Mariä-Himmelfahrt-Kirche (Zottegem)

Die römisch-katholische Mariä-Himmelfahrt-Kirche oder Kirche Unser Lieben Frauen Himmelfahrt (niederländisch Onze-Lieve-Vrouw-Hemelvaartkerk) ist eine Kirche in der belgischen Stadt Zottegem. Die Nordseite der Kirche ist dem Hauptmarkt zugewandt.

Geschichte

Die erste Kirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut, um die Kapelle von Egmonds Burg zu ersetzen. Im 14. Jahrhundert wurde beschlossen, die romanische Kirche im Stil der Gotik neu zu errichten. 1162 wurde das Kirchenpatronat an der Abtei von Mont-Saint-Martin gegeben, bis die Herren von Zottegem (aus Egmonds Burg) im 14. Jahrhundert wieder das Kirchenpatronat bekamen. Die gotische Kirche war eine Kreuzkirche mit einem achteckigen Vierungsturm.

1561 ließ Lamoral von Egmond ein Mausoleum errichten für seinen Großvater Jakob II. von Luxemburg-Fiennes und seine Mutter Franziska von Luxemburg. 1564 wurde die Kirche beschädigt von einem Feuer. Nach seiner Enthauptung 1568 wurden Emonds sterbliche Überreste in der Krypta beigesetzt, und später auch die von Sabine von Pfalz-Simmern, Philip von Egmond und Karl von Egmond. Drei Kisten in Form eines Herzens enthielten die balsamierten Herzen des Grafen Lamoral Egmond und Philip von Egmond und Karl von Egmond.

Während des Achtzigjährigen Krieges wurde die Kirche zerstört von den Geusen mit François de La Noue. Zwischen 1611 und 1615 wurde die Kirche wieder erbaut. In 1645 und 1658 beschädigten französische Truppen die Kirche. 1750 wurde beschlossen einen neuen Turm mit carillon zu errichten an der Westseite. In einem Träger des Turms steht: Desen torren is door my ghemaekt Gillis Speelman, Meester Temmerman binnen de stadt Gendt - Anno 1750. (Dieser Turm wurde von mir gemacht, Gillis Speelman, Meister Zimmerer der Stadt Gent - Anno 1750). 1762 wurde eine neue Sakristei aus Sandstein hinzugefügt an der Nordseite, und 1855 eine neue Sakristei aus Backstein an der Südseite. Die Gräber der Egmonds wurden 1804 zufällig wiederentdeckt. 1857 wurde die heutige Egmondkrypta gebaut. 1886 wurde die Fassade neu erbaut und wurden 14 Fenster hinzugefügt von Jean-Baptiste Bethune.

Seit 1974 ist die Kirche ein geschütztes Kulturdenkmal.

1980 und 2019 wurde der Innenraum der Kirche renoviert. Zwischen 2023 und 2025 wurden die Dächer renoviert und wurde der Glockenturm demontiert um danach Schritt vor Schritt wieder aufgebaut zu werden.[1][2][3][4][5][6][7]

Carillon

Das Carillon der Kirche stammt ursprünglich aus 1750; die Glocken wurden vom Glockengiesser Joris Dumery gegossen. Ab 1867 wurden zwölf Glocken hinzugefügt (Glockengiesser Severinus Van Aerschodt) und 1925 noch 8 (4 von Karel De Mette und 4 von Albert Michaux). 1949 wurde beschlossen ein vollständiges Carillon zu errichten mit 49 Glocken; man behielt 14 Glocken (11 von Dumery, 2 von Van Aerschodt und 1 von Michaux) und bestellte in 1963 35 neue bei Koninklijke Klokkengieterij Petit & Fritsen. Zwischen 2023 und 2024 wurde das Carillon Zottegems völlig restauriert; 26 Glocken wurden neu gegossen von der Glockengießerei Eijsbouts.[8][9][10]

Bilder

Einzelnachweise

  1. Vlaamse overheid voorziet 325.000 euro subsidies voor Sint-Martinuskerk en Onze-Lieve-Vrouw Hemelvaartkerk, Het Nieuwsblad
  2. Dekenale kerk Zottegem:toren en dak worden gerestaureerd Nuus
  3. Eikenhouten toren kerk Zottegem wordt afgebroken en weer opgebouwd als was het kinderspeelgoed, VRT NWS
  4. Restauratie dekenale kerk in Zottegem is gestart,TV Oost
  5. Dekenale kerk Zottegem jaar lang zonder toren en klokken, Nuus
  6. Restauratie van beiaard en beiaardtoren Onze-Lieve-Vrouw-Hemelvaartkerk in volle uitvoering: toren staat terug op zijn plaats, Het Laatste Nieuws
  7. Toren van vijf ton staat terug op Onze-Lieve-Vrouw-Hemelvaartkerk in Zottegem,TV Oost
  8. TV Oost
  9. Beiaardklokken zijn terug thuis, Het Laatste Nieuws
  10. Gentse beiaardkring Clocke Roeland brengt concert op gerenoveerde beiaard in Zottegem, Het Laatste Nieuws