Lycogala flavofuscum
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Lycogala flavofuscum | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Lycogala flavofuscum | ||||||||||||
| (Ehrenb.) Rostaf. 1874 |
Lycogala flavofuscum, gelegentlich auch als Großer Laubholz-Milchstäubling bezeichnet, ist ein Schleimpilz (Myxogastria) aus der Ordnung Liceida. Die recht seltene Art ist gekennzeichnet durch große, silbrig graue Fruchtkörper (Sporokarpien) und graubraunes Sporenpulver.
Merkmale
Die blass gelblich, orange oder bräunlich grauen, silbrig glänzenden Sporokarpien sind mit 2 bis 5 cm außerordentlich groß für die Gattung Lycogala. Sie stehen einzeln oder seltener in kleinen Gruppen und besitzen eine fast kugelige bis halbkugelige, an senkrechtem Substrat oft sackartige Form und sind dann bis zu 10 cm lang.
Die dicke Peridie ist glatt oder netzartig gemustert. Sie ist mehrschichtig aufgebaut, wobei die mittlere Schicht Vesikel enthält. Sie reißt unregelmäßig an der Oberseite auf. Der cremefarbene Hypothallus ist auf den Bereich des Sporokarps begrenzt, der das Substrat kontaktiert. Mitunter ist er kaum wahrnehmbar.
Das röhrenförmige Capillitium ist bis zu 30 µm breit. Es ist an der gesamten Peridie angewachsen und verzweigt. Die Oberfläche ist runzelig und mit bis zu 15 µm langen Warzen bzw. Haaren versehen. Das Sporenpulver ist graubraun. Die rundlichen Sporen sind 5,5–7 µm groß, hyalin und besitzen ein netziges Ornament.
Das Plasmodium ist blassrosa, später braungelb gefärbt und blasst schließlich aus.
Artabgrenzung
Lycogala flavofuscum ist innerhalb der Gattung durch die großen, grauweißen Sporokarpien mit dicker Peridie an meist lebenden Bäumen gekennzeichnet. Der Stäublings-Schleimpilz (Enteridium lycoperdon) besitzt durch seine Größe, Farbe und das Auftreten an senkrecht stehenden Substraten eine starke Ähnlichkeit. Dieser unterscheidet sich durch rotbraun gefärbtes Sporenpulver.
Ökologie und Verbreitung
Lycogala flavofuscum erscheint meist von Mai bis Oktober auf verschiedenen Laub- und Nadelhölzern. Häufig werden dabei Wundstellen von lebenden Stämmen von Weichhölzern besiedelt. Vergesellschaftungen wurden mit Arcyria denudata beobachtet.
Die Art ist kosmopolitisch verbreitet, jedoch nirgendwo häufig. Sie wurde in Europa, Nord- und Südamerika, Ostasien (China, Japan) und Südafrika nachgewiesen.
Literatur
- Hermann Neubert, Wolfgang Nowotny, Karlheinz Baumann: Die Myxomyceten Deutschlands und des angrenzenden Alpenraumes unter besonderer Berücksichtigung Österreichs. Band 1. Karlheinz Baumann Verlag, Gomaringen 1993, ISBN 3-929822-00-8.
- Michel Poulain, Marianne Meyer, Jean Bozonnet: Les Myxomycètes. Band 1. Fédération mycologique et botanique Dauphiné-Savoie, Sevrier 2011, ISBN 2-9518540-2-1.