Máxima-Kanal

Máxima-Kanal
Lage Niederlande Niederlande Noord-Brabant
Länge 8,2 km
Erbaut 2007–2014
Klasse IV
Beginn Den Dungen an der Zuid-Willemsvaart
Ende Gewande an der Maas
Abstiegsbauwerke 2
Genutzter Fluss Maas
Zuständige WSD Rijkswaterstaat
Der Máxima-Kanal (2020)

Der Máxima-Kanal ist ein 8,2 km langer Schifffahrtskanal in der niederländischen Provinz Noord-Brabant. Er verbindet bei ’s-Hertogenbosch auf kurzem Weg die Zuid-Willemsvaart mit der Maas und verkürzt damit die Fahrt über die enge und kurvenreiche Altstrecke südlich der Stadt. Namensgeberin ist Königin Máxima der Niederlande.

Der von 2007 bis 2014 gebaute Kanal ist für Schiffe der CEMT-Klasse IV zugelassen und verläuft von Den Dungen östlich der Stadt in gerader Richtung nach Norden bis zur Maas. Den 46,5 m breiten und 4,2 m tiefen Kanal überspannen acht Brücken, die bei einer Durchfahrtshöhe von ca. sieben Metern Binnenschiffen mit bis zu drei Lagen Container die Durchfahrt erlauben. Bau, Verwaltung und technische Betreuung erfolgt durch Rijkswaterstaat, der ausführende Behörde des niederländischen Ministeriums für Infrastruktur und Umwelt zum Bau und Unterhalt von Straßen und Wasserwegen.[1]

Schleusen

Der Kanal besitzt zwei Schleusen als Abstiegsbauwerk zur Maas. Ihre Bedienung erfolgt per Fernsteuerung von der Zentrale in Tilburg. Die Schleusenkammern sind jeweils 115 m lang und 12,5 m breit. Mit ihrer Drempeltiefe von drei Metern wären sie für Binnenschiffe bis zur Klasse Va geeignet.

Die nördliche Schleuse Empel ist wegen der Nähe zur Maas Bestandteil des primären Hochwasserschutzsystems und muss deshalb besondere Anforderungen einhalten. Die als Stemmtore ausgeführten Verschlussorgane treffen in der Mitte auf gerader Linie zusammen und können verriegelt werden, wodurch beidseitig eine Sperrfunktion gegen zu hohen Wasserstand möglich wird. Dies vermeidet die Anordnung von einem zweiten Stemmtorpaar und wirkt als Hochwassersperrwerk. Neben der Schleusenkammer ist ein Pumpwerk errichtet worden, damit jederzeit der Wasserstand im Kanal kontrolliert gehalten werden kann.[2]

Die südliche Schleuse Hintham ist mit 'normalen' Stemmtoren ausgerüstet. Als Besonderheit sind die Tore zum Passieren von Radfahrern und Fußgängern begehbar. Dazu wird bei Schiffsdurchfahrt der Weg über Ampeln und Schlagbäume gesichert.[3]

Seit April 2025 erfolgt eine Pilotprojekt mit Schiffen bis 110 Meter Länge (Klasse Va) auf der Strecke zwischen Maas und dem Hafen von Veghel, das rund zehn Kilometer südlich von ’s-Hertogenbosch liegt. Mit der höheren Frachtauslastung und Verlagerung des Güterverkehrs soll der Straßentransport reduzieren werden und zur effizienteren Nutzung der Infrastruktur beitragen. Nach Auswertung des Versuchs soll festgelegt werden, ob die Befahrung mit diesen Schiffen auf Dauer erlaubt werden kann.

Geschichte

Der Kanal der Zuid-Willemsvaart war im 19. Jahrhundert gegraben worden, um eine Verbindung von Maastricht nach s' Hertogenbosch zu schaffen, die rund 50 km kürzer ist als die Strecke über die Maas. In ’s-Hertogenbosch verläuft er mitten durch die Stadt und ist nur für Schiffe der CEMT-Klasse II zugelassen. Der Teil wird seit Eröffnung des Maxima-Kanals nicht mehr von der Handelsschifffahrt befahren. Sportboote haben aber weiterhin Zugang zum Kanal und können darüber zum Zentrum der Stadt gelangen.[4]

Commons: Máxima-Kanal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Máximakanaal. In: rijkswaterstaat.nl. Abgerufen am 12. Januar 2025 (niederländisch).
  2. Sluis Empel. In: binnenvaartinbeeld.com. Abgerufen am 12. Januar 2026 (niederländisch).
  3. Sluis Hintham. In: binnenvaartinbeeld.com. Abgerufen am 12. Januar 2026 (niederländisch).
  4. Pilot met grotere schepen op deel Máximakanaal. In: rijkswaterstaat.nl. 24. April 2025, abgerufen am 12. Januar 2026 (niederländisch).

Koordinaten: 51° 42′ 46″ N, 5° 20′ 52″ O