Lukas Hammerstein
Lukas Hammerstein (* 4. Mai 1958 in Freiburg im Breisgau) ist ein deutscher Journalist und Schriftsteller.
Werdegang
Hammerstein studierte Jura und schloss 1988 mit dem Zweiten Staatsexamen ab. Anschließend arbeitete er in einer Anwaltskanzlei als Gutachter. Von 1988 bis 1994 lebte er in Wien, wo er mit dem Radio in Berührung kam.[1]
Seit 1993 gehört er der Politikredaktion des Bayerischen Rundfunks an und moderierte über 20 Jahre samstäglich die Magazinsendung Jazz & Politik (17:05–17:55),[2] die Ende März 2024 im Rahmen der Programmreform des Bayerischen Rundfunks eingestellt und durch das neue Format Bayern 2 Der politische Podcast an selber Stelle ersetzt wurde,[3] obwohl er „...gerne weitergemacht hätte...“ wie er in seiner letzten Sendung Jazz & Politik: Non Pasaran vom 30. März 2024 sagte.[4][5] Damit wurde das „wohl beste politische Feuilleton, das es im Freistaat ... in den letzten rund 20 Jahren zu hören gab abgesetzt“.[6]
Seit November 2024 produziert Lukas Hammerstein alle zwei Wochen einen Podcast unter dem Namen Jazz & Politik im Pathos in eigener Regie. In wesentlichen Zügen seiner ehemaligen Sendung ähnlich, ist dieser Podcast an das Münchner Pathos Theater angebunden und wird gefördert durch die Edith und Werner Rieder Stiftung.[7]
Hammerstein schreibt Erzählungen, Romane, Theaterstücke, Gedichte, Essays und Radio-Features. 2003 nahm er am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb[8] in Klagenfurt teil, allerdings ohne in die engere Auswahl zu kommen. Seit 2017 ist er Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. 2022 wurde sein Schauspiel „Natur: Eine grüne Komödie“ am Landestheater Schwaben aufgeführt.[3]
Auszeichnungen
Publikationen
Literarisches Werke
- Immer alles Wirksamkeit, ohne Ausnahme, gleichermaßen, Erzählung, (C.Bertelsmann), München 1986. ISBN 978-3-570-04616-6
- Eine Art Gelassenheit, Roman, (Klett-Cotta) Stuttgart 1988, ISBN 978-3-608-95607-8
- Eins : Eins, Roman, (Klett-Cotta), Stuttgart 1990, ISBN 978-3-608-95743-3
- Im freien Fall, Roman, (Klett-Cotta), Stuttgart 1992, ISBN 978-3-608-95934-5
- Die hundertzwanzig Tage von Berlin, Roman, (S. Fischer), Frankfurt 2003, ISBN 978-3-596-15975-8
- Video, Roman, (S. Fischer), Frankfurt 2006, ISBN 978-3-10-029703-7
- Wo wirst du sein, Roman, (S. Fischer), Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-10-029704-4.
Essays (Auswahl)
- Seit Tagen rasen die Götter, in: Die horen Nr. 254, August 2014
- Die Guten und das Böse. Ein Deutschland-Essay, (Matthes & Seitz), Berlin 2015, ISBN 978-3-88221-401-7.
- Das ist Wahnsinn, in: Wespennest, Nr. 174, Mai 2018
- Don’t work – cry, in: Krachkultur, November 2021, ISBN 978-3-931924-17-1
Theaterstücke
- Damals wurde es irgendwie heller, Staatstheater Nürnberg, Kammerspiele, Regie: Kathrin Mädler, UA 2011
- Hausermoment, Staatstheater Nürnberg, Bluebox, Regie: Oliver D. Endreß, UA 2013.
- Ich habe verstanden, Monolog, Theater Münster, U2, Regie: Alexander Frank, UA: 22. September 2013
- Natur, Eine grüne Komödie, Landestheater Schwaben. Regie: Robert Teufel, UA: 28. Januar 2022
Weblinks
- lukashammerstein.de
- Homepage Jazz & Politik im Pathos
- Literatur von und über Lukas Hammerstein im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kurzbiografie und Rezensionen zu Werken von Lukas Hammerstein bei Perlentaucher
- br.de: Biografie ( vom 18. Juli 2012 im Internet Archive)
Einzelnachweise
- ↑ Lukas Hammerstein. Abgerufen am 13. Dezember 2022 (deutsch).
- ↑ Bayerischer Rundfunk: Lukas Hammerstein. 11. März 2016, abgerufen am 13. Dezember 2022.
- ↑ a b Michael Scheiner: BR kickt Hammerstein ins Aus. In: Jazzzeitung. 10. Juli 2023, abgerufen am 15. Juli 2023.
- ↑ Bayerischer Rundfunk: Deutschlandpakt - No Pasaran - Jazz & Politik. Abgerufen am 29. März 2024.
- ↑ Stefan Pieper: Noch dreimal zu Besinnung kommen – Ein Hochkaräter der Radiokultur wird abgeschaft. In: nrwjazz.net. Das Jazzportal für NRW, 16. Dezember 2023, abgerufen am 31. März 2024.
- ↑ Stefan Küpper: Der BR und die selbst verschuldete Unmündigkeit. In: Kultur&Gesellschaft. Augsburger Allgemeine, 7. April 2024, abgerufen am 11. April 2024.
- ↑ Jazz&Politik im PATHOS. Abgerufen am 22. September 2025.
- ↑ Bachmannpreis 2003 - Audio & Video. Abgerufen am 22. September 2025.
- ↑ Lukas Hammerstein. Abgerufen am 22. September 2025 (deutsch).