Manizha Bakhtari

Manizha Bakhtari (persisch منیژه باختری; * 15. September 1972 in Kabul) ist eine afghanische Diplomatin, Autorin und Journalistin und hat das Zentrum ihres Wirkens seit 2021 in Österreich.

Werdegang

Manizha Bakhtari wurde 1972 von Sorija Bakhtari in Kabul geboren. Ihr Vater Wasef Bakhtari (1943–2023) war Dichter und Literaturprofessor an der Universität Kabul, Afghanistan. Das Paar floh 1996 vor den Taliban nach Pakistan und später in die USA.

Manizha Bakhtari hat von der Universität Kabul einen Bachelorabschluss in Journalismus und einen Master in „Persischer Sprache und Literatur“. Im Jahr 2002 wurde sie als Dozentin an der Fakultät für Journalismus der Universität Kabul angelobt.

Bakhtari arbeitete für das Cooperation Center for Afghanistan (CCA), einer Nichtregierungsorganisation (NGO) und trat später in den diplomatischen Dienst ein.

Sie ist Autorin mehrerer Bücher darunter „Jahan-e Delangize Khabar“ und „Akhalq wa Huquq dar journalism“. Die beiden Bücher werden als Lehrbücher an der Universität Kabul verwendet. Sie schrieb außerdem das Buch „Angabin Neshkhand wa Sharang Noshkhand“, in dem es um die Zeitgeschichte des satirischen Genres in Afghanistan geht. Sie hat eine Sammlung von Geschichten mit dem Titel „Drei Engel“ veröffentlicht, die die Herausforderungen für afghanischer Frauen hervorheben. Sie war Chefredakteurin des Parnian Magazine, einem vierteljährlich erscheinenden Kultur- und Literaturmagazin.

Von 2007 bis 2009 arbeitete sie als Stabschefin des Außenministers. Von September 2009 bis August 2015 war Bakhtari afghanische Botschafterin in den nordischen Ländern. Am 7. Januar 2021 wurde sie zur afghanischen Botschafterin in Österreich ernannt, am 3. März 2021 erfolgte ihre Bevollmächtigung.[1] Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Bakhtari in Österreich erstmals im Juli 2021 bekannt, als sie das Stoppen von Abschiebungen von Österreich nach Afghanistan forderte.[2]

Seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan im August 2021 hat sie sich wiederholt sehr kritisch gegen deren Politik und ihren Umgang mit Mädchen und Frauen ausgesprochen.[3][4]

Ein Filmporträt über Manizha Bakhtari wurde während fast 3 Jahren von der österreichischen Filmemacherin Natalie Halla und der Golden Girls Filmproduktion unter dem Titel Die letzte Botschafterin erstellt.[5] Der Kinostart des Films ist für den 22. August 2025 angekündigt,[6] die Weltpremiere fand im März 2025 bei der CPH:DOX in Kopenhagen statt. Die Österreichpremiere erfolgte am 30. April 2025 im Rahmen des Crossing Europe Filmfestivals in Linz.[7][8]

Familie

Manizha Bakhtari ist mit dem Taekwondo-Meister Naser Hotaki verheiratet und hat vier Kinder: drei Töchter und einen Sohn.

Literatur

  • Ludwig W. Adamec: Historical Dictionary of Afghanistan. Scarecrow Press, 2012, ISBN 978-0-8108-7815-0, S. 74– (englisch, google.com [abgerufen am 14. Mai 2014]).
Commons: Manizha Bakhtari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rangfolge der Chefs diplomatischer Missionen in Österreich (Stand: 3. März 2021).
  2. „Manizha Bakhtari, das Gesicht Afghanistans in Österreich“ in derstandard.at vom 12. August 2021 (abgerufen am 12. August 2021).
  3. BakhtariManizha auf Twitter
  4. Erklärung zum ersten Jahrestag der Machtübernahme der Taliban, Memento des am 15. August 2022 veröffentlichten Originals, abgerufen am 26. Januar 2023.
  5. Tagebuch einer Botschafterin. Abgerufen am 27. Januar 2025.
  6. Die letzte Botschafterin. Abgerufen am 28. April 2025.
  7. Die letzte Botschafterin beim Crossing Europe Filmvestival Linz. Abgerufen am 28. April 2025.
  8. Magdalena Miedl: Vier Jahre Taliban-Regime : Afghanistans mutige „letzte Botschafterin“. In: topos.orf.at. 14. August 2025, abgerufen am 1. Oktober 2025.