Luigi Romersa

Luigi Romersa (auch bekannt als Gigi Romersa; * 5. Juli 1917 in Boretto, Italien; † 19. März 2007 in Rom, Italien) war ein italienischer Faschist, er war Wissenschaftsjournalist und Autor. Er war ein Propagandist der sogenannten „Geheimwaffen Hitlers“.

Leben

Luigi Romersa begann nach seinem Jurastudium in Parma als Journalist für die Gazzetta di Parma. Es folgten Zeiten beim Corriere della Sera sowie beim Il Messaggero. Er verfasste Artikel über wissenschaftliche[1] Themen. Auf Einladung Benito Mussolinis war Romersa im Oktober 1944 Gast in Deutschland, da Hitler eine „Geheimwaffe“ präsentieren wollte,[2] was Mussolini nicht ganz glaubte. Für die Aufgabe, Hitler und Goebbels zu treffen und diese in seinen Auftrag über neuartige Waffen auszuhorchen, qualifizierte Romersa in den Augen Mussolinis dessen persönliche Bekanntschaft mit Wernher von Braun, sowie dessen mehrfache Treffen mit Otto Hahn.[1] Romersa durchlief eine Personenüberprüfung durch die Gestapo, die ihn als überzeugten Faschisten auswies, der seit seiner ersten Begegnung mit Mussolini 1937, trotz inzwischen zahlreicher Abgänge, nie von diesem oder der Unterstützung der Diktatur der Repubblica Sociale Italiana („Republik von Salò“) oder vom Bündnis Italiens mit Nazi-Deutschland abgewichen war.[1]

Mussolini berief Romersa am 1. Oktober 1944 in Gargnano ein. Romersa traf Goebbels am 6. Oktober 1944 in Berlin und Hitler am nächsten Tag in Rastenburg (Kętrzyn).[1] Bis am 10. Oktober 1944 besuchte er in Begleitung deutscher Offiziere mehrere Fabriken in Schlesien und Bayern. Dort sah er die Messerschmitt 262, bevor er nach Berlin zurückgebracht wurde. Von dort wurde er in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 1944 nach Rügen gebracht, wo die Deutschen ihm einen Bombentest vorführten, der nach vierstündigem Abwarten in einem Bunker ein überwältigendes Ausmaß an Zerstörung offenbarte. Es handelte sich nach der offiziellen Lesart nicht um Nukleartests. Im Rahmen der Zensur veröffentlichte Romersa darauf am 1. November 1944 einen langen Artikel im Corriere de la Sera, in dem er die Ankündigung machte, Deutschland werde die Alliierten in Kürze mit Waffen angreifen, gegen die es keine bekannte Verteidigung gebe. Romersa nannte diese Waffen „Le armi dell’ultima battaglia“ (deutsch Die Waffen der letzten Schlacht).[1]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es ihm, neben Beiträgen für Il resto del Carlino in Bologna beim Wochenmagazin Tempo in Mailand eine Anstellung zu erhalten, für das er in der ganzen Welt herumreiste und zahlreiche wichtige Ereignisse der folgenden Jahrzehnte (von Aufenthalten in den 1950er Jahren im Kongo und dem Beginn der Suezkrise in Port Said über den Sechstagekrieg bis hin zur Ölkrise) journalistisch begleitete. Trotz seiner belastenden Vergangenheit wurde er 1956 als einziger italienischer Journalist von den USA in das Nuklearforschungsgelände der Strategic Air Command[1] eingeladen. Er veröffentlichte einige Bücher und drehte 1960 mit Giuliano Tomei den im Kino gezeigten Dokumentarfilm Avventura al Polo Sud.[3] Noch 1984 behauptete Romersa in einer Artikelreihe der Zeitschrift Aeronautica, er habe 1944 in Deutschland einem Atomwaffentest beigewohnt. Viel von dem was bekannt war, stammte lediglich aus den Oral-History-Gesprächen, die Romersa 2003 mit dem Historiker Rainer Karlsch geführt hat. 2007 wurden auf Rügen Bodenproben entnommen. Eine Analyse dieser Proben scheint jedoch ein „nukleares Ereignis“ an diesem Ort zu bestätigen.[1]

Werke (Auswahl)

  • Von Braun racconta, Milano (Mursia) 2007. ISBN 978-88-425-3921-6
  • I segreti della seconda guerra mondiale, Milano (Mursia) 2006. ISBN 88-425-3530-3
  • I segreti della guerra d'Africa, Milano (Mursia). ISBN 88-425-3529-X
  • Le armi segrete di Hitler, Milano (Mursia) 2005. ISBN 88-425-3432-3

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g Éric Branca: 300 jours : 13 juillet 1944 – 9 mai 1945 : dix mois pour en finir avec Hitler. Éditions Perrin, Paris 2025, ISBN 978-2-262-10331-6, S. 251 ff.
  2. John Hooper: Author fuels row over Hitler's bomb. In: The Guardian. 30. September 2005, abgerufen am 5. Oktober 2025.
  3. Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano. I Registi. Gremese Editore, Roma 2002, S. 366.