Lutherkirche (Georgsmarienhütte)
Die Lutherkirche ist die evangelisch-lutherische Stadtkirche von Georgsmarienhütte.
Geschichte und Architektur
Für die 1860 verselbständigte Arbeiterkolonie eines Hüttenwerks wurde am 23. Dezember 1866 erstmals ein eigener Hilfsgeistlicher, Hermann Daniel Mauersberg, angestellt, der in Vertretung des bis dahin zuständigen Pastors von St. Katharinen in Osnabrück und des Schlosspredigers von Iburg die pfarramtlichen Geschäfte versah. Die selbständige Kirchengemeinde wurde am 24. April 1873 gegründet, Mauersberg war ihr erster Pastor. Das Patronat übernahm der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein, dem das Hüttenwerk gehörte.
1877 begann der Bau der neugotischen Hallenkirche auf kreuzförmigem Grundriss nach Plänen des angesehenen Architekten und Hochschullehrers Conrad Wilhelm Hase (Hannover), der auch die Inneneinrichtung entwarf. Die Grundsteinlegung wurde am 15. Juli 1877 begangen, und am 2. Juni 1878 wurde die Kirche geweiht. Gleichzeitig entstand die weitgehend identische St.-Lukas Kirche in Lauenau, die im Mai 1878 eingeweiht wurde.
Farblich dominieren die Wand- und Gewölbeflächen aus grauen Schlackensteinen des Hüttenwerks, sandsteinfarbene Wandflächen im Innern, unterbrochen von Pfeilern und Schrägen aus roten Ziegeln, sowie von ockerfarbenen Fensterumrandungen. An der Westseite steht der quadratische, 45,60 m hohe Kirchturm mit einem Hahn auf der Spitze.
Ausstattung
Die Reliefs der vier Evangelisten, die die Kanzel schmücken, wurden von dem Osnabrücker Bildhauer Lukas Memken (1864–1934) entworfen.
Orgel
1970 wurde bereits die dritte Orgel beschafft, erbaut von Wilhelm Wolfram in Bissendorf. Die Kirche selbst wurde 1988 im Innern umfassend saniert und so restauriert, dass sie heute wieder in ihrer ursprünglichen Farbgebung zu sehen ist.
Glocken
Vom ursprünglichen Geläut wurde die größte, bronzene Glocke während des Ersten Weltkriegs zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. Drei neue Gussstahlglocken wurden 1921/1922 vom Bochumer Verein geliefert; sie wurden vom Kirchenvorsteher gestiftet, dem Unternehmer Ernst Stahmer.
Literatur
- Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Georgsmarienhütte (Hrsg.): 100 Jahre Lutherkirche in Georgsmarienhütte. Georgsmarienhütte 1978.
- Stephan-Lutz Tobatzsch: Die Geschichte der Luther-Kirche und ihrer Gemeinde in Georgsmarienhütte 1873–2003. Krützkamp, Glandorf 2003, ISBN 3-9809633-1-4.
Weblinks
- Homepage der Lutherkirchengemeinde
- 150 Jahre Alt-Georgsmarienhütte (PDF) auf www.georgsmarienhuette.de
Koordinaten: 52° 12′ 11″ N, 8° 2′ 33″ O