Madeleine Renaud

Madeleine Renaud (* 21. Februar 1900 als Lucie Madeleine Renaud in Paris; † 23. September 1994 in Neuilly-sur-Seine) war eine französische Bühnen- und Filmschauspielerin.

Leben

Madeleine Renaud trat 1921 in die angesehene Comédie-Française ein. Während ihres Berufslebens spielte sie vorwiegend naive Rollen. 1940 heiratete sie den zehn Jahre jüngeren Schauspieler Jean-Louis Barrault. Gemeinsam mit ihm verließ sie 1948 die Comédie-Française und gründete die Privatbühne Compagnie Renauld-Barrault, das Théâtre Marigny.

Sie waren mit dem Schriftsteller und Jazzmusiker Boris Vian befreundet und erwarben sich den Ruf, ausgezeichnete Bebop-Tänzer[1] zu sein.

Zusammen mit ihrem Mann genoss sie das Vertrauen von Kulturminister André Malraux. Dieses Vertrauensverhältnis zerbrach jedoch, als sie sich 1968 mit den revoltierenden Studenten des Mai 68 von Paris solidarisch zeigten. Das Paar übernahm später die Leitung des Théâtre du Rond-Point.

Sie trat während ihres langen Berufslebens in einer großen Zahl von Theaterproduktionen und Filmen auf. Eine ihrer bekanntesten Rollen war die Maude in Harold and Maude. Sie war die Tante der Schauspielerin Marie-Christine Barrault, die bis zu dessen Tod mit Roger Vadim verheiratet war.

Renaud starb im September 1994, sieben Monate nach dem Tode ihres Mannes.

Filmografie (Auswahl)

Commons: Madeleine Renaud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Anne Chabrol: Collection Roger-Viollet : Chroniques parisiennes en photos. Éditions du Chêne (Hachette), Paris 2008, ISBN 978-2-84277-870-5, S. 118.