Manfred Weißenfels
Manfred Weißenfels (* 29. Oktober 1928 in Chemnitz-Grüna; † 19. Juli 2014 in Waren (Müritz)) war ein deutscher Chemiker (Organische Chemie) und Hochschullehrer an der Universität Leipzig.
Weißenfels wurde 1960 an der Karl-Marx-Universität Leipzig promoviert. Dabei untersuchte er Oxydationen cyclischer Olefine, Diene, Ketone etc. mit Hg(II)-acetat. Sein Doktorvater war Wilhelm Treibs. In weiteren folgenden Arbeiten widmete er sich Heterocyclen-Synthesen auf Basis der Vilsmeier-Haack-Reaktion. 1965 habilitierte er sich in Leipzig und wirkte dort ab 1967 als Dozent. Er war seit 1969 Professor für Organische Chemie an der Karl-Marx-Universität Leipzig. Sein Arbeitskreis war befasst mit der Chemie organischer Schwefel- und Selenverbindungen, der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln, Polymethinfarbstoffen und Diazoniumsalzen für die Color-Diazotypie. Viele dieser Arbeiten erfolgten zusammen mit der Industrieforschung der Filmfabrik Wolfen.[1] Er war Leiter des Wissenschaftsbereichs Organische Chemie und für eine Amtsperiode Direktor der Sektion Chemie an der Karl-Marx-Universität Leipzig.[1] Weißenfels konnte nach der Wende als „Professor alten Rechts“ an dem im Dezember 1993 wieder gegründeten Institut für Organische Chemie bleiben mit Rechten in Forschung und Lehre, allerdings ohne in Leitungsfunktionen am Institut und an der im Januar 1994 neu gegründeten Fakultät für Chemie und Mineralogie bzw. an der Universität Leipzig gewählt werden zu können. Das waren Regelungen im Rahmen der Hochschulerneuerung in den 90er Jahren.
Publikationen
Mit über 70 Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften und dem Lehrbuch „Grundlagen der Chemie für Mediziner“ [1. Auflage 1973, 5. Auflage 1990 (ISBN 978-3-33500-138-6) im Johann Ambrosius Barth Verlag, Leipzig; Coautoren: Horst Henning und Hartmut Franz] ist Weißenfels bekannt geworden.
Werke (Auswahl)
- Über acylierende Oxidation von Cycloolefinen und -ketonen mit Quecksilber(II)acetat. W. Treibs, M. Weißenfels, Chemische Berichte 93 (1960) 1374.
- 1,5-Benzo[b]diazepine aus β-Chlorvinylaldehyden. M. Weißenfels, Zeitschrift für Chemie 4 (1964) 458.
- Über Vilsmeier-Reaktionen am Phenylbenzylketon und Dibenzylketon. M. Weißenfels, M. Pulst, P. Schneider, Zeitschrift für Chemie 13 (1973) 175.
- Zur Struktur des dimeren β-Mercaptozimtaldehyds. M. Pulst, M. Weißenfels, E. Kleinpeter, L. Beyer, Tetrahedron 31 (1975) 3107.
- Die Synthese von 2H-Thiopyranen aus β-Thioxoaldehyden. D. Greif, M. Pulst, M. Weißenfels, Synthesis (1987) 456.
- Synthese und Eigenschaften von 2-Methoxycarbonylmethylen- und 2-(Formyl-methoxycarbonylmethylen)-2H-thiopyran-3-carbonsäuremethylester. D. Greif, H. Pulst, H. Weißenfels, F. Scheinmann, J. prakt. Chem. 333 (1991) 863.
Einzelnachweise
- ↑ a b Lothar Beyer: Autografe von Chemikern in der Chemiehistorischen Sammlung der Fakultät für Chemie und Mineralogie der Universität Leipzig, Leipziger Universitätsverlag, Leipzig, 2025, S. 98–99, ISBN 978-3-96023-644-3.