München Mord: Eine echte Täuschung

Folge 21 der Reihe München Mord
Titel Eine echte Täuschung
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Länge 90 Minuten
Produktions­unternehmen TV60Filmproduktion
Regie Anno Saul
Drehbuch Peter Kocyla
Produktion Sven Burgemeister
Musik Stephan Massimo
Kamera Nathalie Wiedemann
Schnitt Manuel Reidinger
Premiere 20. Dez. 2025 auf ZDF
Besetzung
Episodenliste

Eine echte Täuschung ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2025 von Regisseur Anno Saul nach einem Drehbuch von Peter Kocyla. Es handelt sich um die 21. Folge der Kriminalfilmreihe München Mord mit Bernadette Heerwagen, Alexander Held und Marcus Mittermeier in den Hauptrollen.[1][2]

Handlung

Die Taxifahrerin Emily Hübner wird erschlagen in ihrem Fahrzeug aufgefunden. Flierl, Neuhauser und Schaller nehmen die Ermittlungen auf. Emilys Gesicht ist entstellt, sodass sie ihr Vater Josef Hübner nur noch anhand einer Tätowierung identifizieren kann. Auf sie wurde 16 Mal mit einem Hammer eingeschlagen. Ihre Mutter starb an Krebs, als Emily noch ein Kind war. Für Kriminaloberrat Zangel, der den Fall möglichst schnell zu den Akten legen möchte, ist der Fall klar. Seiner Meinung nach handelt es sich um einen Raubmord und der letzte Fahrgast, der vorbestrafte Anton Krall, ist der Täter.

Allerdings behauptet Krall, mit dem Tod von Emily nichts zu tun zu haben. Krall hat Spielschulden und war nach der Fahrt bei einer Prostituierten, die ihm ein Alibi verschafft. Die Wohnung des Opfers wirkt unbewohnt. Emilys Kollege, Daniel Safaric, kannte sie besser, als er zunächst zugibt. Er hatte seit zwei Wochen häufig und länger mit ihr auf deren Privathandy telefoniert. Laut dem dementen Josef Hübner war seine Tochter schwanger, Dr. Laicher kann das allerdings nicht bestätigen.

Auf dem Computer der Toten findet sich eine Verbindung zu einem Darknet-Portal für Selbstmörder und eine Verabredung mit Noah Pajtel. Möglicherweise hatte der Emilys letzten Wunsch erfüllt. Pajtel hat für die Tatzeit kein Alibi, behauptet aber, Emily nie persönlich getroffen zu haben. Ein weiterer Fahrgast war die Pilotin Paola Veithaus, die Emily seit drei Jahren kannte. Paolas Eltern sind vor sechs Wochen bei einem Autounfall in Griechenland ums Leben gekommen.

Die Aufzeichnungen der Taxizentrale zeigen, dass sich Daniel Safaric und Emily Hübner in der Mordnacht getroffen haben. Safaric gesteht, eine Affäre mit Emily gehabt zu haben. Die Schwangerschaft habe sie nur behauptet, um ihn festzuhalten, weil er die Beziehung beenden wollte. Die Ermittler finden heraus, dass Pajtel sich doch mit dem Mordopfer getroffen hatte. Er hatte sich mit ihr gestritten, weil sie nicht mehr Suizid begehen wollte, er fühlte sich darauf von ihr im Stich gelassen. Noah wird nach einem Versuch, sich mit Medikamenten das Leben zu nehmen, in ein Krankenhaus eingeliefert.

Zangel findet schließlich mit einem Suchtrupp die Tatwaffe, einen Hammer, auf dem Dach der Wohnung von Daniel Safaric, der vorübergehend festgenommen wird. Darauf finden sich aber keine Fingerabdrücke. Am Bein des Opfers findet sich eine Einstichstelle, möglicherweise wurde ihr ante mortem ein post mortem nicht nachweisbares Insulin injiziert und sie so betäubt, was die fehlenden Abwehrspuren erklärt. Außerdem lässt sich das Tattoo mit Alkohol abwischen, während Emily bereits als Jugendliche mit einem Tattoo auf Fotos zu sehen ist.

