Mangaialiest
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Mangaialiest (Todiramphus ruficollaris) | ||||||||||
| Systematik | ||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||
| Todiramphus ruficollaris | ||||||||||
| (Holyoak, 1974) |
Der Mangaialiest (Todiramphus ruficollaris) ist eine endemisch auf den Cookinseln vorkommende Eisvogelart (Alcedinidae).
Merkmale
Mangaialieste erreichen eine Größe von 19 bis 23 Zentimetern.[1] Die Geschlechter sind sich farblich sehr ähnlich. Die Oberseite, sowie die Flügel und der Schwanz sind kräftig blau gefärbt, der Oberkopf hat eine graugrüne Farbe. Der Hals und ein breiter Überaugenstreif sind rötlich, die Kehle und die gesamte Unterseite weiß. Der Zügel ist dunkelblau und erstreckt sich bis zum Hinterkopf. Der kräftige Schnabel ist oberseits schwarz und unterseits zum Teil gelblich. Die Iris ist schwarz, Beine und Füße sind grau.
Verbreitung und Lebensraum
Der Mangaialiest kommt ausschließlich auf der zu den Cookinseln zählenden Insel Mangaia vor. Er bewohnt typischerweise tropische Feuchtwälder und bevorzugt Gebiete mit dichtem Baumbestand in der Nähe von Gewässern. Die Höhenverbreitung reicht vom Meeresspiegel bis auf rund 1300 Meter.
Lebensweise
Außer während der Brutperiode leben Mangaialieste einzeln. Sie ernähren sich von verschiedenen Beutetieren wie kleinen Wirbellosen, in erster Linie von Würmern, Raupen, Engerlingen, Termiten, Heuschrecken, Stabheuschrecken, Schaben, Schmetterlingen und Spinnen. Gelegentlich erbeuten sie auch kleine Meeresfische oder Reptilien.[1] Mangaialieste führen Balzrituale durch, die von Lautäußerungen und Flugmanövern begleitet werden, um Partner zu beeindrucken. Bei der Balz bietet das Männchen dem Weibchen als Zeichen seiner Verbundenheit Futter an.[2] Die Vögel bevorzugen Nistplätze in Baumhöhlen. Mangaialieste brüten normalerweise paarweise, in 15 % der Fälle bilden sich Trios, die gemeinsam die Brutperiode bestreiten. Die derart gebildeten Trios setzen sich entweder aus zwei Männchen und einem Weibchen oder umgekehrt zusammen.[1] Ein Gelege besteht in der Regel aus zwei bis drei Eiern, die einen Durchmesser von 22 bis 23 Millimetern haben und an aufeinanderfolgenden Tagen abgelegt werden. Die Brutdauer beträgt 21 bis 23 Tage.[1] Alle Elternteile beteiligen sich an der Aufzucht der Küken. Diese wachsen schnell und werden in der Regel etwa vier Wochen nach dem Schlüpfen flügge. Danach sind sie noch eine kurze Zeit auf die Betreuung durch die Eltern angewiesen.
Bestand und Gefährdung
Der Mangaialiest ist auf Mangaia nicht selten und wird demzufolge von der Weltnaturschutzorganisation IUCN als „least concern = nicht gefährdet“ geführt. Nichtsdestotrotz gibt es eine Reihe von Bedrohungen. Die eingeführten Hirtenmaina (Acridotheres tristis) konkurrieren mit brütenden Eisvögeln um Nahrung und rauben Nester aus, was zu Brutverlusten führt. Es hat sich jedoch gezeigt, dass der Mangaialiest in Lebensräumen, in denen die Hirtenmaina vorkommt, häufig ist. Eine neuere Studie kam zu dem Schluss, dass Hirtenmainas wahrscheinlich nicht für einen wesentlichen Populationsrückgang verantwortlich sind. Der fortschreitende Lebensraumverlust aufgrund von Rodungen für die Landwirtschaft und der Verbiss durch Ziegen führen zu negativeren Auswirkungen. Katzen und Ratten, sowohl die Pazifische Ratte (Rattus exulans) als auch die Hausratte (Rattus rattus) sind in allen Waldtypen anzutreffen und stellen potenzielle Fressfeinde dar. Der Langschwanzkoel (Urodynamis taitensis), ein Wintergast aus Neuseeland kann ebenfalls Eier und Küken erbeuten. Schweine beeinträchtigen die Waldregeneration ebenfalls negativ. Trotz dieser Bedrohungen ist der Waldbestand der Insel relativ stabil.[3]
Literatur
- del Hoyo, J., N. Collar und G. M. Kirwan: Mewing Kingfisher (Todiramphus ruficollaris), version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie, and E. de Juana, Editors). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, 2020
Weblinks
- Todiramphus ruficollaris bei Avibase
- Mangaialiest (Todiramphus ruficollaris) auf eBird.org
- xeno-canto: Tonaufnahmen – Mangaialiest
- Todiramphus ruficollaris im Integrated Taxonomic Information System (ITIS)
Einzelnachweise
- ↑ a b c d del Hoyo, J., N. Collar und G. M. Kirwan: Mewing Kingfisher (Todiramphus ruficollaris), version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie, and E. de Juana, Editors). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, 2020
- ↑ Mewing Kingfisher, Bird Buddy Inc., Kalamazoo, Michigan, USA
- ↑ Mangaia Kingfisher, auf iucnredlist.org, eingesehen am 30. Dezember 2025