Ludwig Schanze
Ludwig Schanze (* 15. August 1896 in Dillingen an der Donau; † 28. Dezember 1977 in Lenggries) war ein Offizier der königlich bayerischen Armee und der Reichswehr, Oberst der Wehrmacht und Brigadegeneral des Heeres der Bundeswehr.
Leben
Schanze trat am 10. September 1914 als Kriegsfreiwilliger beim bayerischen 4. Pionier-Bataillon in Ingolstadt in die königlich bayerische Armee ein. Am 23. April 1916 wurde er zum Leutnant befördert. Er durchlief die Ausbildung zum Flugzeugführer bei der 1. Bayerischen Fliegerersatzabteilung. Im Ersten Weltkrieg wurde er einmal verwundet. 1919 war er Angehöriger des Freikorps Epp.
Im Mai 1920 trat Schanze in die Reichswehr ein und war von 1920 bis 1927 Kompanieoffizier in der Kraftfahr-Abteilung 7 in Würzburg. Parallel studierte er von 1922 bis 1927 fünf Semester Nationalökonomie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 1929 absolvierte er die Wehrkreisprüfung für den Generalstabslehrgang und schied mit Ablauf des Mai 1929 offiziell aus der Reichswehr aus.
Von Juni 1929 bis Januar 1932 war Schanze Adjutant an der deutschen Kampfwagenschule Kama (Ausbildungs- und Versuchsstation) in der Sowjetunion.
Am 1. Februar 1932 wurde Schanze in die Reichswehr wiedereingestellt, legte am 28. Oktober 1933 die Prüfung als Dolmetscher in Russisch ab und war Kompaniechef und im Stab der Kraftfahr-Abteilung 7 in München. Von September 1935 bis August 1939 war er Gruppenleiter in der Kraftfahr-/Motorisierungsabteilung im Oberkommando des Heeres in Berlin und währenddessen im Sommer 1938 zur Legion Condor kommandiert, wo er am Spanischen Bürgerkrieg teilnahm.
Zweiter Weltkrieg
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges war er Generalbevollmächtigter für Kraftfahrwesen (Abteilung Generatoren) im Generalstab des Heeres und später Abteilungschef Waffenprüfung 6 (Panzer) im Oberkommando des Heeres. Am 1. Februar 1942 wurde er zum Oberst ernannt. Ab März 1943 war er Regimentskommandeur des Panzer-Regiments 31 und mit diesem in der Sowjetunion in den Räumen Orel, Brjansk und Gomel eingesetzt. Im Dezember 1943 wurde er auf Ersuchen des Divisionsführers der 5. Panzer-Division, des damaligen Obersts Karl Decker, abgelöst mit dem Hinweis, taktisches Verständnis und Schwund seien wichtiger als Motorenkenntnisse. Von Februar bis Juni 1944 wurde Schanze dann als Regimentskommandeur des Panzer-Regiments 69 in Frankreich und Italien eingesetzt, von Juli bis August 1944 als stellvertretender Brigadekommandeur der Panzer-Brigade 10 in Frankreich, von August 1944 bis März 1945 im Stab des Generals der Panzertruppen West in Frankreich, wo er an der Ardennenoffensive beteiligt war und von April bis Mai 1945 im Stab des Generals der Panzertruppen Nord.
Nachkriegszeit
Von Mai 1945 bis Juni 1946 war Schanze in britischer und US-amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Danach war er von September bis Dezember 1946 Leiter des Kraftfahrzeugparks der US-Besatzungstruppen in Röthenbach bei Nürnberg, von Januar 1947 bis März 1950 Geschäftsführer des Wirtschaftsverbandes Festkraftstoffe und Generatoren und von April 1950 bis März 1957 Angestellter und technischer Berater bei den Goetzewerken AG in Burscheid.
Am 16. März 1957 trat Schanze als Oberst in die Bundeswehr ein und wurde als Unterabteilungsleiter T III (Bundeswehrbeschaffungsamt) im Bundesministerium der Verteidigung in Bonn verwendet. Am 1. Juli 1957 wurde er zum Brigadegeneral ernannt und mit Ablauf des April 1959 in den Ruhestand versetzt.
Auszeichnungen
- Erster Weltkrieg: Eisernes Kreuz I. Klasse
- 1943: Spange zum Eisernen Kreuz I. Klasse
Siehe auch
Literatur
- Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 441.