Luis Alberto Lacalle Herrera

Luis Alberto Lacalle Herrera, GCMG (* 13. Juli 1941 in Montevideo) ist ein uruguayischer Politiker, Jurist und Journalist. Er war vom 1. März 1990 bis zum 1. März 1995 der 36. Staatspräsident von Uruguay.

Leben

Lacalle Herrera ist Enkelkind des berühmten Politikers Luis Alberto de Herrera (1873–1959). Er studierte Jura an der Universidad de la República in Montevideo.[1] Im Alter von 17 Jahren begann er sich aktiv für Politik zu interessieren und trat 1958 der Partido Nacional bei.[2] 1961 begann seine journalistische Karriere bei der inzwischen eingestellten Zeitung Clarín in Montevideo, wo er Kolumnen mit politischen Analysen verfasste.[1] Nach seinem Studium bekleidete er viele politische Ämter, so war er Mitglied des Nationalen Komitees der Partido Nacional, dem Finanz-Komitee, dem Transportkomitee und dem öffentlichen Arbeitskomitee.

1971 war er gewählter Abgeordneter, seine Amtszeit wurde jedoch durch den Staatsstreich von 1973 unterbrochen.[1] Infolgedessen war er von 1973 bis 1984 ein Gegner des Militärregimes und überlebte als solcher die sogenannte „Verschwörung mit vergiftetem Wein“ im Jahre 1978.[1] 1981 war er Gründer und Generalsekretär des Nationalen Herrerista-Rates.[1]

Nach der Rückkehr der Demokratie war er von 1984 bis 1989 Senator.[1] 1987 wurde er zum Vizepräsidenten des Senats ernannt. Seit 1988 war er der Präsidentschaftskandidat der Partido Nacional und wurde 1989 mit 38 % zum Präsidenten gewählt.[1]

Lacalle war vom 1. März 1990 bis zum 1. März 1995 der 36. Staatspräsident von Uruguay.[2][1] Als größter Erfolg während seiner Präsidentschaft ist die Schaffung des gemeinsamen Marktes Mercosur, zusammen mit den Präsidenten Carlos Menem, Argentinien, Fernando Collor de Mello, Brasilien und Andrés Rodríguez aus Paraguay anzusehen.[1] 1990 traf er sich mit US-Präsident George H. W. Bush, wodurch die Außenpolitik Uruguays gestärkt wurde.[1]

Im Juni 1993 wurde Präsident Lacalle von Königin Elizabeth II. von England zum Großkreuzritter des Ordens von St. Michael und St. George ernannt.[3]

Am 19. Juli 1999 wurde Lacalle zum nationalen Vorsitzenden gewählt, der höchsten Position in der Partido Nacional.

2004 kandidierte er erneut als Präsident.[2]

Privates

Er ist verheiratet mit Julia Pou, sie haben drei gemeinsame Kinder: Pilar, Luis Alberto (Präsident 2020–2025) und Juan José.[1][3] Lacalle Herrera ist Mitglied vom Carter Center, von Friends of Israel und im Club of Rome.[3]

Ehrungen

Für seine Tätigkeiten erhielt Lacalle die Ehrendoktorwürde von:

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k Dr. Luis Alberto Lacalle Herrera. In: Royal European Academy of Doctors. Abgerufen am 24. November 2025 (amerikanisches Englisch).
  2. a b c Luis Alberto Lacalle Herrera - Biografie WHO'S WHO. Abgerufen am 24. November 2025.
  3. a b c d e f g H.E. Luis Alberto Lacalle. In: Concordia. Abgerufen am 24. November 2025 (amerikanisches Englisch).
VorgängerAmtNachfolger
Julio María SanguinettiPräsident von Uruguay
1. März 1990 bis 1. März 1995
Julio María Sanguinetti