Ludwig Philipp Schröter

Ludwig Philipp Schröter (* 14. Juni 1746 in Rinteln; † 17. April 1800 in Rinteln)[1] war ein deutscher Mediziner.[2]

Leben und Wirken

Nach dem Schulbesuch in Rinteln studierte Ludwig Philipp Schröter ab 1763 zunächst an der Universität Rinteln und belegte dort Vorlesungen in verschiedenen Fächern. 1767 wechselte er an die Universität Göttingen und studierte dort vor allem Medizin, aber auch Mathematik und Physik. Seinen medizinischen Doktorgrad erwarb er 1769 an der Universität Rinteln. Nach seinem Studium arbeitete Schröter zunächst fünf Jahre als Landarzt in Bassum. 1774 übernahm er dann eine Medizinprofessur an der Universität Rinteln. Einen bekannten Namen machte er sich vor allem durch die wissenschaftliche Untersuchung des Schwefelbades im späteren Bad Nenndorf, das 1787 eröffnet wurde. Schröter wurde dort der erste Badearzt, außerdem Landphysikus der Grafschaft Schaumburg. Im Jahre 1789 wurde er zum Hofrat ernannt.

Schröter veröffentlichte 1773 eine Schrift über die Pockenimpfung. Er war akademischer Lehrer und Doktorvater von Bernhard Christoph Faust, der sich um die Einführung der Impfung in Schaumburg-Lippe verdient machte. 2020 wurde an Schröters ehemaligen Wohnhaus an der Ecke Rintelner Marktplatz/Klosterstraße eine ihm gewidmete Gedenktafel angebracht, auf der er als Wegbereiter der Pockenimpfung bezeichnet wird.[3]

Schriften

  • Kurzer Unterricht von der gegenwärtigen ungekünstelten Methode, die Blattern einzupropfen. Cramer, Bremen 1773 (Volltext).
  • Beschreibung der asphaltischen kalten Schwefelquellen zu Großen Nendorf in der Graffschaft Schaumburg. Rinteln 1788 (Volltext).
  • Das Neueste von den asphaltischen kalten Schwefelquellen zu Nendorf in der Grafschaft Schaumburg. Rinteln 1790 (Volltext).
  • Versuch einer historischen Nachricht von den Anlagen und Einrichtungen bey den Schwefelquellen zu Nenndorf. Jacobäer, Leipzig 1792 (Volltext).
  • Einige Worte über Nendorfs Mineralquellen und die Schwefelbäder überhaupt. Akademische Buchhandlung, Rinteln 1794 (Volltext).
  • Über die vorzüglichen Heilkräfte des Nendorfer Schwefelwassers. Bösendahl, Rinteln 1797 (Volltext).
  • Merkwürdige Beobachtung von den Wirkungen des Nendorfer Schwefelwassers, wider eine drei monatliche Verstopfung des Leibes. Rinteln 1798 (Volltext).
  • Anweisung wie man verdorbenes Wasser trinkbar machen, und die verdorbene Luft, in überschwemmt gewesenen Wohnungen verbessern könne. Bösendahl, Rinteln 1799 (Volltext).
  • Ueber die bestätigte Wirkungskraft des Nendorfer Schwefelwassers nebst einigen Bemerkungen über die künstlichen Schwefelbäder. Bösendahl, Rinteln 1800 (Volltext).

Einzelnachweise

  1. Julius Leopold Pagel: Schroeter, Ludwig Philipp. In: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 32 (1891), S. 572f.
  2. Stefan Brüdermann: Schröter, Ludwig Philipp, Dr. med. In: Hubert Höing (Hrsg.): Schaumburger Profile. Ein historisch-biographisches Handbuch. Teil 1 (= Schaumburger Studien, Bd. 66). Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2008, S. 281–284, ISBN 978-3-89534-666-8.
  3. Zwei weitere Gedenktafeln zur Erinnerung an Rintelner Universitätsprofessoren angebracht. (mit Portrait von Ludwig Philipp Schröter) In: rinteln-aktuell.de. 19. Mai 2020. Abgerufen am 1. Januar 2026.