MZ KKM 175
| MZ | |
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MZ KKM 175 W (wassergekühlt, Baujahr 1963) im Motorradmuseum Schloss Augustusburg | |
| KKM 175 | |
| Hersteller | VEB Motorradwerk Zschopau |
| Produktionszeitraum | 1963 bis 1965 |
| Klasse | Motorrad |
| Motordaten | |
| Kreiskolbenmotor | |
| Hubraum | 175 cm³ |
| Leistung | 24/17,7 kW/PS |
| Höchstgeschwindigkeit | 140 km/h |
| Getriebe | 4 Gänge |
| Leergewicht | 165 kg |
Mit MZ KKM 175 (KKM = Kreiskolbenmotor) werden Motorrad-Prototypen des VEB Motorradwerk Zschopau bezeichnet. Zwischen 1963 und 1965 wurden drei fahrbereite Prototypen gebaut.[1] Die MZ KKM 175 ist das weltweit erste Motorrad mit einem Kreiskolbenmotor nach Bauart des Wankelmotors.[2][3]
Entwicklungsgeschichte
Die NSU Motorenwerke stellten am 19. Januar 1960 im Deutschen Museum ihren zusammen mit Felix Wankel entwickelten Wankelmotor vor.[4] Anwesende Vertreter des VVB Automobilbau der DDR begannen daraufhin ihrerseits bereits ab Ende Januar 1960 bei MZ mit der Entwicklung eines eigenen Kreiskolbenmotors mit 110 cm³ Hubraum nach Bauart des Wankelmotors. Im April 1960 erfolgten erste erfolgreiche Probeläufe. Nach einigen konstruktiven Änderungen leistete der Versuchsmotor 20 PS (14,7 kW) bei 7800/min. Nach den erfolgreichen Tests entschloss sich MZ zum Bau weiterer wassergekühlter Versuchsmotoren mit 125 cm³ und 175 cm³. Ein erster fahrbereiter Prototyp wurde 1963 mit einem wassergekühlten 175-cm³-Motor und dem Funktionsmuster einer MZ BK 351 mit Seitenwagen hergestellt und absolvierte erfolgreich knapp 40.000 Kilometer Testfahrten.[2]
Ab 1964 konstruierte MZ aus den bisher wassergekühlten luftgekühlte Motoren mit 125 cm³ und 175 cm³ Hubraum. Diese wurden 1965 in einen Prototyp auf Basis der MZ ES 250/2 eingebaut.[2]
Im Jahr 1965 wurde zudem ein Lizenzvertrag mit NSU abgeschlossen, der aber 1969 nach Abbruch der Entwicklungen in der DDR aus technischen und ökonomischen Gründen wieder gekündigt wurde.[4] Der Lizenzvertrag beinhaltete auch Regelungen zur Produktion von Pkw-Motoren. Auf staatliche Weisung wurden 1965 alle Entwicklungsarbeiten an Wankelmotoren für Motorräder eingestellt.[2] Eine Serienfertigung der Motoren hätte eine grundlegende Umstellung von Maschinen und Werkzeugen erfordert, verbunden mit erheblichen Investitionen. Auch deshalb wurde das Forschungsprojekt eingestellt,[5] aus dem zahlreiche Patente resultierten.[6][7][8][9]
Verbleib
Zwei Prototypen, jeweils eine KKM 175 W und eine KKM 175 L, befinden sich im Besitz des Motorradmuseums im Schloss Augustusburg. Ein weiteres Motorrad ist in Privatbesitz. Dieses Fahrzeug hat einen Original-MZ-Versuchsmotor, der 1993 verschrottet werden sollte, aber in Privathände gelangte und später in ein BK-350-Trägerfahrzeug eingebaut wurde. Es ist derzeit die einzige fahrbereite MZ KKM 175 W.[10]
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Der Wankelmotor, MZ
- ↑ a b c d Siegfried Rauch, Roland Schuster: Wankel-Mut. In: Bikers Live. Heft 4. Huber Verlag GmbH & Co. KG, 1995, S. 28–33 (wolfgang-dingeldein.de [abgerufen am 12. August 2022]).
- ↑ Interview Mario Häberer, Geschäftsführer der Wankel AG, Wie steht es um Wankel-MZ?
- ↑ a b Wankelmotoren aus Sachsen
- ↑ Klaus Lehmann über die Entwicklung von Kreiskolbenmotoren bei MZ (ab 0:30:27) auf YouTube, 17. Februar 2019, abgerufen am 12. August 2022 (Video des Fim- und Videoclub Zschopau e. V.).
- ↑ Patent DE1225061B: Rotationskolben-Brennkraftmaschine mit Wechselgetriebe, insbesondere für Zweiradkraftfahrzeuge. Angemeldet am 22. Mai 1965, veröffentlicht am 15. September 1966, Anmelder: VEB Motorradwerk Zschopau, Erfinder: Anton Lupei.
- ↑ Patent DE1451862A1: Luftgekühltes Gehäuse für Rotationskolben-Brennkraftmaschinen. Angemeldet am 22. Mai 1965, veröffentlicht am 10. Juli 1969, Anmelder: VEB Motorradwerk Zschopau, Erfinder: Anton Lupei, Erich Makus.
- ↑ Patent DE1551154A1: Rotationskolben-Brennkraftmaschine mit Seiteneinlass. Angemeldet am 13. Januar 1967, veröffentlicht am 12. März 1970, Anmelder: VEB Motorradwerk Zschopau, Erfinder: Anton Lupei, Roland Schuster.
- ↑ Patent DE1576429A1: Verfahren zur Schmierung des Triebwerkes von Brennkraftmaschinen, insbesondere Rotationskolben-Brennkraftmaschinen. Angemeldet am 15. September 1967, veröffentlicht am 21. Mai 1970, Anmelder: VEB Motorradwerk Zschopau, Erfinder: Anton Lupei, Roland Schuster, Kurt Weigelt.
- ↑ Die einzige fahrbereite MZ mit Kreiskolbenmotor