Małobór (Rymań)
Małobór (deutsch Waldhaus) ist eine Wüstung in der Woiwodschaft Westpommern in Polen. Sie liegt im Gebiet der Gmina Rymań (Landgemeinde Roman).
Geographische Lage
Die Wüstung liegt in Hinterpommern, etwa 80 Kilometer nordöstlich von Stettin und etwa drei Kilometer nordwestlich des Dorfes Rymań (Roman). Die nächsten benachbarten Orte sind etwa zwei Kilometer südöstlich der Wohnplatz Gołkowo (Birkenfelde) und etwa zwei Kilometer nordöstlich der Wohnplatz Lędowa (Waldhof).
Geschichte
Waldhaus wurde 1853 durch den Gutsbesitzer von Roman, Alexander Andrae, als ein Asyl für entlassene Strafgefangene gegründet, die hier durch landwirtschaftliche Arbeit in die Gesellschaft eingegliedert werden sollten.[1] 1862 hatte Waldhaus 18 Einwohner.
1898 wurde Waldhaus durch den damaligen Gutsbesitzer verkauft und seitdem von zwei Bauern bewirtschaftet. Um 1914 war bereits Lothar von Dewitz-Meesow (1875–1935), Gutsherr in Roman, aber ohne Waldhaus.[2]
1919 entschloss sich Lothar von Dewitz als Gutsbesitzer von Roman für den Rückkauf und erwarb Waldhaus wieder. Seitdem wurde es als ein Vorwerk des Gutes von Roman aus bewirtschaftet. Erbe wurde seine Ehefrau Daisy, geb. Baronesse von Buxhoeveden (1885–1962). Ende der 1930er Jahre gehörte Waldhaus mit 77 ha der Witwe Daisy von Dewitz. Auch das Rittergut Roman mit dem Vorwerk Blankenfelde, 708 ha, wurde ihr Eigentum.[3]
Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Waldhaus, wie ganz Hinterpommern, an Polen. Es erhielt den polnischen Ortsnamen Małobór. Heute liegt der Ort wüst.
Literatur
- Manfred Vollack: Das Kolberger Land. Seine Städte und Dörfer. Ein pommersches Heimatbuch. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, Husum 1999, ISBN 3-88042-784-4, S. 567.
Einzelnachweise
- ↑ G. Ekert: Blätter für Gefängnisskunde. Organ des Vereins der deutschen Strafanstaltsbeamten. Band 4 (Jahrgang 1868 und 1869), Verlag Universitäts-Buchhandlung G. Weiss, Heidelberg 1870, S. 158.
- ↑ Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Pommern. (1914). Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adressbücher. Band I, 4. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 140 f.
- ↑ H. Seeliger (Hrsg.): Landwirtschaftliches Adressbuch der Provinz Pommern. (1939). In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adressbücher. Band I, 9. Auflage, Selbstverlag von Niekammer’s Gütern-Adressbüchern GmbH, Leipzig 1939, S. 238.
Koordinaten: 53° 58′ N, 15° 30′ O