MK 90

MK 90
Aufnahme von 1955
Nummerierung: Moerser Kreisbahn 90
Anzahl: 1
Hersteller: Krupp
Fabriknummer 1947
Baujahr(e): 1939
Ausmusterung: 1966
Bauart: E h2t
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Fester Radstand: 4050 mm
Gesamtradstand: 5400 mm
Leermasse: 71,42 t
Dienstmasse: 90,8 t
Reibungsmasse: 90,8 t
Radsatzfahrmasse: 18,2 t
Treibraddurchmesser: 1200 mm
Steuerungsart: Heusinger
Zylinderanzahl: 2
Zylinderdurchmesser: 660 mm
Kolbenhub: 600 mm
Kesselüberdruck: 14 bar
Rostfläche: 3 m²
Verdampfungsheizfläche: 213 m²
Bremse: Druckluftbremse Bauart Knorr, Handbremse

Die normalspurige Tenderlokomotive 90 war eine 1939 für die Moerser Kreisbahn (MK) von Krupp in Essen hergestellte Industrielokomotive der Bauart E h2t. Die Lokomotive mit der Fabriknummer 1947 wurde im schweren Kohleverkehr eingesetzt.

Die Lok war bis 1966 in Betrieb und wurde anschließend verschrottet.

Geschichte

Nachdem bei der Moerser Kreisbahn durch die Zeche Niederberg der Verkehr Ende der 1930er Jahre stark angestiegen war, bestellte die Kreisbahn bei Krupp eine schwere E-gekuppelte Tenderlokomotive, die zur damaligen Zeit nach den August-Thyssen-Hütte 1 und 2 eine der schwersten Lokomotiven in Deutschland war.

Sie sollte im schweren Kohleverkehr von der Zeche Niederberg zum Hafen Orsoy und für den Personenverkehr auf der Kreisbahn eingesetzt werden. Die Lokomotive wurde vor schweren Kohlezügen, mit Spitzenbelastungen in den ersten Kriegsjahren und wieder von 1949 bis 1952, eingesetzt. Der für die Lokomotive gewählte große Achsstand konnte allerdings die Gleise, besonders bei engen Kurven, beschädigen.

Neben Kohletransporten wurden in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg auch Gebrauchsgüter und Erze für die Werke im Saarland geliefert.[1.1] Gewartet wurde die Lokomotive in der Werkstatt in Moers.[1.2] Betrieben wurde sie bis 1964, dann wurde sie durch Diesellokomotiven wie die Baureihe MaK 1000 D abgelöst.

Konstruktion

Die Lokomotive gehörte mit den Lokomotiven Villebahn 20 und 21, GME 15, August-Thyssen-Hütte 1 und 2 und DB-Baureihe 82 (z. T. nach ihr gebaut) zu den schwersten in Deutschland hergestellten E-Tenderlokomotiven. Sie wirkte sehr wuchtig und bullig. Die Dome (Dampfdom-Sandkasten-Speisedom) lagen in einer Linie und der Kohlekasten war abgeschrägt.

Erste Einsparungen wegen der Kriegszeit waren die Führerhaustür nur mit einfacher Klappe und die Führerhausbelüftung mit einfachen Platten.

Eine Endachse und eine weitere Mittelachse wurden seitenverschiebbar ausgeführt, das verhalf den Lokomotiven in der Geraden zu einem sehr ruhigen Lauf, verbunden mit einer höheren Gleisabnutzung, besonders in engen Kurven.

Die Heißdampflokomotive war für den Einsatz im Streckendienst mit einem Speisedom ausgerüstet, erhielt jedoch auf Kundenwunsch keinen Vorwärmer.[1.3] Der Kessel bekam zahlreiche Auswaschluken am Hinterkessel und eine am Dampfdom. Das Triebwerk ist mit besonders großen Zylindern versehen, die leicht geneigt angeordnet waren.

Bei der Lokomotive konnten die zweite bis vierte Achse beidseitig besandet werden. Sie wurde mit einer elektrischen Beleuchtung und einer Druckluftbremse ausgerüstet. Es wurden alle Räder einseitig von vorn abgebremst. Als Hilfseinrichtung waren das Dampfläutewerk und die Dampfpfeife vorhanden.

Siehe auch

Literatur

  • Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 4, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2022, ISBN 978-3-933178-46-6, Seiten 175–180
  • Gerd Wolff und Lothar Riedel: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 5 Nordrhein-Westfalen (Nordwestlicher Teil). Freiburg 1998, ISBN 3-88255-662-5, S. 248–270

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Fiegenbaum, Ingo Hütter, Schwere Brocken, regelspurige E-Tenderlokomotiven, Band 1, Wolfgang Herdam Fotoverlag, Quedlinburg-Gernrode 2012, ISBN 978-3-933178-46-6
    1. S. 177
    2. S. 180
    3. S. 175