Margrethe Numsen
Margrethe Numsen, geborene Margrethe (Gräfin) Holck, dann bis 1784 verheiratete Margrethe von der Lühe (* 16. Februar 1741 in Orebygaard, Dänemark; † 1. Oktober 1826 in Kopenhagen, Dänemark), war eine dänische Adlige, Hofdame und Hofmeisterin der dänischen Königin Caroline Mathilde.
Biographie
Margrethe wurde in Orebygård in Sakskøbing als Gräfin Margrethe Holck geboren und war die Tochter von Generalleutnant Graf Christian Christopher Holck (1698–1774) und Ermegaard Sophie von Winterfeldt. Ihre Geschwister waren Conrad Holck (1745–1800), der ihre Karriere maßgeblich förderte, Hilleborg Margrethe Holck (1739–1817), Flemming Holck-Winterfeldt und Gustav Frederik Holck-Winterfeldt (1733–1776).
Sie erhielt ihre Ausbildung am Konvent in Roskilde. 1766 wurde sie zunächst Hofdame von Prinzessin Louise von Dänemark-Norwegen.
1767 heiratete sie den Geheimen Konferenzrat in Kopenhagen, Volrad August von der Lühe (1705–1778), Inhaber des Baronats Høgholm in der Syddjurs Kommune.
Margrethe von der Lühes Bruder, Conrad Holck, war inzwischen zum bevorzugten Günstling Christian VII. aufgestiegen, den er durch seine frühe Tätigkeit als Page am dänischen Hof seit seiner Kindheit kannte. Holck organisierte unter anderem das ausschweifende Leben des Königs am Hof und in den Gasthäusern Kopenhagens.[1] Durch seinen großen Einfluss nahm Holck auch wesentlichen Einfluss auf Personalentscheidungen im Umfeld der königlichen Familie.[2]
1768 hatte er Louise von Plessen als Hofdame von Königin Caroline Mathilde entlassen und eine andere Kandidatin eingesetzt. Doch die Königin, die ihrer früheren Hofdame sehr zugetan war, lehnte die Nachfolgerin strikt ab, und Graf Holck musste eine neue Kandidatin finden. Seine Wahl fiel auf seine Schwester. Margrethe von der Lühe besaß offenbar ein so einnehmendes Wesen, dass sie trotz ihrer engen geschwisterlichen Beziehung zu Graf Holck, der der Königin verhasst war, als Hofdame am Hof der Königin aufgenommen wurde. Während Christian VII. auf Auslandsreise war, hielt sich die Königin mit Margrethe von Lühe auf Schloss Frederiksborg auf.[3]
Nach dem Fall Struensees und Caroline Mathildes Verbannung nach Celle 1772 blieb Margrethe von der Lühe von 1774 bis 1784 Obersthofmeisterin der Königinwitwe Juliane Marie. In dieser Position spielte sie wahrscheinlich eine Rolle bei der Ernennung von Niels Ditlev Riegels zum Pagen am Hof der Königinwitwe im Jahr 1781.[4] Riegels wurde bald zu einem der Drahtzieher des Putsches von 1784, der Ove Høegh-Guldberg und die Königinwitwe aus der Regierung stürzte. Er widmete Margrethe von der Lühe ein kleines Manuskript.
1778 wurde sie Witwe. Nach ihrer Hochzeit 1784 mit dem Generalleutnant und Geheimrat Christian Frederik Numsen (1741–1811) gab sie die Position der Oberhofmeisterin auf.
In ihrer Dienstzeit am Hof wurde sie als Dame de l'union parfaite geehrt.
Sie starb am 1. Oktober 1826 in Kopenhagen, 15 Jahre nach dem Tod ihres zweiten Mannes.
Literatur
- Danmarks Adels Aarbog. 42nd Auflage. Vilhelm Trydes Boghandel, Copenhagen 1925, S. 439–440 (dänisch, slaegtsbibliotek.dk [PDF]).
- S.A. Sørensen: Margrethe Numsen. In: Carl Frederik Bricka (Hrsg.): Dansk biografisk Lexikon. Tillige omfattende Norge for Tidsrummet 1537–1814. 1. Auflage. Band 10: Laale–Løvenørn. Gyldendalske Boghandels Forlag, Kopenhagen 1896, S. 503 (dänisch, runeberg.org).
- Historisk Tidsskrift. 4. Reihe. 2. Band. S. 695.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Harald Jørgensen: Conrad Holck. In: Svend Cedergreen Bech, Svend Dahl (Hrsg.): Dansk biografisk leksikon. Begründet von Carl Frederik Bricka, fortgesetzt von Povl Engelstoft. 3. Auflage. Band 6: Harald–Høedt. Gyldendal, Kopenhagen 1980, ISBN 87-01-77412-3 (dänisch, biografiskleksikon.lex.dk).
- ↑ Holger Ehrencron-Müller (Hrsg.): Holck, Frederik Vilhelm Conrad (= Forfatterlexikon omfattende Danmark, Norge og Island indtil 1814. IV: Hem–Kra). H. Aschehoug & Co., Copenhagen 1927, S. 98 (dänisch, runeberg.org).
- ↑ F. Schiern: Bidrag til Oplysning af Katastrophen den 17 de Januar 1772. Bianco Lunos Bogtrykkeri, Copenhagen 1871, S. 16–18 (dänisch, kb.dk [PDF]).
- ↑ Morten Petersen: Oplysningens gale hund. Aschehoug. Kopenhagen. 2003. S. 37.