Mannheimer Institut für intelligente Systeme in der Medizin

Mannheimer Institut für Intelligente Systeme in der Medizin (MIISM)

Luftbild des Universitätsklinikums im Mai 2008 mit Sitz des MIISM im ersten gelben Gebäude von links
Kategorie: Hochschulinstitut
Träger: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Bestehen: seit 2019
Rechtsform des Trägers: Körperschaft des öffentlichen Rechts
Sitz des Trägers: Heidelberg
Standort der Einrichtung: Mannheim
Art der Forschung: Grundlagenforschung, Angewandte Forschung
Fächer: Medizin, Medizinische Physik, Medizintechnik
Fachgebiete: Biostatistik, Informatik, Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Medizin, Physik
Grundfinanzierung: Länder (100 %)
Leitung: Frank Giordano
Homepage: https://www.umm.uni-heidelberg.de/miism/miism

Das Mannheimer Institut für Intelligente Systeme in der Medizin (MIISM) ist ein in der Translationalen Medizin tätiges Hochschulinstitut mit Sitz in Mannheim[1]. Das MIISM gehört zur Medizinischen Fakultät Mannheim der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und bietet dort einen eigenen Studiengang an[2].

Geschichte

Das MIISM wurde im Jahr 2019 gegründet und wurde in den ersten Jahren von Michael Neumaier als Institutsdirektor geleitet[3]. Es bestand zunächst aus den drei Abteilungen "Data Analysis and Modeling in Medicine" (Leitung: Jürgen Hesser), "Automation in Medicine and Biotechnology" (Leitung: Jan Stallkamp) und "Computer Assisted Clinical Medicine" (Leitung: Lothar Schad)[4]. Von 2022 bis 2024 stand das MIISM unter der Leitung von Jan Stallkamp, und seit Juli 2024 ist Frank Giordano Geschäftsführender Direktor des MIISM[5].

Forschung und Organisation

Das MIISM ist in drei zentrale Bereiche aufgeteilt: Im Bereich Informationssysteme in der Medizintechnik liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung und Einführung fortschrittlicher Systeme, welche das Datenmanagement optimieren und die Kommunikation zwischen medizinischen Fachkräften fördern. Diese Systeme unterstützen Entscheidungsprozesse durch intelligente Datenanalyse und Integration medizinischer Informationen. Dieser Forschungsbereich steht auch in enger wissenschaftlicher Verbindung mit dem Carl Zeiss Center for Model‑Based AI[6], aus dem Methoden der modellbasierten Künstlichen Intelligenz (insbesondere im Bereich der onkologischen Forschung), über das MIISM in anwendungsorientierte Forschung und klinische Kontexte übertragen werden[7].

Ein weiteres Forschungsprogramm beschäftigt sich mit der Automatisierung medizinischer Arbeitsabläufe. Das Programm wird maßgeblich von dem Ingenieur Jan Stallkamp geleitet[8] und soll Lösungen entwickeln, die Prozesse wie Patientenplanung, Datenerfassung und Behandlungsplanung effizienter gestalten. Durch Automatisierung sollen manuelle Tätigkeiten reduziert und Fehler minimiert werden[9], um eine insgesamt bessere Patientenversorgung zu gewährleisten[10].

Der dritte Forschungsschwerpunkt des MIISM liegt auf der klinischen Translation, also der Überführung neuer Technologien und Forschungsergebnisse aus dem Labor in den klinischen Alltag. In diesem Bereich wird insbesondere die Entwicklung, Implementierung und Evaluation KI-basierter Systeme für den klinischen Einsatz (v. a. in der Strahlentherapie) übersetzt. National bekannt wurde vor allem die durch KI ermöglichte Verkürzung der Prostatakrebstherapie von 8 Wochen auf 5 Tage[11][12].

Dem wissenschaftlichen Beirat gehören neben dem ehemaligen CEO des Computerherstellers COMPAQ Rod Canion auch die Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider sowie der Vorstandsvorsitzende der Universitätsklinik Heidelberg Hanns-Peter Knaebel an[13].

Kooperationen

Das MIISM arbeitet interdisziplinär und kooperiert eng mit den Kliniken der Universitätsmedizin Mannheim, den Start-ups des Gründungs- und Kompetenzzentrum für Medizintechnologie (CUBEX)[14]. Das MIISM ist zudem fester Bestandteil des Mannheimer MMT-Campus[15], der Industrieunternehmen, Start-ups, die Mannheimer Universitätsklinik und Forschungsinstitutionen auf einem fußläufig erreichbaren Areal vereint und durch die räumliche Nähe eine besonders enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, Klinik und Forschung ermöglicht[16].

Studium

Das Institut bietet den Masterstudiengang Biomedical Engineering an[17], der Ingenieurwissenschaften mit Biologie und medizintechnischen Anwendungen kombiniert und Studierende darauf vorbereitet, innovative Technologien für das Gesundheitswesen zu entwickeln und anzuwenden. Der Studiengang gilt international als hochkompetitiv, auf mehr als 300 Bewerber kommen 20 Studienplätze pro Jahr.

Einzelnachweise

  1. Mannheim Institute for Intelligent Systems in Medicine (MIISM). In: Universitätsmedizin Mannheim. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, abgerufen am 8. Dezember 2025 (englisch).
  2. Master Biomedical Engineering. In: Universitätsmedizin Mannheim. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, abgerufen am 8. Dezember 2025 (englisch).
  3. Mannheimer Institut für intelligente Systeme in der Medizin. In: Universitätsmedizin Mannheim. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, abgerufen am 8. Dezember 2025.
  4. Prof. Dr. rer. nat. Lothar R. Schad. In: Universitätsmedizin Mannheim. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, abgerufen am 8. Dezember 2025.
  5. Leadership. In: Universitätsmedizin Mannheim. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, abgerufen am 8. Dezember 2025.
  6. About us - CZS Heidelberg Initiative for Model-Based AI. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  7. Neues Zentrum für modell-basierte Künstliche Intelligenz - Universität Heidelberg. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  8. Automation in Medicine and Biotechnology: UMM Universitätsmedizin Mannheim. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  9. Was hat Medizin mit autonomem Fahren zu tun? 22. Juli 2021, abgerufen am 2. Dezember 2025 (deutsch).
  10. »Roboter müssen intelligenter werden«. Abgerufen am 3. April 2025.
  11. Künstliche Intelligenz in der Krebsmedizin. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  12. KI in der Krebstherapie. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  13. Scientific Advisory Board: UMM Universitätsmedizin Mannheim. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  14. MIISM & CUBEX present: A Meet& Greet with MedTech Investor Rod Canion - NEXT MANNHEIM. Abgerufen am 3. April 2025 (deutsch).
  15. Lothar Binder: Stadt Mannheim und Technologiepark Mannheim GmbH unterzeichnen Kooperationsvertrag für Mannheim Medical Technology Campus. 1. Oktober 2016, abgerufen am 2. Dezember 2025 (deutsch).
  16. MMT-Campus - Mannheim Medical Technology Campus | Cluster Medizintechnologie. Abgerufen am 2. Dezember 2025.
  17. Master Biomedical Engineering: UMM Universitätsmedizin Mannheim. Abgerufen am 3. April 2025.