Makira-Zwergeisvogel
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Makira-Zwergeisvogel (Ceyx gentianus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Ceyx gentianus | ||||||||||||
| Tristram, 1879 |
Der Makira-Zwergeisvogel (Ceyx gentianus; auch San-Cristobal-Zwergfischer) ist eine Vogelart aus der Familie der Eisvögel. Er ist endemisch auf der Salomonen-Insel Makira.
Taxonomie
Der Makira-Zwergeisvogel galt früher als eine der 15 anerkannten Unterarten der damals als "variabler Zwergeisvogel" (Ceyx lepidus oder Alcedo lepidus) bekannten Eisvogelart.[1] Eine 2013 veröffentlichte phylogenetische Studie ergab jedoch, dass sich die meisten Inselunterarten erheblich voneinander unterschieden.[2] Der "variable Zwergeisvogel" wurde daher aufgeteilt und 12 der Unterarten, darunter der Makira-Zwergeisvogel, wurden in den Artenstatus erhoben. Der Name des "variablen Zwerg-Eisvogels" wurde gleichzeitig in Molukken-Zwergeisvogel geändert (Ceyx lepidus).[3]
Der Holotyp von Ceyx gentianus Tristram befindet sich in der Wirbeltierzoologie-Sammlung[4] des World Museum Liverpool, mit der Inventarnummer NML-VZ T3959.[5] Das Exemplar wurde am 27. August 1878 vom britischen Konteradmiral und Hydrographen G. E. Richards in San Crisobel auf Makira gesammelt. Es gelangte mit der Sammlung von Henry Baker Tristram, der es taxonomisch 1879 beschrieben hatte, in die Liverpool National Collection, von der es das Museum 1896 erwarb.[5]
Der Gattungsname leitet sich von Keyx (Κήυξ) aus der griechischen Mythologie ab, dem Ehemann von Alkyone. Der Artname kommt vom lateinischen Wort für Enzian.
Beschreibung
Ceyx gentianus zählt zu den kleinen Eisvogelarten. Seine Flügelspannweite liegt im Bereich von 50 bis 75 mm, sein Schwanz ist im Verhältnis zur Körpergröße kurz und hat eine Länge zwischen 15 und 23 mm; typisch für die kompakte Körperform der Gattung. Das Gewicht kann im Laufe des Lebens (etwa während der Brutperiode) schwanken und liegt zwischen 10 und 20 Gramm.[4]
Der Makira-Zwergeisvogel ist durch ein kräftig blaues bis türkisfarbenes Gefieder auf Rücken, Flügeln und Kopf (andere Ceyx-Arten auch blauschwarz, violett bis in den Rotbereich) sowie blassorangene Wangen gekennzeichnet (andere Ceyx-Arten auch rötlich bis in den Violettbereich). Der Schnabel des Männchens ist lang und spitz und komplett schwarz. Das Weibchen zeigt eine orangefarbene Färbung am Unterschnabel, die sich von der Basis bis zum vorderen Drittel erstrecken kann.[6]
Junge Eisvögel haben anfangs einen kürzeren Schnabel mit weißen Spitzen, was den Eltern beim Füttern hilft. Ihr Gefieder leuchtet noch weniger stark und die Füße sind zunächst graubraun, färben sich aber mit der Zeit orange bis rot. Im ersten Sommer und Herbst zeigt sich der Schnabel der Jungtiere besonders kurz.
Wie bei allen Ceyx-Arten besitzen auch die Läufe von Ceyx gentianus nur drei Zehen, im Gegensatz zu den vier Zehen anderer Eisvogel-Gattungen.
Vorkommen, Lebensweise und Ökologie
Der natürliche Lebensraum von Ceyx gentianus sind subtropische oder tropische feuchte Tieflandwälder, ein Gelände von etwa 4.300 km² auf Makira.[7]
Wie alle Ceyx-Arten fängt der Makira-Zwergeisvogel vorwiegend Insekten und kleine Wirbellose, während andere Eisvogel-Gattungen wie Alcedo typische Fischfänger sind.
Die Generationslänge beträgt 4,2 Jahre.[7]
Schutzstatus
Gemäß dem letzten Assessement der International Union for Conservation of Nature (IUCN) von 2017 ist der Makira-Zwergeisvogel mit einer Populationszahl zwischen 10.000 und 30.000 in seinem Bestand ungefährdet (Least concern). Potentielle Bedrohungen für die Art werden im fortschreitenden Verlust und in der Degradierung von Wäldern durch Subsistenzlandwirtschaft und industriellen Holzeinschlag gesehen. Sie gilt jedoch als relativ tolerant gegenüber degradierten Lebensräumen, sodass diese potenziellen Bedrohungen derzeit nicht als signifikant eingeschätzt werden.[7]
Literatur
- Cottrell, G. William, - Greenway, James C. (James Cowan), - Mayr, Ernst, - Paynter, Raymond A. - Peters, James Lee, - Traylor, Melvin A. (Melvin Alvah): Biodiversity Heritage Library digitization project Vol. 16. Hrsg.: Harvard University. Museum of Comparative Zoology, Ernst Mayr Library. Harvard University Press, Cambridge 1987 (englisch).
- Galbraith, Ian Courtney Julian - Galbraith, Ebba H: Land birds of Guadal-canal and the San Cristobal group, Eastern Solomon Islands. In: Bulletin of the British Museum (Natural History) Zoology Vol. 9, Pages: 1–86. BM(NH), London 1962 (englisch).
Weblinks
- San Cristobal Dwarf-kingfisher - Ceyx gentianus. birdlife org (englisch).
- del Hoyo, J., Collar, N.J., Christie, D.A., Elliott, A., Fishpool: HBW and BirdLife International Illustrated Checklist of the Birds of the World. Volume 1: Non-passerines., Lynx Edicions - BirdLife International, 2014 (englisch).
- San Cristóbal Zwergfischer Ceyx gentianus. inaturalist.org (englisch).
- Open Tree taxonomy: Ceyx gentianus. Open Tree of Life (englisch).
- Martin-pêcheur de San Cristobal. oiseaux.de (französisch).
Einzelnachweise
- ↑ C. Hilary Fry, Kathie Fry, Alan Harris: Kingfishers, Bee-eaters, and Rollers. Christopher Helm, London 1992, ISBN 978-0-7136-8028-7, Variable Dwarf Kingfisher, S. 202–204 (englisch).
- ↑ M.J. Andersen, C.H. Oliveros, C.E. Filardi, R.G. Moyle: Phylogeography of the Variable Dwarf-Kingfisher Ceyx lepidus (Aves: Alcedinidae) inferred from mitochondrial and nuclear DNA sequences. In: Auk. 130. Jahrgang, Nr. 1, 2013, S. 118–131, doi:10.1525/auk.2012.12102 (englisch, ku.edu [PDF]).
- ↑ Rollers, ground rollers & kingfishers. In: World Bird List Version 7.2. International Ornithologists' Union, 2017, abgerufen am 13. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ a b Ibis S. 438, Tafel 11. 1879 (englisch).
- ↑ a b R. Wagstaffe: Type Specimens of Birds in the Merseyside County Museums (formerly City of Liverpool Museums). 1. Dezember 1978 (englisch, archive.org).
- ↑ Ceyx gentianus. Abgerufen am 11. Dezember 2025 (englisch).
- ↑ a b c San Cristobal Dwarf-kingfisher - Ceyx gentianus. birdlife org, abgerufen am 13. Oktober 2025 (englisch).