Manfred Pfister (Literaturwissenschaftler)
Manfred Pfister (* 19. August 1943 in Landshut) ist ein deutscher Anglist und Literaturwissenschaftler.[1] Er war als ordentlicher Professor für Anglistik an der Universität Passau tätig.
Leben und Werdegang
Nach seinem Staatsexamen 1968 an der Ludwig-Maximilians-Universität München war Pfister dort von 1969 bis 1978 Wissenschaftlicher Assistent. Er ist katholisch und heiratete 1969 Elfi Gehring. Aus der Ehe ging der Sohn Dominik hervor. 1972 wurde Manfred Pfister in München mit der Dissertation Studien zum Wandel der Perspektivenstruktur in elisabethanischen und jakobäischen Komödien zum Dr. phil. promoviert. 1978 habilitierte er sich (ebenfalls an der LMU) und begann dort seinen Lehrtätigkeit als Privatdozent. Im Jahr 1980 erhielt er einen Lehrstuhl (C4-Professur) für Englische Literaturwissenschaft an der Universität Passau. 1984 wurde er korrespondierendes Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. 1991 wechselte der bis dahin in München lebende Wissenschaftler auf eine Professur an die FU Berlin. Seit 2007 ist Pfister Ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. 2008 wurde er emeritiert. Pfisters Forschungsschwerpunkte sind die Renaissance, das Fin de siècle und die Moderne. Im Hinblick auf literarische Gattungen beschäftigt er sich vor allem mit dem Drama, der Lyrik und dem Reisebericht. Er war Mitherausgeber des Shakespeare Jahrbuchs, der Poetica und der Internationalen Forschungen zur Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft. Pfister trat ebenso als Übersetzer lyrischer Werke hervor und hat die vierbändige zweisprachige Anthologie Englische und amerikanische Dichtung mit herausgegeben (2000) sowie 2009 die international anerkannte Anthologie Shakespeare’s Sonnets Global.
Auszeichnungen
- 2021: Paul Scheerbart-Preis für seine „kongeniale Übertragung der Gedichte“ von „John Clare, die damit erstmals auch einem deutschen Publikum zugänglich sind“[2]
Buchveröffentlichungen (Auswahl)
- Das Drama. Theorie und Analyse (= UTB. Band 580). Fink, München 1977 und öfter.
- Studien zum Wandel der Perspektivenstruktur in elisabethanischen und jakobäischen Komödien (= TUEPh. Band 3), Fink, München 1974.
- als Hrsg.: Hauptwerke der englischen Literatur. Einzeldarstellungen und Interpretationen. Mit einem einleitenden Essay von Rudolf Stark. Kindler, München 1975, ISBN 978-3463006352.
- als Hrsg.: Alternative Welten. Texte und Untersuchungen zur englischen Philologie (= Münchener Universitätsschriften. Philosophische Fakultät. Band 12). Brill/Fink, 1982, ISBN 978-3770520596.
- Oscar Wilde: The Picture of Dorian Gray (= Text und Geschichte. Band 11; UTB. Band 1388). Fink, München 1986.
- mit Werner von Koppenfels: Englische und amerikanische Dichtung 2: Von Dryden bis Tennyson. C. H. Beck, München 2000.
- mit Stephan Kohl, Eberhard Kreutzer, Annegret Maack, Johannes N. Schmidt, Hans Ulrich Seeber und Hubert Zapf: Englische Literaturgeschichte. Metzler, Stuttgart 1991.
- mit Heinz Ickstadt: Ezra Pound, Die Cantos. In der Übersetzung von Eva Hesse und Manfred Pfister. Arche, Hamburg 2012, ISBN 978-3-7160-2654-0.
- mit Jürgen Gutsch: Shakespeare's Sonnets Global. 2 Bände. EDITION SIGNAThUR, Dozwil 2009–2014, ISBN 978-3-908141-54-9 und ISBN 978-3-908141-96-9.
- Sir Thomas Browne. Hydriotaphia – Urnenbestattung und andere Schriften. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Manfred Pfister. EDITION SIGNAThUR, Dozwil 2014, ISBN 978-3906273-00-6.
- Englische Lyrik des Fin-de-Siècle. Eine Anthologie. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Manfred Pfister. EDITION SIGNAThUR, Dozwil 2019, ISBN 978-3-906273-35-8.
- John Clare. A Language That Is Ever Green. Gedichte deutsch/englisch. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Manfred Pfister. Verlag Das kulturelle Gedächtnis, Berlin 2021, ISBN 978-3-946990-54-3.
- Englische Renaissance. Galiani, Berlin 2025, ISBN 978-3-86971-326-7.
Literatur
- Pfister, Manfred. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 944.
Weblinks
- Manfred Pfister an der FU Berlin
- Manfred Pfister bei Perlentaucher
Einzelnachweise
- ↑ Lebenslauf von Manfred Pfister auf der Website des FRIAS, abgerufen am 13. September 2025 2024.
- ↑ Übersetzerpreise an Herzke, Tretner und Pfister, boersenblatt.net, veröffentlicht und abgerufen am 1. Oktober 2021.