Manuel Prado y Ugarteche

Manuel Prado y Ugarteche (* 21. April 1889 in Lima, Peru; † 15. August 1967 in Paris, Frankreich) war ein peruanischer Politiker. Von 1939 bis 1945 sowie von 1956 bis 1962 war er Präsident Perus.

Leben

Manuel Prado war der Sohn einer Aristokratenfamilie. Sein Vater war der frühere peruanische Präsident Mariano Ignacio Prado, sein Bruder der Philosoph Javier Prado y Ugarteche. 1918 heiratete er Enriqueta Garland; aus der Ehe gingen ein Sohn und eine Tochter hervor.

Von 1915 bis 1919 war Prado Professor an der Universidad Nacional Mayor de San Marcos in Lima. Er wurde 1919 in den peruanischen Kongress gewählt und gründete die Partei Partido de la Unión Parlamentaria. Aufgrund seiner Opposition gegen die Diktatur von Augusto Leguía y Salcedo musste er von 1921 bis 1932 ins Exil nach Paris gehen. Nach seiner Rückkehr war er von 1934 an Präsident der Zentralbank Perus.

Erste Präsidentschaft

Im Jahr 1939 wurde Prado an der Spitze der Coalición Conservadora mit 78 % der Stimmen zum Präsidenten Perus gewählt und trat die Nachfolge von Oscar R. Benavides an. Er stellte sich an die Seite der Westalliierten des Zweiten Weltkrieges, erklärte allerdings erst 1945 offiziell den Achsenmächten Deutschland und Japan den Krieg. Ein kurzer Peruanisch-Ecuadorianischer Krieg entzündete sich an Grenzstreitigkeiten zwischen Peru und Ecuador. Der Grenzverlauf zum Nachbarland wurde im Protokoll von Rio de Janeiro 1942 bestätigt.

Innenpolitisch ließ er die APRA wieder zu. Die Amtszeit ging 1945 plangemäß zu Ende und Prado ging erneut, diesmal freiwillig, für einige Jahre nach Paris.

Zweite Präsidentschaft

Im Jahr 1955 kehrte er zurück nach Peru, um seine Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen 1956 vorzubereiten. Diese gewann er als Spitzenkandidat einer Bewegung, welche von der (wieder für illegal erklärten) APRA unterstützt wurde, mit 45 % der Stimmen vor Fernando Belaúnde Terry. Er übernahm ein zweites Mal das Präsidentenamt.

In seiner Wirtschaftspolitik schwankte Prado zwischen liberalen Experimenten zur Abschaffung von Subventionen auf Brennstoffe und Lebensmitteln (was zu Streiks und Tumulten führte), der Einschränkung des Abzugs von Kapitals ins Ausland und der Einleitungen von Maßnahmen zur Verstaatlichung der Ölindustrie.

Im Jahr 1958 erreichte er bei der katholischen Kirche die Annullierung seiner Ehe mit Enriqueta Garland. Er heiratete Clorinda Málaga. Prado war 1961 der erste ausländische Staatschef, der nach dem Zweiten Weltkrieg Japan einen Besuch abstattete.

Die Wahl des Nachfolgers im Jahr 1962, bei der APRA-Gründer Víctor Raúl Haya de la Torre laut offiziellem Ergebnis knapp die meisten Stimmen erhielt, allerdings das in der Verfassung vorgesehene Minimum von einem Drittel der Wählerstimmen verfehlte, war von Vorwürfen des Betrugs überschattet. Zehn Tage vor dem vorgesehenen Ende der Amtsperiode Prados übernahm das Peruanische Militär mit Ricardo Pérez Godoy an der Spitze die Macht. Prado ging nochmals nach Paris ins Exil, wo er fünf Jahre später starb.

Manuel Prado Ugarteche veröffentlichte auch verschiedene wissenschaftliche Werke zur Infinitesimalrechnung und zur Hydrostatik.

Auszeichnungen (Auswahl)

Commons: Manuel Prado y Ugarteche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien