Madvi Hidma

Madvi Hidma (Telugu మడావి హిడ్మా; * 1981 in Sukma, Chhattisgarh;[1]18. November 2025 in Andhra Pradesh[2]) war ein indischer Guerillakämpfer der Communist Party of India (Maoist) (CPI(M)) und langjähriger Kommandeur des Bataillon Nr. 1 der People’s Liberation Guerrilla Army (PLGA) im Bastar-Gebiet von Chhattisgarh.[3] Er galt als einer der meistgesuchten Aufständischen Indiens und wurde von Sicherheitsbehörden mit mehreren spektakulären Anschlägen in Verbindung gebracht, darunter das Massaker von Dantewada 2010 sowie der Angriff im Darbha-Tal 2013.[4] Am 18. November 2025 wurde Hidma zusammen mit seiner Ehefrau Raje alias Rajakka und vier weiteren CPI(M)-Kadern in den Wäldern des Bezirks Alluri Sitarama Raju (Andhra Pradesh) bei einem Gefecht mit Sicherheitskräften getötet.[5] Beobachter werteten seinen Tod als Einschnitt im jahrzehntelangen maoistischen Aufstand in Indien.[6]

Leben

Hidma stammte aus einer indigenen Familie der Gond im Distrikt Sukma von Bastar.[6] Er wuchs im Dorf Puvarti auf.[5] Als Jugendlicher schloss er sich der CPI(M) an und stieg binnen weniger Jahre in Führungspositionen auf.[5] Später gehörte er dem Zentralkomitee an und diente als Sekretär des Dandakaranya Special Zonal Committee.[3] Wegen seiner Unauffindbarkeit in den dichten Wäldern wurde er in Medienberichten als „Geist von Bastar“ bezeichnet.[6] Am 20. November 2025 wurde er zusammen mit seiner Frau im Heimatdorf beigesetzt.[6] Behörden gaben sein Alter zum Todeszeitpunkt mit 51 Jahren an.[5]

Wirken

Als Kommandeur des PLGA-Bataillon Nr. 1 leitete Hidma über Jahre Operationen im Dandakaranya-Gebiet und galt als wichtigster militärischer Stratege der CPI(M) in Bastar.[3] Sicherheitsbehörden schreiben ihm zentrale Rollen bei mehreren Großangriffen zu, darunter dem Angriff im Darbha-/Jhiram-Tal 2013 auf eine Kongress-Karawane sowie dem Massaker von Dantewada 2010; zudem wird er mit späteren Hinterhalten in Sukma und Bijapur in Verbindung gebracht.[4] Auf ihn war ein Kopfgeld in Millionenhöhe (INR) ausgesetzt; zusammengenommen beliefen sich staatliche Prämien nach Behördenangaben auf über 10 Millionen Indische Rupien.[5] Im Frühjahr 2025 schwächten die Sicherheitskräfte die maoistische Führung mit der Operation Black Forest, bei der nach offiziellen Angaben 31 Kämpfer in den Karregutta-Hügeln getötet wurden.[7] Zeitgleich wurde Black Forest von Behörden als „historischer Durchbruch“ bezeichnet, welcher die Schlagkraft der Aufständischen weiter schwächte.[8] Datenjournalistische Auswertungen und Regierungszahlen zeigen seit Jahren einen deutlichen Rückgang der maoistischen Gewalt und eine räumliche Schrumpfung der betroffenen Bezirke.[9] Nach Hidmas Tod wurden die Sicherheitsmaßnahmen in Andhra Pradesh und an der Grenze zu Chhattisgarh weiter verstärkt und großangelegte Fahndungen fortgesetzt.[10] Zugleich forderten Oppositionsparteien eine unabhängige Untersuchung der Umstände seiner Tötung.[11]

Einzelnachweise

  1. M.P. Nathanael: Madvi Hidma’s death leaves Maoist rank-and-file rudderless. In: indianexpress.com. 19. November 2025, abgerufen am 20. November 2025 (englisch).
  2. Natalie Mayroth: Die Jagd auf Indiens meistgesuchten Rebellen ist beendet. In: taz.de. 20. November 2025, abgerufen am 20. November 2025.
  3. a b c Top Maoist military strategist Hidma killed in AP forest encounter. In: The Times of India. 18. November 2025, abgerufen am 20. November 2025 (englisch).
  4. a b Madvi Hidma: How India’s most wanted Maoist commander rose through the ranks. In: Hindustan Times. 18. November 2025, abgerufen am 20. November 2025 (englisch).
  5. a b c d e Top Naxal commander Madvi Hidma, his wife among 6 killed in encounter in Andhra Pradesh. In: ThePrint – PTI. 18. November 2025, abgerufen am 20. November 2025 (englisch).
  6. a b c d Tod eines Maoisten: Die Jagd auf Indiens meistgesuchten Rebellen ist beendet. In: taz.de. 20. November 2025, abgerufen am 20. November 2025.
  7. 31 Maoists killed in 21-day anti-Naxal operations at Karregutta hills; Amit Shah hails ‘historic breakthrough’. In: Mint. 14. Mai 2025, abgerufen am 20. November 2025 (englisch).
  8. Op Black Forest dealt big blow to Naxals in Bastar: Security forces. In: The Tribune. 15. Mai 2025, abgerufen am 20. November 2025 (englisch).
  9. Final Phase of Naxalism: Fewer Districts, Fewer Incidents, Increased Surrenders. In: FACTLY. 31. Oktober 2025, abgerufen am 20. November 2025 (englisch).
  10. Security intensified across state: AP intelligence chief. In: The Times of India. 20. November 2025, abgerufen am 20. November 2025 (englisch).
  11. Hidma got late in deciding to surrender, says Chhattisgarh HM. In: The Times of India. 20. November 2025, abgerufen am 20. November 2025 (englisch).