Méduse-Klasse
| Darstellung einer ähnlichen Fregatte der Hébé-Klasse
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Die Méduse-Klasse war eine Klasse von sechs 36/44-Kanonen-Fregatten der französischen Marine, die von 1783 bis 1831 in Dienst stand.
Geschichte
Anfang der 1780er Jahre, zur Zeit des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, wurden durch die französische Marine eine Reihe von Schweren Fregatten mit einer Bestückung der Hauptbatterie von sechsundzwanzig 18-Pfünder-Kanonen (Frégates de 18) in Auftrag gegeben. Dies waren die Vénus, Hébé, Nymphe, Minerve, Junon und die durch den im Arsenal von Lorient ansässigen Schiffbauer Charles Segondat-Duvernet entworfene Danaë. Noch vor dem Stapellauf der Danaë im Mai 1782 wurde bei ihrem Konstrukteur eine weitere Fregatte geordert, welche durch diesen nach einem verlängerten Entwurf der Danaë auf Kiel gelegt und bis März 1783 fertiggestellt wurde. Nach Ende des Krieges wurden weitere Fregatten dieser Entwürfe geordert, darunter auch die spätere Didon, welche durch Segodant-Duvernet nach seinem verlängerten Entwurf zwischen Januar 1785 und März 1787 gefertigt wurde.[1]
Am 22. März 1803 wurden im Rahmen eines Bauprogramms über 18 Fregatten zwei weitere Schiffe des Entwurfs von Segondat-Duvernet bestellt. Diesem folgten zu einem späteren Zeitpunkt weitere zwei Einheiten. Alle vier Schiffe wurden durch den Schiffbauer Louis Betrocq auf einer Werft in Dünkirchen zwischen 1803 und 1813 gebaut, wobei die Bewaffnung auf die zum damaligen Zeitpunkt übliche Bestückung angepasst wurde.[2]
Einheiten
| Name | Bauwerft | Bestellung | Kiellegung | Stapellauf | Indienststellung | Fertigstellung | Verbleib |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Méduse-Gruppe | |||||||
| Méduse | Arsenal de Lorient | 15. Februar 1782 | Juni 1782 | 18. November 1782 | März 1783 | Am 3. Dezember 1796 durch Feuer verloren gegangen | |
| Didon Royaliste (ab Oktober 1792) |
1784 | Januar 1785 | 20. August 1785 | März 1787 | 1792 durch die eigene royalistische Besatzung an Spanien übergeben, Verbleib unbekannt | ||
| Milanaise-Gruppe | |||||||
| Milanaise Sirène (ab August 1814) Milanaise (ab Mai 1815) |
Werft in Dünkirchen | 22. März 1803 | 31. Mai 1803 | 23. September 1803 | 23. September 1805 | März 1806 | Ab 1818 Hulk in Brest und 1837 abgebrochen |
| Vistule Danaë (ab August 1814) Vistule (ab März 1815) Danaë (ab Juli 1815) |
22. März 1803 | 4. Februar 1803 | 22. August 1808 | 27. Februar 1812 | Februar 1812 | 1818 abgebrochen | |
| Oder Thémis (ab August 1814) Oder (ab März 1815) Thémis (ab Juli 1815) |
14. Oktober 1805 | 14. Juli 1813 | 9. November 1813 | November 1813 | Ab 1831 Gefangenenhulk in Toulon, Verbleib nach 1832 unbekannt | ||
| Perle | Mai 1808 | 13. August 1813 | 9. November 1813 | November 1813 | 1823 abgebrochen | ||
Technische Beschreibung
Die Klasse war als Batterieschiff mit einem durchgehenden Geschützdeck konzipiert und hatte eine Länge von 46,61 Metern (Geschützdeck) bzw. 43,8 Metern (Kiel), eine Breite von 12,02 Metern und einen Tiefgang von 6,17 Metern bei einer Verdrängung von 1370 Tonnen.[3] Sie war ein Rahsegler mit drei Masten (Fockmast, Großmast und Kreuzmast), lediglich am Kreuzmast befand sich auf der untersten Position (Unterbesansegel) ein Gaffelsegel. Der Rumpf schloss im Heckbereich mit einem Heckspiegel, in den eine Galerie integriert war, die in die seitlich angebrachte Seitengalerie mündete. Diese waren aus Repräsentationsgründen durch zeitspezifische Schnitzereien und Bildhauerarbeiten geschmückt. Die Beplankung war kraweel ausgeführt, das heißt, die Enden der Planken stießen stumpf aufeinander, so dass eine glatte Außenfläche entstand.
Die Bewaffnung der Klasse bestand bei Indienststellung aus 36 Geschützen, die sich aber im Laufe ihrer Dienstzeit veränderte.[3]
| Batteriedeck | Backdeck | Achterdeck | Kanonen (Geschossgewicht)[A 1] | |
|---|---|---|---|---|
| Design Méduse-Gruppe |
26 × 18-Pfünder | 10 × 8-Pfünder | 36 Kanonen (134,12 kg) | |
| Design Milanaise-Gruppe |
28 × 18-Pfünder-Kanonen | 8 × 8-Pfünder-Kanonen 8 × 24-Pfünder-Karronaden |
44 Geschütze (186,01 kg) | |
Besatzung
Die Besatzung hatte eine Stärke von 324 bis 340 Mann (Offiziere und Unteroffiziere bzw. Mannschaften).[3]
Bemerkungen
- ↑ Bei der Berechnung des Gewichtes einer Breitseite kann es zu unterschieden kommen. Da in der damaligen Zeit ein Pfund, je nach Land, unterschiedliche Gewichtswerte hatte. Das französische Livre hatte z. B. ein Gewicht von 489,506 Gramm während das englische Pound ein Gewicht von 453,592 Gramm hatte.
Literatur
- Rif Winfield, Stephen S Roberts: French Warships in the Age of Sail 1626–1786: Design, Construction, Careers and Fates. Seaforth Publishing, Barnsley 2017, ISBN 978-1-4738-9351-1 (englisch).
- Rif Winfield, Stephen S Roberts: French Warships in the Age of Sail 1786–1861: Design, Construction, Careers and Fates. Seaforth Publishing, Barnsley 2015, ISBN 978-1-59114-629-2 (englisch).