Lycogala laeve
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Lycogala laeve | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lycogala laeve | ||||||||||||
| Leontyev, Schnittler & Johannesen 2025 |
Lycogala laeve ist ein Schleimpilz (Myxogastria) aus der Ordnung Liceida. Er besitzt mittelgroße Fruchtkörper (Sporokarpien) und blasse Vesikel mit dichtem, granularem Inhalt, die zu Gruppen zusammengeschlossen sind sowie glattes Capillitium ohne Warzen. Aufgrund der Oberfläche des Capillitiums und wegen der glatten Außenhülle (Peridie) hat die Art ihren wissenschaftlichen Namen erhalten (lat. laevis, glatt).
Merkmale
Die kugeligen bis schwach länglichen Sporokarpien sind 3 bis 5,5 mm groß. Sie stehen eng in kleinen Gruppen, sind aber recht regelmäßig geformt. Die membranartige Peridie ist hell graubraun und mit silbrigen Flecken aus getrocknetem Schleim bedeckt.
Die Vesikel der Peridie sind 30 bis 70 µm breit und stumpfbraun. Sie bilden ein undeutliches marmorartiges oder netzförmiges Muster. Im Durchlicht erscheinen sie hellbraun und sind zu losen Gruppen aus 2 bis 3 Vesikeln über den Durchmesser der Ansammlung aggregiert. Durch gegenseitigen Druck sind sie abgerundet eckig. Die Vesikelwände sind hellbraun und mäßig dick (2–8 µm), wobei eine granulare Schicht die gesamte Gruppe umgibt. Kristalle sind nicht vorhanden. Öl kommt in Form von granularen Ablagerungen vor; es ist braun bis rötlichbraun. Die Innenseite der Peridie ist dicht mit Warzen bedeckt.
Das röhrenförmige Capillitium ist 6 bis 20 µm dick und besitzt eine wellige Kontur. Die Oberfläche ist glatt und weist nur gelegentlich Warzen oder Ringe auf. Das Sporenpulver ist warm grau. Die rundlichen Sporen sind 6,5–8,5 µm groß und hyalin. Das Netzornament auf der Oberfläche weist 6 bis 8 Maschen über den Sporendurchmesser auf.
Artabgrenzung
Der Blutmilchpilz (Lycogala epidendrum) ist sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch ein Capillitium mit großen Warzen und einzeln sitzende Vesikel auf der Peridie. Darüber hinaus werden die Fruktifikationen bei dieser Art in großen Gruppen gebildet.
Lycogala confusum besitzt durch die marmorartige Peridie ebenfalls Ähnlichkeit, hat jedoch keinen getrockneten Schleim und damit keinen silbrigen Ton auf der Peridie.
Ökologie und Verbreitung
Lycogala laeve erscheint auf Totholz verschiedener Pflanzen. Die Art wurde bisher in Europa in Deutschland und Norwegen nachgewiesen. Dabei scheint sie kältere Regionen zu bevorzugen.
Literatur
- D. Leontyev, Y. Ishchenko, M. Leontieva, I. Yatsiuk, O. Shchepin, W.-L. Song, S. L. Chen, E. Moroz, M. Schnittler: Expanding Lycogala: twenty-four new species, their morphology and phylogenetic relationships. In: Fungal Systematics and Evolution. Nr. 16, 2025, S. 93–146. doi:10.3114/fuse.2025.16.7.