Marco Antonio Bragadin
Marco Antonio Bragadin (* 21. Mai 1591 in Venedig, Republik Venedig; † 28. März 1658 in Rom, Kirchenstaat) war ein italienischer Kardinal der römisch-katholischen Kirche.
Leben
Marco Antonio Bragadin wurde in Venedig geboren. Er entstammte einer Adelsfamilie, die zu den 42 einflussreichsten Häusern der Republik Venedig gehörte. Er war der Sohn von Antonio Bragadin, dem Vorsitzenden des Rat der Zehn, und seiner Frau Cecilia Morosini. Er hatte drei Brüder: Alvise (1594–1665), der Consigliere war; Barbaro (1597–1656), ebenfalls Consigliere; und Lorenzo, der vermutlich sehr jung starb. Sein Großvater, Marcantonio Bragadin, war der Verteidiger von Famagosta auf Zypern.
Er studierte Rechtswissenschaften und erwarb den Titel eines Doktors beider Rechte (utroque iure). Zunächst verfolgte er eine politische Karriere. Er war Ordensavio und Offizier in Cazude. 1624 wandte er sich einer kirchlichen Laufbahn zu. Er ging nach Rom, und Papst Urban VIII. übertrug ihm mehrere Ämter in der Romagna.
Nach seiner Priesterweihe am 28. September 1626 trat Bragadin in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Er war unter anderem Auditor der Römischen Rota, Referent der Apostolischen Signatur und bekleidete mehrere hohe Ämter in der Kurie. Zwischen April und Dezember 1627 war er Gouverneur von Fabriano, ab 17. Oktober 1628 Gouverneur von Sabina und ab 28. Dezember 1628 Gouverneur von Narni.
Am 3. Dezember 1629 wurde er zum Bischof von Crema ernannt. Kardinal Antonio Barberini OFMCap weihte ihn am 21. Dezember 1629 in der Sixtinischen Kapelle zum Bischof. Mitkonsekratoren waren Luca Castellani, Bischof von Catanzaro, und Francesco Passionei, Bischof von Cagli. Am 12. Januar 1633 wurde er auf den bischöflichen Stuhl von Ceneda versetzt. Am 3. Oktober 1639 wurde er Bischof von Vicenza.
Papst Urban VIII. erhob ihn am 16. Dezember 1641 zum Kardinalpriester. Am 26. Mai 1642 erhielt er den Kardinalshut und die Titelkirche Santi Nereo e Achilleo. Er nahm am Konklave 1644 teil, das Papst Innozenz X. wählte. Am 19. November 1646 wechselte er zur Titelkirche San Marco. Zwischen 10. Januar 1650 und 9. Januar 1651 war er Kämmerer des Heiligen Kardinalskollegiums. Er nahm auch am Konklave 1655 teil, das Papst Alexander VII. wählte. Vor dem 14. Oktober 1655 gab er die Leitung des Bistums Vicenza ab.
Er starb am 28. März 1658 in Rom und wurde in seiner Titelkirche beigesetzt.
Literatur
- Gaetano Moroni: Dizionario di erudizione storico-ecclesiastica. Band 8, Venedig 1840.
Weblinks
- Eintrag zu Marco Antonio Bragadin auf catholic-hierarchy.org (englisch)
- Eintrag zu Marco Antonio Bragadin auf gcatholic.org (englisch)
- Marco Antonio Bragadin. In: Salvador Miranda: The Cardinals of the Holy Roman Church. (Website der Florida International University, englisch)