Malicorne (Allier)

Malicorne
Staat Frankreich Frankreich
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département (Nr.) Allier (03)
Arrondissement Montluçon
Kanton Commentry
Gemeindeverband Commentry Montmarault Néris Communauté
Koordinaten 46° 18′ N, 2° 47′ O
Höhe 309–416 m
Fläche 11,84 km²
Einwohner 763 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 64 Einw./km²
Postleitzahl 03600
INSEE-Code 03159

Mairie Malicorne

Malicorne ist eine französische Gemeinde mit 763 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Allier in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört zum Arrondissement Montluçon und zum Gemeindeverband Commentry Montmarault Néris Communauté.

Lage

Die Gemeinde Malicorne liegt in einer Höhe von etwa 390 m in der fruchtbaren Landschaft der Combrailles im südlichen Bourbonnais am Fluss Œil, rund 20 Kilometer nordwestlich der Stadt Montluçon. Nachbargemeinden von Malicorne sind Doyet im Norden, Montvicq im Nordosten und Osten, Hyds im Südosten, Commentry im Südwesten und Westen sowie Chamblet im Westen.

Geschichte

Andere Orte in der Umgebung (z. B. Néris-les-Bains) waren schon den Römern bekannt. Für Malicorne liegen nur mittelalterliche Daten vor, man vermutet aber einen gallorömischen Ursprung, da der Ort an einer Römerstraße lag.

Bevölkerungsentwicklung

Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Einwohner von etwa 400 auf knapp 1000 an; in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fiel sie als Folge der Mechanisierung der Landwirtschaft bis auf die Tiefststände der 1950er und 1960er Jahre ab.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012 2022
Einwohner 483 485 528 524 822 814 846 829 768
Quellen: Cassini und INSEE

Wirtschaft

Jahrhundertelang lebten die Einwohner von Malicorne als Selbstversorger von der Landwirtschaft, zu der auch der Weinbau gehörte; hinzu kamen regionaler Kleinhandel und Handwerk. Während und nach der Reblauskrise gegen Ende des 19. Jahrhunderts kam der Weinbau jahrzehntelang völlig zum Erliegen, doch mittlerweile werden wieder Rot-, Rosé- und Weißweine produziert, die über die Appellation Val-de-Loire vermarktet werden.

Sehenswürdigkeiten

  • Die ehemalige Prioratskirche und heutige Pfarrkirche Saint-Préjet ist ein langgestreckter dreischiffiger Bau des ausgehenden 12. Jahrhunderts ohne Querschiff, aber mit drei Apsiden, deren mittlere polygonal gebrochen ist. Auffällig, aber in der Region nicht ungewöhnlich ist das romanische Archivoltenportal mit einem Vielpassbogen, welches insgesamt leicht aus der Mauerflucht hervortritt. Über einem Kaffgesims befindet sich ein frühgotisches Doppelfenster mit einem bekrönenden Fünfpass. Beachtenswert ist der im 19. Jahrhundert nach altem Vorbild rekonstruierte Vierungsturm mit seinem allseitig durchfensterten Glockengeschoss. Das Innere der Kirche ist rippengewölbt und birgt die Holzfigur einer Pietà aus dem 16. oder 17. Jahrhundert. Die Kirche wurde in mehreren Etappen seit dem Jahr 1932 als Monument historique anerkannt.[1]
  • Eine unter dem Bodenniveau befindliche Quelleinfassung (Fontaine de la Bassié) wurde kürzlich restauriert.

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes de l’Allier. Band 1. Flohic Editions, Paris 1999, ISBN 2-84234-053-1, S. 161–163.
Commons: Malicorne – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Église Saint-Préjet, Malicorne in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)