Luigi Natoli

Luigi Natoli (* 15. Juni 1799 in Patti; † 25. Februar 1875 in Messina) war römisch-katholischer Bischof von Caltagirone und Erzbischof von Messina (Italien).

Leben

Luigi Natoli entstammte einer adligen sizilianischen Familie, studierte Philosophie und Theologie in Messina und empfing im Alter von 22 Jahren am 2. März 1822 die Priesterweihe. Danach war er Pfarrer, später Dozent am Priesterseminar in Messina, schließlich dessen Studienpräfekt und Rektor.

Bischof von Caltagirone und Erzbischof von Messina

Luigi Natoli war ein Freund von Papst Pius IX., mit dem er eng zusammenarbeite und dessen Vorstellungen, wie die römisch-katholischen Kirche sein solle, Natoli teilte und verbreitete.[1] Papst Pius IX. ernannte Natoli am 15. März 1858 zum Bischof von Caltagirone. Die Bischofsweihe spendete ihm am 21. März desselben Jahres der Präfekt der Kongregation für den Index, Girolamo d’Andrea. Am 22. Februar 1867 erhob Papst Pius IX. Natoli zum Erzbischof von Messina.

Konzilsvater beim Ersten Vatikanischen Konzil

Erzbischof Natoli nahm am Ersten Vatikanischen Konzil teil. Am 15. Mai 1870 plädierte er in seiner Rede vor dem Konzil für die Lehre von der Päpstlichen Unfehlbarkeit.[2] Darüber berichtete Lord Acton in einem Brief desselben Tages an Ignaz von Döllinger mit sardonischem Humor. Erzbischof Natoli habe ein „völlig neues Argument für den Glauben der Sizilianer an die Unfehlbarkeit des Papstes vorgebracht“. Bereits der heilige Petrus hätte nämlich zu seinen Lebzeiten in Sizilien gepredigt und einigen christlich gewordenen Sizilianern verkündet, er sei unfehlbar. Diese hätten daraufhin Maria gefragt, ob das wahr sei. Die Mutter Jesu hätte dies bestätigt und sich erinnert, dass sie dabei gewesen sei, als ihr Sohn dies zu Petrus gesagt habe. Lord Acton zufolge genügte diese Volkslegende dem Erzbischof als Beweis dafür, dass in Sizilien der Glaube an die päpstliche Unfehlbarkeit seit den Anfängen der Christenheit bezeugt gewesen sei.[3]

Erzbischof Natoli starb am 25. Februar 1875 und wurde in der Kathedrale von Messina bestattet.

Schriften

  • Scritti vari di Monsignor Natoli. Del Progresso, Messina 1877.

Literatur

  • F. Pisciotta: Natoli, Luigi. In: Francesco Armetta (Hrsg.): Dizionario Enciclopedico dei Pensatori e Teologi di Sicilia. Secc. XIX–XX, Band 5: M – Q, Sciascia, Palermo 2010.

Einzelnachweise

  1. Vittorio Spreti (Hrsg.): Artikel Natoli. In: Enciclopedia storico-nobiliare italiana. Famiglie nobili e titolate viventi riconosciute dal Regio Governo d’Italia, Band 4: L – O. Edizione Enciclopedia Storico-Nobiliare Italiana, Mailand 1931.
  2. Die Rede von Erzbischof Luigi Natoli findet sich im lateinischen Wortlaut in: Giovanni Domenico Mansi (Begründer): Sacrorum conciliorum nova et amplissima collectio, Band 52: Sacrosancti oecumenici concilii vaticani, pars 2: Acta synodalia (Congreg. 50, pars 2–86). Société Nouvelle d’Édition de la Collection Mansi, Arnhem, Paris / Welter, Leipzig 1927, Sp. 45–46.
  3. Roland Hill: Lord Acton. Yale University Press, New Haven 2000, ISBN 0-300-07956-7, S. 221, mit weiteren Nachweisen in Anm. 33, S. 461.