Margarete von Savoyen (Prinzessin)

Prinzessin Margarete von Savoyen (* 28. April 1589 in Turin; † 26. Juni 1655 in Miranda de Ebro) war durch Heirat Herzogin von Mantua und Montferrat und 1635 wurde sie als letzte spanische Vizekönigin von Portugal ernannt.

Leben

Margarete war das vierte von neun Kindern und die älteste Tochter des Herzogs Karl Emanuel I. von Savoyen (1562–1630) und seiner Ehefrau, der Infantin Katharina Michaela von Spanien (1567–1597). Zu der Zeremonie anlässlich ihrer Vermählung, an der auch ihre jüngere Schwester Isabella von Savoyen (1591–1626) mit ihrem Verlobten Alfons von Este, Herzog von Modena, teilnahm, schrieb der Komponist Claudio Monteverdi die Oper L’Arianna zu der Ottavio Rinuccini die Libretti geliefert hatte.[1] Dieses Stück wurde am 28. Mai 1608 zum ersten Mal aufgeführt. Diese Aufführung fand nach dem feierlichen Einzug der frisch vermählten in Mantua statt.[2]

Das Ende des Jahres 1612 war von unglücklichen Ereignissen geprägt. Im September 1612 hatte sie ihr drittes Kind geboren, ein Mädchen, das kurz nach der Geburt starb. Und nachdem Anfang Dezember ihr kleiner Sohn an den Pocken gestorben war, folgte am 22. Dezember, mit dem Tod ihres Ehemanns, der ebenfalls dieser Krankheit erlag, ein weiterer Schicksalsschlag. All ihre Gebete in den Kirchen des Herzogtums hatten nicht geholfen. Nach dem Tod Herzog Francescos spaltete sich zudem der Hof in zwei Lager: eines, das Margarete nahestand, und ein anderes, das auf den neuen Herzog, Kardinal Ferdinando, wartete und von dessen Tante Margherita Gonzaga (1564–1618), der Witwe des letzten Herzogs von Ferrara Alfonso II. d’Este, unterstützt wurde. Margaretes politische Aktivität begann, nachdem sie 1612 Witwe geworden war. Das Herzogtum Mantua unterstand dem salischen Recht, so dass Fernando die Regentschaft übernommen hatte.

Um seine Tochter vor den Intrigen schützen, schickte Karl Emanuel I. ihr ihren Bruder Vittorio Amedeo zur Unterstützung. Karl Emanuels I. war entschlossen aus der unsicheren Lage des Gonzaga-Staates territoriale Vorteile zu ziehen. Insbesondere forderte der Herzog von Savoyen die Rückkehr seiner Tochter und der kleinen Maria, der nominellen Erbin von Monferrato, einem Lehen, das über die weibliche Linie vererbbar war. Unterdessen wurde eine Wiederverheiratung Margarete mit Kardinal Gonzaga in Erwägung gezogen. Am 26. März 1613 reiste sie zusammen mit ihrem Bruder nach Turin. Ihre Tochter Maria blieb in der Obhut des Klosters Sant’Orsola zurück. Um diese Zeit wurde Marias zukünftige Heirat geplant, wobei es sehr unterschiedliche Ansichten über den richtigen Kandidaten gab.[3]

Als 1621 Philipp IV. (1605–1665) auf den spanischen und portugiesischen Thron folgte, spitzte sich die Lage weiter zu. Der König ernannte die Witwe des Herzoges von Mantua, Prinzessin Margarete, zur Vizekönigin in Portugal. Diese regierte dort mit Hilfe ihres portugiesischen Staatssekretärs Miguel von Vasconcelos. Die Herrschaft über Mantua fiel zunächst an Vincenzo II. Gonzaga und nach dessen Tod an Carlo I. Gonzaga (1609–1631). Als Margarete um 1631 nach Mantua zurückkehrte, war ihre Tochter verwitwet und Mutter eines Sohnes und einer kleinen Tochter.[4]

Abstammung

 
 
 
 
 
Karl III. von Savoyen (1486–1553)
 
 
 
 
Emanuel Philibert von Savoyen (1528–1580)
 
 
 
 
 
Beatrix von Portugal (1504–1538)
 
 
 
Karl Emanuel I. von Savoyen (1562–1630)
 
 
 
 
 
 
Franz I. von Frankreich (1494–1547)
 
 
 
Marguerite de Valois-Angoulême, duchesse de Berry (1523–1574)
 
 
 
 
 
Claude de France (1499–1524)
 
 
 
Margarete von Savoyen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Karl V. von Spanien (1500–1558)
 
 
 
Philipp II. von Spanien (1527–1598)
 
 
 
 
 
Isabella von Portugal (1503–1539)
 
 
 
Katharina Michaela von Spanien (1567–1597)
 
 
 
 
 
 
 
 
Heinrich I. von Frankreich (1519–1559)
 
 
 
Elisabeth von Valois (1545–1568)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Caterina de’ Medici (1519–1589)
 
 

Familie

Am 19. Februar oder 10. März 1608 heiratete die Prinzessin Margarete in Turin den italienischen Herzog Francesco IV. Gonzaga (1586–1612), den ältesten Sohn des Herzogs Vincenzo I. Gonzaga und der Prinzessin Eleonora de’ Medici. Aus der gemeinsamen Verbindung gingen drei Kinder hervor:

Literatur

Commons: Margarete von Savoyen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Ottavio Rinuccini: L’Arianna (Ottavio Rinuccini). Mantua 1608 (archive.org).
  2. Philipp Spitta Friedrich Chrysander: Vierteljahrsschrift für Musikwissenschaft. Breitkopf und Härtel, Leipzig 1885, S. 347 (Textarchiv – Internet Archive).
  3. Margherita di Savoia, duchessa di Mantova e di Monferrato. In: Mario Caravale (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani. Band 70: Marcora–Marsilio. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2007 (italienisch, treccani.it).
  4. Saboya, Margarita de. Duquesa de Mantua (V). Turín (Italia), 28.IV.1589 – Miranda de Ebro (Burgos), 25.VI.1655. Virreina de Portugal. (spanisch, historia-hispanica.rah.es historia-hispanica.rah.es)
  5. Jean-Baptiste-Joseph Boulliot: Gonzague, Charles de. In: Biographie ardennaise ou Histoire des ardennais qui se sont fait remarquer par leurs écrits, leurs actions, leur vertus ou leurs erreurs. Band 1. Paris 1830, S. 486 (Textarchiv – Internet Archive).