Ludwig von Szymborski
Ludwig Ferdinand von Szymborski (* 1799 in Hoya, Kurfürstentum Hannover; † 4. Februar 1856 in München) war ein deutscher Jurist und Politiker im Dienst des Herzogtums Sachsen-Coburg und Gotha.
Leben
Als Sohn einer aus dem polnischen „Uradel“ stammenden Familie wurde von Szymborski im Jahr 1812 Page am Hof von Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg-Gotha.[1] Später studierte er Kameralistik in Jena, wo er 1818 Mitglied der Urburschenschaft wurde. Am 10. August 1821 wurde der Rechtskandidat zum Mitglied des Landgerichts zu St. Wendel im Fürstentum Lichtenberg ernannt, das damals als Exklave zum Herzogtum Sachsen-Coburg-Saalfeld (ab 1826 Sachsen-Coburg und Gotha) gehörte.[2] Bereits im Jahr darauf kehrte er nach Coburg zurück, wo er 1823 zum Assessor mit Sitz und Stimme bei der Landesregierung ernannt wurde, die damals in Coburg und Gotha auch als Justizkollegium fungierte. Er wurde 1824 zum Landesregierungsrat in Gotha und 1826 in gleicher Funktion in Coburg ernannt, wo er 1829 die Bürgerrechte verliehen bekam. Nach dem St. Wendeler Aufruhr wurde Szymborski Ende Februar oder Anfang März 1832 als kommissarischer Leiter der herzoglichen Regierung nochmals in die abgelegene Exklave St. Wendel entsandt, wo er bis Ende 1834 den Verkaufs des Fürstentums Lichtenberg an Preußen abwickelte. Dann kehrte er nach Gotha zurück, wo er 1835 zum Mitglied der Landesregierung ernannt wurde und den Titel Geheimer Regierungsrat erhielt. Von 1837 bis 1846 war er Regierungsdirektor der Landesregierung und Vorsitzender der Obersteuerkommission, 1846 bis 1849 Kammerdirektor in Gotha und Februar bis August 1849 Mitglied des Staatsministeriums von Sachsen-Coburg und Gotha.
Szymborski starb am 4. Februar 1856 morgens um 7 Uhr nach 14-tägiger Krankheit „an einem Gehirnleiden“, wie eine mit „München, 4. Februar“ datierte Todesanzeige in der Allgemeinen Zeitung „zur Nachricht an seine hier unbekannten Verwandten und Bekannten“ mitteilte.[3]
Ehrungen
- 1834: Ritterkreuz 1. Klasse des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens.[4]
- 1837: Offizierskreuz 3. Klasse des Roten Adlerordens (Preußen).[5]
- 1848: Komturkreuz 2. Klasse des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens.[6]
Literatur
- Friedrich Facius: Die dirigierenden Minister der thüringischen Staaten 1815–1918. In: Die Regierungen der deutschen Mittel- und Kleinstaaten 1815–1933. Hrsg. von Klaus Schwalbe. Boldt, Boppard am Rhein 1983, S. 260–284, S. 280.
- Peter Kaupp (Bearb.): Stamm-Buch der Jenaischen Burschenschaft. Die Mitglieder der Urburschenschaft 1815–1819 (= Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen. Bd. 14). SH-Verlag, Köln 2005, ISBN 3-89498-156-3, S. 128–129.
- Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Bd. 1, Teilbd. 8, Supplement L–Z. Winter, Heidelberg 2014, ISBN 978-3-8253-6051-1, S. 331.
- St. Wendel im Vormärz. 190 Jahre St. Wendeler Freiheitsfeste. Hrsg. von Josef Dreesen. Stadtarchiv St. Wendel, St. Wendel 2022, S. 35.
Weblinks
- Szymborski Ludwig Ferdinand von in der Datenbank Saarland Biografien
Einzelnachweise
- ↑ Herzoglich Sachsen-Coburg-Saalfeldischer Staats-Calender auf das Jahr 1813. Meusel, Coburg [1813], S. 36 (online bei Google Books).
- ↑ Herzoglich Sachsen-Coburg-Saalfeldisches Regierungs- und Intelligenzblatt. Nr. 32 vom 11. August 1821, Sp. 431 (online bei Google Books).
- ↑ Allgemeine Zeitung (Augsburg). Nr. 37 vom 6. Februar 1856, S. 590 (online bei Bayerische Staatsbibliothek).
- ↑ Adreß-Handbuch des Herzogthums Sachsen-Coburg und Gotha. 1843. Coburg und Gotha [1843], S. 18 (online bei Bayerische Staatsbibliothek).
- ↑ Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Gotha Bestand 2-99-4001, Signatur 1800.
- ↑ Regierungs- und Intelligenzblatt für das Herzogthum Coburg. Nr. 2 vom 8. Januar 1848, Sp. 26 f. (online bei Bayerische Staatsbibliothek).