Deniz Önal ist ein Freund von Paola, der sie zuletzt vor einem Monat gesehen hatte und sich während ihrer Abwesenheit um ihre Wohnung kümmert. Emily hatte Paola um ihr Leben beneidet und wollte ihre Identität annehmen. Emily Hübner wird schließlich als Tatverdächtige im Mordfall Paola Veithaus festgenommen.

Produktion und Veröffentlichung

Die Dreharbeiten fanden gemeinsam mit der 22. Folge Im Zweifel für den Zweifel vom 10. Oktober bis zum 10. Dezember 2024 in München und Umgebung statt.[3][4] Produziert wurde der Film von der TV60Filmproduktion (Produzent Sven Burgemeister) im Auftrag des ZDF.[5]

Die Kamera führte Nathalie Wiedemann, die Musik schrieb Stephan Massimo und die Montage verantwortete Manuel Reidinger. Das Kostümbild gestaltete Theresia Wogh, das Szenenbild Michael Björn Köning, den Ton Rainer Plabst und das Maskenbild Martine Flener, Cornelia Ritz und Judith Müller.[3]

In der ZDFmediathek wurde der Film am 13. Dezember 2025 veröffentlicht, die Erstausstrahlung im ZDF war am 20. Dezember 2025.[1][2]

Rezeption

Einschaltquote

Die Erstausstrahlung am 20. Dezember 2025 im ZDF erreichte 5,84 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 25,3 Prozent.[6]

Kritiken

Rainer Tittelbach vergab auf tittelbach.tv 4,5 von 6 Sternen. Die Folge sei ernsthafter als üblich, verliere aber den leicht ironischen Unterton nicht. Der Film sei ein Anti-Whodunit, in dem Flierls sympathische, lebensbejahende Küchenphilosophie als Gegenpol zum Fall diene.[7]

Maximilian Haase (stern.de/Teleschau) bezeichnete den Film als vielschichtige und mal wieder überaus absurde Folge. Das im vielsagenden Titel enthaltene Versprechen löse der Krimi jedenfalls ein. Philosophische Exkurse zur Identität des Selbst böten mal wieder amüsante Ausführungen zur absurden Conditio humana. Getragen werde das Ganze von einem wunderbaren Ermittlertrio und dessen famos ins Drehbuch geschriebenen Gegensätzen.[8]

Sylvia Staude befand in der Frankfurter Rundschau, dass die Dialoge im Drehbuch von Peter Kocyla wie angegossen sitzen würden.[9]

Oliver Armknecht bewertete die Folge auf film-rezensionen.de mit fünf von zehn Punkten. Zunächst gebe es eine Mischung aus missglücktem Humor und schwachem Krimi, bevor es auf einmal sehr dramatisch werde. Die Auflösung mache den Film interessant, insgesamt funktioniert da aber zu viel nicht.[10]

Einzelnachweise

  1. a b München Mord: Eine echte Täuschung (E21). In: Wunschliste.de. Abgerufen am 12. November 2025.
  2. a b München Mord: Eine echte Täuschung (E21). In: Fernsehserien.de. Abgerufen am 12. November 2025.
  3. a b München Mord: Eine echte Täuschung bei crew united, abgerufen am 12. November 2025.
  4. Kim von Harling: „München Mord“ geht weiter: ZDF dreht zwei neue Folgen. In: ruhr24.de. 30. November 2024, abgerufen am 12. November 2025.
  5. München Mord – Eine echte Täuschung. In: tv60film.de. Abgerufen am 12. November 2025.
  6. Primetime-Check: Samstag, 20. Dezember 2025. 21. Dezember 2025, abgerufen am 21. Dezember 2025.
  7. Rainer Tittelbach: München Mord – Eine echte Täuschung. In: tittelbach.tv. Abgerufen am 1. Dezember 2025.
  8. Maximilian Haase: Tod im Taxi: Der Mörder war immer der letzte Fahrgast – oder? In: stern.de/Teleschau. 18. Dezember 2025, abgerufen am 19. Dezember 2025.
  9. Sylvia Staude: „Eine echte Täuschung“ in der ZDF-Reihe „München Mord“ – Und darauf eine Gelbwurst. In: fr.de. 18. Dezember 2025, abgerufen am 19. Dezember 2025.
  10. Oliver Armknecht: München Mord: Eine echte Täuschung. In: film-rezensionen.de. 20. Dezember 2025, abgerufen am 20. Dezember 2025.