Marco Antonio Colonna
Marco Antonio Colonna (* 1523 in Rom, Kirchenstaat; † 13. März 1597 in Zagarolo, Kirchenstaat) war ein italienischer römisch-katholischer Bischof und Kardinal.
Leben
Marco Antonio entstammte der römischen Adelsfamilie Colonna. Er war der Sohn von Camillo Colonna und Vittoria Colonna. Seine Geschwister waren Camillo, Prospero, Porzia, Faustina und Lavinia. Er war Großneffe von Kardinal Pompeo Colonna. Außerdem war er mit den Kardinälen Giovanni Colonna (1212), Giacomo Colonna (1278), Pietro Colonna (1288), Giovanni Colonna (1327), Agapito Colonna (1378), Stefano Colonna (1378), Oddone Colonna (1405, später Papst Martin V.), Prospero Colonna (1426), Giovanni Colonna (1480), Ascanio Colonna (1586), Girolamo Colonna (1627), Carlo Colonna (1706), Prospero Colonna (1739), Girolamo Colonna (1743), Prospero Colona (1743), Marcantonio Colonna, Junior (1759), Pietro Colonna (1766), der den Nachnamen Pamphili annahm, und Nicola Colonna (1785) verwandt.
Er studierte Philosophie und Theologie bei Felice Peretti OFMConv, der 1585 Papst Sixtus V. wurde.
Am 9. Juli 1560 wurde er zum Erzbischof von Taranto ernannt. Er nahm von 1562 bis 1563 am Konzil von Trient teil.
Pius IV. ernannte ihn im Konsistorium am 12. März 1565 zum Kardinalpriester. Am 15. Mai 1565 erhielt er den roten Galero und die Titelkirche Santi XII Apostoli.
Er nahm am Konklave 1565–1566 teil, welches Papst Pius V. wählte. Am 13. Oktober 1568 wurde er auf den erzbischöflichen Stuhl von Salerno versetzt. 1569 wurde er zum Mitglied der Kommission ernannt, die gemäß dem Beschluss des Konzils von Trient eine offizielle Ausgabe der Vulgata vorbereiten sollte. Zusätzlich wurde er Mitglied der Kommission aus sechs Kardinälen, die Papst Pius V. am 5. März 1571 einsetzte, um die Confessione Augustana von Philipp Melanchthon und die Angriffe der Magdeburger Centurien zu prüfen und zu widerlegen. Die Arbeit der Kommission – ebenso wie die Arbeit an der Bibelausgabe – kam nicht voran, und der Tod des Papstes verlief ergebnislos. Am 11. Januar 1570 erhielt er das Palium. 1572 nahm er am Konklave teil, das Papst Gregor XIII. wählte. Am 25. Juni 1574 trat er als Erzbischof zurück.
Während des Heiligen Jahres 1575 öffnete er die Heilige Pforte der Lateranbasilika. Vom 8. Januar 1579 bis zum 8. Januar 1580 war er Camerlengo des Heiligen Kollegiums. Am 5. Dezember 1580 optierte er auf die Titelkirche San Pietro in Vincoli. Am 25. Oktober 1581 wurde er zum Päpstlichen Legaten in den Marken ernannt.
Er nahm am Konklave 1585 teil, das seinen Lehrer zu Papst Sixtus V. wählte. 1585 wurde er Kommentarabt von Subiaco. Am 13. Oktober 1586 optierte er, nachdem er zum Kardinalprotopriester geworden war, für die Titelkirche San Lorenzo in Lucina. Unter Papst Sixtus V. war er Präfekt der Indexkongregation. Am 11. Mai 1587 wurde er zum Kardinalbischof von Palestrina ernannt. Am 13. Mai 1587 wurde er zum Päpstlichen Legaten der Provinz Campagne und Maritime ernannt.
Er nahm an den Konklaven im September 1590, das Papst Urban VII wählte, im Oktober 1590, das Papst Gregor XIV. wählte, 1591, das Papst Innozenz IX. wählte, und 1592, das Papst Clemens VIII. wählte, teil Von 1591 bis 1597 war er Bibliothekar der Vatikanischen Bibliotheken.
Er starb am 13. März 1597 in Zagarolo. Er wurde in der dortigen Franziskanerkirche bestattet.
Während seiner Amtszeit als Bischof war er der Hauptkonsekrator von Lelio Giordano, Bischof von Acerno (1570), und César Alamagna Cardona, Bischof von Cava (1572), sowie der Mitkonsekrator von Gabriele Paleotti, Bischof von Bologna (1566).
Weblinks
- Marco Antonio Colonna. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch)
- Eintrag zu Marco Antonio Colonna auf catholic-hierarchy.org (englisch)
- Eintrag zu Marco Antonio Colonna auf gcatholic.org (englisch)
- Franca Petucci: Marco Antonio Colonna. In: Alberto M. Ghisalberti (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 27: Collenuccio–Confortini. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1982.