Ludwig Simon (Politiker, 1895)

Ludwig Simon (* 25. Juni 1895 in Oppum; † 15. September 1986 in Neuss) war ein deutscher Politiker (NSDAP), der in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1938 Bürgermeister in Dülken und danach bis 1945 Bürgermeister von Leverkusen war.

Leben

Nach dem Militärdienst im Ersten Weltkrieg begann Simon eine Inspektorenlaufbahn bei der Deutschen Reichsbahn, die ihn an den Güterbahnhöfen Neuss und Viersen einsetzte. 1931 trat er in die NSDAP ein, für die er ab März 1933 als Stadtverordneter, Fraktions- und Ortsgruppenführer in Viersen tätig war. Im Juli 1934 wurde er zum Bürgermeister des benachbarten Dülken ernannt und im September 1938 auf Vorschlag der NSDAP-Gauleitung zum Bürgermeister von Leverkusen. Dort wurde er am 15. April 1945 von amerikanischen Truppen verhaftet und ein Jahr interniert.

Zwischen 1947 und 1950 wurde Simon nach mehreren Entnazifizierungsverfahren in die Kategorie IV (Mitläufer) eingestuft und bezog daraufhin eine Pension. In den Verfahren hatten verschiedene Zeugen zur Entlastung von Simon ausgesagt, dass Simon u. a. mehrmals NS-Verfolgte vor Gestapo-Haft geschützt hatte. Auch habe er eine Evakuierung Leverkusens, die eine massive Zerstörung des Bayerwerks und der Stadt zur Folge gehabt hätte, abgelehnt. Ab circa 1950 lebte Simon in Wermelskirchen und später in Neuss, wo er 1986 starb.

Literatur

  • Marcus Ewers: Die Dülkener Bürgermeister von 1800–1969. Teil II: Vom Dritten Reich bis zur kommunalen Neugliederung. In: Heimatbuch des Kreises Viersen. Band 58, 2007, S. 21–23.
VorgängerAmtNachfolger
Wilhelm TödtmannOberbürgermeister von Leverkusen
1938–1945
August Adolphi