Marcello Fogolino

Marcello Fogolino (* im 15. Jahrhundert; † im 16. Jahrhundert) war ein italienischer Maler und Kupferstecher.

Leben

Fogolinos genaues Geburts- und Todesjahr sind unbekannt. Er war wahrscheinlich aus San Vito al Tagliamento und wurde 1519 bis 1548 aktiv dokumentiert. Seine Ausbildung erhielt Fogolino vermutlich an der Malerschule von Vicenza, wo er von Künstlern wie Montagna und Buonconsiglio beeinflusst wurde. Nach seinem Umzug ins Friaul sind die Einflüsse des Pordenone in seinem Stil deutlich erkennbar. In seinen späteren Werken seit 1523 finden sich auch Merkmale der Raffaelischen Kunst, die er möglicherweise durch Giovanni da Udine kennenlernte. Seine frühe Karriere begann 1519 in Vicenza, wo er Fresken für die Kirche San Domenico begann. Im gleichen Jahr schuf er auch Fresken in San Corona. Ab 1521 lebte er in Pordenone, wo er mehrere Jahre blieb und verschiedene Werke, einschließlich Altarbilder und Fresken, ausführte. Seine Tätigkeit umfasste unter anderem die Vollendung von Fresken in Rorai Grande und ein Altarbild für die Scuola di San Biagio.

Am 29. Juni 1523 erhielt Fogolino den Auftrag für ein Altarbild für die Kirche Santa Maria in Visinale bei Prata. Dieses Altarbild hatte bereits die Heiligen dargestellt, als es vorhanden war. Fogolino wurde 1524 in Pordenone nachgewiesen und erlebte 1527 zusammen mit seinem Bruder Matteo eine Bestrafung für einen Totschlag, was zu ihrer Verbannung aus dem venezianischen Gebiet führte. Die Brüder zogen daraufhin nach Trient, wo sie eine künstlerische und geheimdienstliche Tätigkeit für die venezianische Regierung aufnahmen. Diese Verbindung ermöglichte ihnen die Rückkehr nach Venedig, und sie kauften Ende Januar 1533 Land in Pordenone.

Marcello Fogolino begann seine Arbeiten mit der Dekoration des Castello del Buonconsiglio in Trient, wofür er 1531 eine hohe Zahlung erhielt. Der Arzt Pietro Andrea Mattioli lobte seinen Beitrag zu den Fresken im Kastell in einem Gedicht von 1539. 1535 sind weitere Beiträge von Fogolino im Kastell dokumentiert. Um 1532 entstand ein Altarbild der Madonna mit vier Heiligen, das später im Besitz des Grafen Thun und Hohenstein war.

Ein Brief von Fogolino aus dem Jahr 1536 zeigt, dass er mit Vorbereitungen für den Besuch von König Ferdinand beschäftigt war, ähnlich wie bei der Ankunft Karls V. 1541 in Trient. Danach fehlen weitere Dokumente über ihn, doch wird er 1548 weiterhin in Trient erwähnt.

Marcello Fogolino ist mit einer Reihe von größeren und kleineren Arbeiten verbunden. Namentlich erwähnt sind einige seiner Werke: In Berlin befindet sich eine Madonna mit sechs Heiligen des Franziskanerordens, während eine andere Madonna mit fünf Heiligen im Mauritshuis in Den Haag zu finden ist. In Verona gibt es ein Werk mit der Anbetung des Kindes, und in Vicenza sind mehrere Altarbilder verzeichnet.

Fogolino war auch als Kupferstecher aktiv, jedoch sind seine Drucke rar. Es sind mehrere Beschreibungen seiner Stiche dokumentiert, die biblische Motive und Genreszenen zeigen. Dabei imitierte er die Technik des Giulio Campagnola.

Literatur

Commons: Marcello Fogolino – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien