. Jahrhunderts, zu dessen Entstehung nichts bekannt ist. Im Jahr 2002 wurde sie von Gerhard Kuhn Orgelbau restauriert. Sie hat 13 Register auf einem Manual und Pedal.[12][13][14]
- Disposition
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- Koppel: I/P
- zwei Collectivtritte (Forte, Tutti)
Literatur
- Georg Peter Karn, Ulrike Weber (Bearb.): Kreis Bad Dürkheim. Stadt Grünstadt, Verbandsgemeinden Freinsheim, Grünstadt-Land und Hettenleidelheim (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 13.2). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2006, ISBN 3-88462-215-3.
- Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Bad Dürkheim (PDF; 5,1 MB). Mainz 2023.
- Erich Uhly: Katholische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 132–138.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Erich Uhly: Katholische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 135.
- ↑ Erich Uhly: Katholische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 132 ff.
- ↑ Mariä Heimsuchung. In: pfarrei-lambrecht.de. Abgerufen am 21. September 2025.
- ↑ Erich Uhly: Katholische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 134.
- ↑ Erich Uhly: Katholische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 136.
- ↑ Erich Uhly: Katholische Kirchengemeinde Speyerbrunn. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 150.
- ↑ Erich Uhly: Protestantische Kirchengemeinde Elmstein. In: Elmstein (Hrsg.): Die Gemeinde Elmstein in alten Bildern. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2006, ISBN 3-86595-096-5, S. 142.
- ↑ Alte katholische Kirche. Abgerufen am 9. Oktober 2025.
- ↑ pfarrei-feilbingert.de künftige Struktur Bistum Speyer ( vom 10. April 2020 im Internet Archive)
- ↑ Wald, Holz, Stolz: mit dem Felsenkönig durch Elmsteiner Geschichte. In: elmstein.de. 20. März 2022, abgerufen am 9. Oktober 2025.
- ↑ Felsenkönig Audiotour Infotafel 4. Abgerufen am 9. Oktober 2025.
- ↑ Hermann Fischer: Die Orgelbauerfamilie Schlimbach in Würzburg, Speyer und Königshofen. 2013, ISBN 978-3-87717-072-4, S. 464.
- ↑ Kath. Kirchengemeinde Elmstein (Hrsg.): Die Hermann-Schlimbach-Orgel der katholischen Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Elmstein. 2002.
- ↑ Orgelbeschreibung auf Organ index, abgerufen am 23. Juni 2024.