Luftseilbahn Norsjö

Die Luftseilbahn Norsjö war eine 13,613 km lange Kleinkabinenbahn in der Gemeinde Norsjö in der schwedischen Provinz Västerbotten und war von 1989 bis 2017 in Betrieb. Es handelte sich um die für den Personenverkehr zur Gondelbahn umgebaute Sektion IV der früheren Materialseilbahn Linbanan Boliden - Kristineberg zwischen Örträsk (65° 0′ 29,3″ N, 19° 36′ 42,3″ O) und Mensträsk (65° 4′ 25,3″ N, 19° 22′ 2,1″ O).

Linbanan Boliden–Kristineberg ab 1943

Die Linbanan Boliden – Kristineberg war eine Materialseilbahn zwischen Boliden in der Gemeinde Skellefteå und Kristineberg in der Gemeinde Lycksele in der Provinz Västerbotten, die mit 96 Kilometer die längste Luftseilbahn der Welt war. Sie löste bei ihrer Eröffnung die Massaua-Asmara-Seilbahn in Eritrea als längste Seilbahn ab. Die Linbanan Boliden–Kristineberg wurde 1943 eröffnet, um Erz aus der Kristinebergsgruvan, einer Mine der heutigen Boliden AB, zu dem Ort Boliden und weiter auf der Eisenbahn zum Hafen in Skellefteå zu transportieren. Sie war in acht Sektionen unterteilt. Die Erzkübel hatten ein Leergewicht von 200 kg und eine Nutzlast von 1 000 kg. Auf dieser Materialseilbahn wurden bis zu ihrer Einstellung im Jahr 1987 insgesamt 12 Millionen Tonnen Kupfer-, Blei-, Zink-, Silber- und Golderze in Förderkörben transportiert.

Der Abschnitt Örträsk – Mensträsk wurde anschließend zur Personenseilbahn umgebaut und bis einschließlich Sommer 2016 für touristische Zwecke betrieben.

Touristische Seilbahn ab 1989

Die Personenseilbahn mit ihren Vierergoldeln hatte wie die frühere Materialseilbahn ein Tragseil und ein umlaufendes Zugseil, mit dem 28 kuppelbare Kabinen (14 pro Richtung) bewegt wurden, die die einfache Strecke bei einer Geschwindigkeit von 11 km/h (3 m/s) in rund anderthalb Stunden zurücklegten. Insgesamt drei Kilometer der Fahrt führten über Bäche, Seen und Moore.

Stilllegung und Abbau

Im Sommer 2016 verkehrte die Seilbahn zum letzten Mal, danach wollte das Betreiberehepaar in den Ruhestand gehen und die Anlage verkaufen. Vor dem Verkauf wäre aber eine Inspektion erforderlich gewesen, die das Betreiberpaar nicht finanzieren konnte. Im November 2017 stellte die Kommunalverwaltung das nötige Geld für die Inspektion zur Verfügung.[1] Die Inspektion wurde im Sommer 2018 durchgeführt. Dabei wurden altersbedingte Schäden an den 73 Betonstützen festgestellt, die eine Betriebsaufnahme unmöglich machten.[2] Die Anlage wechselte danach mehrfach den Besitzer. Da es nicht möglich war, die Reparatur der Stützen zu finanzieren, wurden im Jahr 2021 Trag- und Zugseile demontiert und verschrottet.[3] Seitdem werden nur noch die Grundstücke und Gebäude an den Endstationen touristisch genutzt.

Ort / Sektion Koordinaten / Länge der Sektion
Boliden 64° 52′ 24,6″ N, 20° 21′ 49,6″ O
Sektion I / 12.691 m
Renström 64° 54′ 48,8″ N, 20° 6′ 45,6″ O
Sektion II / 13.043 m
Åsen 64° 56′ 47,2″ N, 19° 50′ 40,3″ O
Sektion III / 13.000 m
Örträsk / Bjurfors 65° 0′ 29,3″ N, 19° 36′ 42,3″ O
Sektion IV / 13.613 m
Mensträsk 65° 4′ 25,3″ N, 19° 22′ 2,1″ O
Sektion V / 12.830 m
Rakkejaur 65° 8′ 35,3″ N, 19° 9′ 21,4″ O
Sektion VI / 09.833 m
Strömfors 65° 7′ 38,6″ N, 18° 56′ 58″ O
Sektion VII / 09.781 m
Ytterberg 65° 7′ 49,3″ N, 18° 44′ 28,2″ O
Sektion VIII / 10.889 m
Kristineberg 65° 3′ 58,2″ N, 18° 33′ 57″ O
Länge gesamt: 95.880 m

! Ehemals touristisch genutzte Seilbahnsektion

Siehe auch

Commons: Luftseilbahn Norsjö / Linbanan Boliden–Kristineberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Vill rädda världens längsta linbana – skjuter till 300.000. svt.se, 29. November 2017, abgerufen am 9. Oktober 2025 (schwedisch).
  2. Linbanan i Norsjö läggs ner. svt.se, 29. August 2018, abgerufen am 9. Oktober 2025 (schwedisch).
  3. Per-Gunnar Eriksson: Stort intresse för att återbruka hytterna från linbanan i Norsjö. Sveriges Radio, 31. März 2021, abgerufen am 9. Oktober 2025 (schwedisch).