Luttermühle
Die Luttermühle an der Straße Lutter 2, in der niedersächsischen Gemeinde Südheide, Ortschaft Hermannsburg, im Landkreis Celle, wurde 1747 und im 19. Jahrhundert gebaut. Aktuell (2025) wird das Haus zum Wohnen genutzt und die Mühle zur Stromversorgung.
Die Gebäude und der Bach stehen unter Denkmalschutz (siehe auch Liste der Baudenkmale in Südheide (Gemeinde)).[1]
Geschichte und Beschreibung
Hermannsburg wurde 1059 als Heremannesburc erstmals schriftlich erwähnt. 1330 wurde eine erste kleine Wassermühle als herzogliches Lehen der von Hasselhorst urkundlich erwähnt. Eine Wassermühle am heutigen Standort hatte 1747 das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg im damaligen Staatsforst nach einem heftigen Sturm als Sägemühle errichten lassen, um das angefallene Holz vor Ort zu bearbeiten. Soldaten aus Celle mussten den Damm für den Mühlenkanal herstellen, um das Wasser des Lutterbachs (Weesener Bach) über mehr als einen Kilometer weit zur neuen Mühle zu leiten.
Der benachbarte Lutterhof der Familie Rabe, der heute als Vollhof einen 1000-jährigen Bestand hat, erwarb 1777 die Mühle. Im 18. Jh. wurde die Sägemühle dazu genutzt, das örtlich angefallene Holz vor Ort zu bearbeiten, um es dann über die Örtze und Aller nach Bremen flößen zu können. Im 19. Jh. nutzte auch eine Kornmühle von um 1870 über ein verlängertes Gerinne das Gefälle des Standortes. Mit einer Lohgerberei unterhalb der Mühle wurde der Heidebach somit örtlich von drei Gewerben genutzt. 1995 zerstörte ein Brand die Kornmühle sowie den Kreissägeschuppen. Die Familie Rabe bewirtschaftet aktuell Lutterhof und Luttermühle, in der noch bis 1994 eine örtliche Zimmerei gearbeitet hatte.
Der erhaltene Mühlenbereich besteht aus
- dem langgestreckten, giebelständigen Mühlengebäude von 1870 auf hohem Betonsockel in vertikal verbohltem Fachwerk mit ziegelgedecktem Satteldach sowie Wasserrad aus Metall mit oberschlächtigem Antrieb; Wasserrad mit Wehr und Gerinne wurden 1998/99 zum Betrieb eines Stromgenerators erneuert,[2]
- dem eingeschossigen, traufständigen Pächterhaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts auf Backsteinsockel in Fachwerk mit geschosshohen Streben und Ausfachungen in Stein sowie mit ziegelgedecktem Krüppelwalmdach; der obere Giebelbereich wurde senkrecht verbrettert,[3]
- dem Endstück des Mühlenbachs (Weesener Bach) mit östlich vorgelagertem Mühlenteich sowie westlich an der Mühle kanalisiertem Bachlauf sowie Stauwehr mit darüber gespannter Holzbrücke.[4]
Das Gebäude der Lohgerberei war zusammengefallen und wurde komplett abgeräumt.
Das niedersächsische Landesdenkmalamt befand u. a.: „… An der Erhaltung der Sägemühle besteht aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung im Rahmen der Ortsgeschichte, als [Z]eugnis- und Schauwert für Wirtschafts- und Technikgeschichte, wie auch aufgrund ihrer städtebaulichen Bedeutung von prägendem Einfluss auf das Landschaftsbild ein öffentliches Interesse ….“
Die Mühle ist die Nr. 75 der Niedersächsischen Mühlenstraße im Landkreis Celle im Bereich Ostniedersachsen.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
- ↑ Beschreibung/Bilder im Denkmalatlas Niedersachsen
Koordinaten: 52° 50′ 25,3″ N, 10° 5′ 51,9″ O