Luzon-Haarschwanzratte

Luzon-Haarschwanzratte

Luzon-Haarschwanzratte (oben) und Nördliche Luzon-Spitzmausratte (unten).

Systematik
Überfamilie: Mäuseartige (Muroidea)
Familie: Langschwanzmäuse (Muridae)
Unterfamilie: Altweltmäuse (Murinae)
Tribus: Phloeomyini
Gattung: Philippinen-Haarschwanzratten (Batomys)
Art: Luzon-Haarschwanzratte
Wissenschaftlicher Name
Batomys grantii
Thomas, 1895

Die Luzon-Haarschwanzratte (Batomys grantii, Syn. Batomys granti) ist ein auf der philippinischen Insel Luzon endemisches Nagetier in der Gattung der Philippinen-Haarschwanzratten. Das Typusexemplar stammt aus der Umgebung des Berges Data im Norden der Insel.[1]

Taxonomie

Zwischenzeilich wurde vermutet, dass die Population mit der Mount-Isarog-Haarschwanzratte (Batomys uragon) identisch ist. Dann gab es die Annahme, das die Mindanao-Haarschwanzratte (Batomys salomonseni) das Schwestertaxon dieser Art ist. Unterschiedlich molekularbiologische Untersuchungen zeigten, dass die Art näher mit der Panay-Borkenratte (Crateromys heaneyi) als mit der Mindanao-Haarschwanzratte verwandt ist. Demnach müsste eine zukünftige taxonomische Revision die Paraphylie der Gattungen Batomys und Crateromys auflösen.[2]

Merkmale

Dieser mittelgroße Gattungsvertreter (bezogen auf Batomys) erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 185 bis 200 mm, eine Schwanzlänge von 148 bis 180 mm und ein Gewicht von 145 bis 225 g. Es sind 33 bis 39 mm lange Hinterfüße und Ohren von 21 bis 23 mm Länge vorhanden. Die ganze Oberseite ist mit braunen Haaren bedeckt, die am Schwanz kurz sind. Bedeutend seltener als bei der Großzähnigen Haarschwanzratte (Batomys dentatus) sind weiße Haarspitzen vorhanden. Im Gesicht ist ein schmaler nackter Ring um jedes Auge typisch, der von schwarzen Haaren begrenzt wird. Am Rücken hat das Fell rötliche Nuancen, die zu den Flanken hin gelblich werden und gelegentlich treten graue Schattierungen auf. Es gibt eine deutliche Grenze zur graugelben oder leicht ockerfarbenen Unterseite. Die Vibrissen reichen nur zur Mitte der Ohren, wenn sie nach oben gebogen werden. Bei der Luzon-Haarschwanzratte sind die grauen Ohren mit wenigen braunen Haaren bedeckt. Kennzeichnend sind breite Füße mit sechs großen Ballen. Am Schädel ist die Hirnschale leicht länglich. Die weiblichen Tiere besitzen vier paarig angeordnete Zitzen im Leistenbereich. Der diploide Chromosomensatz beseht aus 52 Chromosomen (2n=52).[2]

Verbreitung und Lebensweise

Gesicherte Vorkommen gibt es im nördlichen Gebirgszug der Insel Luzon zwischen 1650 und 2600 Meter Höhe. Funde aus dem Gebirge Sierra Madre und aus südlicheren Bereichen Luzons könnten zu dieser Art zählen. Das Tier lebt in teilweise moosbewachsenen Bergwäldern, in denen geringfügige Forstwirtschaft vorkommen kann.[3]

Die nachtaktiven Exemplare halten sich meist auf dem Boden auf. Gelegentlich klettern sie in Bäumen bis 5 Meter Höhe. Ein Tier wurde in einem Blätternest am Rande einer Grube gefunden. Die Nahrung besteht vermutlich aus Pflanzensamen, Früchten, Blättern und anderen Pflanzenteilen. Zu sozialen Verhalten und zur Fortpflanzung ist nichts bekannt.[2]

Gefährdung

In tieferen Lagen wirkt sich regional die Umwandlung der Wälder in Flächen zum Gemüseanbau negativ aus. Ein Teil des Verbreitungsgebiets liegt im Mount-Pulag-Nationalpark. Alle Reviere zusammen verteilen sich über eine etwa 5800 km² große Fläche. Die IUCN listet die Luzon-Haarschwanzratte als nicht gefährdet (least concern).[3]

Einzelnachweise

  1. Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Batomys granti).
  2. a b c Don E. Wilson, Thomas E. Lacher Jr., Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 7 - Rodents II. Lynx Edicions, 2017, ISBN 978-84-16728-04-6, S. 654 (englisch, Batomys grantii).
  3. a b Batomys granti in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2017. Eingestellt von: Dando, T. & Kennerley, R., 2017. Abgerufen am 16. November 2025.