Mönchswalder Berg
| Mönchswalder Berg Mnišonc | ||
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| Bergbaude auf dem Mönchswalder Berg | ||
| Höhe | 447,7 m ü. NHN [1] | |
| Lage | Freistaat Sachsen, Deutschland | |
| Gebirge | Lausitzer Bergland | |
| Dominanz | 1,6 km → Teufelskanzel | |
| Schartenhöhe | 65 m ↓ Pass K 7251 | |
| Koordinaten | 51° 6′ 48″ N, 14° 24′ 44″ O | |
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| Gestein | Granodiorit | |
| Erschließung | Aussichtsturm mit Bergbaude, Sendemast | |
| Normalweg | Wanderweg der Deutschen Einheit | |
| Ansicht aus Nordwesten vom Adlerberg | ||
Der Mönchswalder Berg, obersorbisch , auch Mnišonska hora[2], ist ein 447,7 m ü. NHN[1] hoher Berg in der sächsischen Oberlausitz. Er befindet sich ungefähr drei Kilometer nördlich der Stadt Wilthen im Landkreis Bautzen und gehört zum Lausitzer Bergland. Auf dem Berg befinden sich eine Bergbaude mit Aussichtsturm und ein Sendemast der Deutschen Telekom.
Lage und Umgebung
Der Berg wird eingerahmt durch eine Kette von Ortschaften des dichtbesiedelten Spreetals. Südlich des Berges fließt das Butterwasser. Im Süden befinden sich neben der Stadt Wilthen die Ortschaften Kirschau und Kleinpostwitz, nach Osten hin Rodewitz und im Norden Obergurig und Großpostwitz. Einzig nach Nordwesten setzt sich der Bergkamm ohne größere Ansiedlungen bis zum Berg Tschelentsy (365,7 m ü. NHN) fort. Über die Einsattelung auf 383 m zwischen Mönchswalder Berg und Adlerberg (433,2 m ü. NHN) führt die alte Handelsstraße Böhmischer Steig, heute als Kreisstraße 7251 ausgebaut.
Geschichte
Jahrhundertelang hieß der Berg Wetzkischer Wald und auch Wilthener Berg. Erst am 24. August 1884 wurde er offiziell Mönchswalder Berg genannt.[3] Die Wälder am Nordhang des Berges gehörten seit dem 15. Jahrhundert der Bautzner Familie Gemeiner und dem Franziskanerkloster Bautzen. 1440 erwarben mehrere Bautzener Bürger – vermutlich eine geistliche Bruderschaft – einen Teil des Waldes beim Böhmischen Steig und übereigneten ihn dem Franziskanerkloster.[4.1] Ein weiteres Waldstück, das Barbara Mayaweine von Rosental von Jakob Gemeiner gekauft hatte, schenkte sie 1449 dem Kloster.[5.1] Ein drittes Teilstück kam 1460 als Schenkung von Nikel Kobirshavn in Bautzen dazu.[5.2] 1462 bestätigten Bürgermeister und Rat von Bautzen vor dem böhmischen König Georg von Podiebrad die drei Schenkungsurkunden.[5.3] Mit der Auflösung des Klosters ging sein Besitz 1562 auf das Domstift Bautzen über, auch der Mönchswald. Schon 1562 ließ Dekan Johann Leisentrit im Mönchswald Häuser bauen, aus denen sich das Dorf Mönchswalde entwickelte.[4.2]
Als sich 1884 der Bautzener Gebirgsverein im Spreetal gründete, wuchs das Interesse, eine Bergbaude mit Aussichtsturm zu errichten. Am 1. Mai 1884 wurde der Bau im damals beliebten Schweizerstil[6] schließlich beschlossen, dessen Finanzierung mit Anteilsscheinen und Spenden zustande kam. Nach der Überwindung allerlei finanzieller Klippen feierte man am 23. September 1885 die Einweihung.[7] Seither ist der Berg Anziehungspunkt für Wanderer und Ausflügler.
Neben der Aufrüstung des Berges mit Wasserleitung (1896), Gesellschaftsplatz und Musikpavillon kam in den sechziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts der Pumphut-Pavillon dazu, dessen Dach dem Hut des sagenhaften Oberlausitzer Hexenmeisters Martin Pumphut nachgebildet ist.
Aussicht
Die beste Aussicht vom Berg bietet sich vom Turm der Bergbaude. Von dessen Aussichtsplattform hat man einen umfassenden Ausblick auf eine Reihe von Bergen der Umgebung, wie die Lausche, den Jedlová (Tannenberg), die Weifaer Höhe, den Großen Picho und den Valtenberg. Bei guten Sichtbedingungen erblickt man im Norden die Kühltürme der Kraftwerke Boxberg und Schwarze Pumpe, im Südosten das Iser- und Riesengebirge mit dem Hohen Rad und dem Gipfel der Schneekoppe, den Jeschken sowie im Südwesten einige Gipfel der Sächsischen Schweiz.
Frenzelborn
An einem der Zuwege zum Mönchswalder Berg befindet sich der 1924 gefasste Frenzelborn, der nach dem Vorsitzenden des Gebirgsvereins Bautzen, dem Oberlehrer Julius Frenzel, benannt wurde.[8]
Literatur
- Ernst Siegl: Unsere Oberlausitzer Berge. Ein Wanderführer. Domowina-Verlag, Bautzen 1991, ISBN 3-7420-0746-7.
- Andreas Gerth: Geologische Exkursionen in der Oberlausitz und im Elbsandsteingebirge. Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2006, ISBN 3-933827-59-0.
- Theodor Schütze: Um Bautzen und Schirgiswalde (= Werte der deutschen Heimat. Band 12). 1. Auflage. Akademie-Verlag, Berlin 1967.
- Liedtexte: Zur Feier des 25jährigen Bestehens des Turmes und der Wirtschafts-Gebäude auf dem Mönchswalder Berge, ca. 1910, und Baudenfestlied, 1. Februar 1930. Stadtarchiv Bautzen, Bestand 66006 – 1 (Gebirgsverein), in: Vom Mönchswalder Berg, 27. Februar 2025, https://nearby.hypotheses.org/1505.
Weblinks
Mönchswalder Berg im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
Einzelnachweise
- ↑ a b Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
- ↑ Theodor Schütze: Um Bautzen und Schirgiswalde. In: Theodor Schütze (Hrsg.): Werte der deutschen Heimat. 1. Auflage. Band 12. Akademie-Verlag, Berlin 1967, S. 149.
- ↑ Andreas Gerth: Der Böhmische Steig. Oberlausitzer Verlag, Spitzkunnersdorf 2008, ISBN 978-3-933827-87-6, S. 33
- ↑ Karl Alexander Edelmann: Das Franziskanerkloster in Bautzen. In: Neues Lausitzisches Magazin 49, 1872, S. 1–54 Münchner Digitalisierungszentrum.
- ↑ Chrysogonus Reisch: Urkundenbuch der Kustodien Goldberg und Breslau, Teil I: 1240–1517. Düsseldorf 1917, Digitalisat bei Opolska Biblioteka Cyfrowa (PDF)
- ↑ Kerstin Micklitza: Lausitz – Unterwegs zwischen Spreewald und Zittauer Gebirge. 4. Auflage. Trescher Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-89794-238-7, S. 197.
- ↑ Bautzener Nachrichten vom 22. September 1885 (Nr. 220)
- ↑ Mönchswalde - Ortsteil Gemeinde Obergurig - Mönchswalder Berg, Wanderwege & Spreeradweg. In: obergurig.de. Gemeindeverwaltung Obergurig, 2025, abgerufen am 14. März 2025.