Ludwig Lussmann

Ludwig Lussmann (* 18. Juni 1911 in Silenen UR; † 1. Januar 2003 in Altdorf UR) war ein Künstler aus Altdorf im Kanton Uri.

Leben

Ludwig Lussmann wurde als zweites von vier Kindern in Silenen geboren. Seine Eltern waren die Bauern Franz Lussmann und Christine Dittli. Aufgewachsen ist Lussmann in einem altehrwürdigen Arzthaus in der Aschart. Das Stammgeschlecht der Lussmann von der Aschart ist erstmals 1440 im Pfarreibuch erwähnt.[1]

Die Primar- und Sekundarschule besuchte er in Silenen. Eine weitergehende Ausbildung wurde ihm verwehrt, daher ging er als Knecht im Kloster Au und als Office-Bursche in der Westschweiz auf Wanderschaft. Nach der Rekrutenschule arbeitete er an verschiedenen Saisonstellen im Urnerland, bis er 1935 in der Eidgenössischen Munitionsfabrik eine Vollzeitstelle antreten durfte. 1936 heiratete er Marie Schnyder von Siebnen. Das Paar hatte vier Töchter und drei Söhne. Als Landrat von Altdorf (1964 bis 1976), sowie als Präsident der kantonalen Kommission für Natur-, Heimatschutz und Denkmalpflege (1964 bis 1988), nahm er aktiv am öffentlichen Leben teil und trug Verantwortung für die Belange seiner Gemeinde.

Malerei

Die Malerei Lussmanns umfasst verschiedene Themenbereiche, wobei die alpine Landschaft des Kantons Uri eine zentrale Rolle spielt. Seine Landschaftsgemälde fangen die Schönheit der Natur ein und zeigen oft markante Berglandschaften[2], Wälder und Seen.[3] Ein weiteres wichtiges Thema sind Porträts,[4] die für ihre detailreiche Darstellung bekannt sind und oft die kulturellen und sozialen Aspekte des Lebens in Uri widerspiegeln. Zudem schuf Lussmann Stillleben, die alltägliche Gegenstände in harmonischen Kompositionen zeigen.

  • Anbauschlacht in Uri 1939–1945 (i. e.: in der Schwändi, Attinghausen, 1944)[5]
  • Jagdmattkapelle Erstfeld (kein Datum)[4]
  • Dr. Bärti (1951)[4]
  • Venedig, St. Georgia (1952)[6]
  • Grosse Windgälle (1964)[7]
  • Grosser und kleiner Windgälle, Federzeichnung (1974)[8]
  • Stäuber-Wasserfall (1984)[9]
  • Kehlenalp, Furka (kein Datum)[10]
  • Schattdorf, Bötzlingen, Landsgemeinde (ca. 1970)[11]
  • Urner Talboden mit See und Bristen (1974)[12]
  • Galenstock (1985)[13]
  • Urnersee (1985)[3]
  • Grosser Windgällen (1985)[2]
  • Urquell allen Lebens (1985)[14]

Dramen

Lussmann verfasste mehrere Bühnenstücke, deren Titel auf die lokalen Geschichten, Sagen, Legenden und historischen Begebenheiten seiner Heimat hinweisen:

  • Madrano. UA Tellspielhaus Altdorf 1955[15]
  • Die Teufelsbrücke. Volksstück in fünf Akten. UA Tellspielhaus Altdorf 1955[16]
  • Via Dolorosa. UA Tellspielhaus Altdorf 1965.[17]
  • Der Säumer vom Gotthard. UA Aeb Theater in Attinghausen 1959[18]
  • Morione, das Strahlerdrama. UA Theater im Schulhaus Brischen 1980[19]
  • Dr Letscht vo dr Claridenalp (1968)[20]
  • Dr Bärgarzt (1978)[21]
  • Ds Greis vo Suränä (1979)[22]

Literarische Arbeiten

Lussmann verfasste mehrere kulturgeschichtliche Beiträge, Erzählungen und Hörspiele. Sein Bildband Ludwig Lussmann – Seher und Künder der Heimat (1986) unterstreicht seine tiefe Verbindung zur Heimat und deutet darauf hin, dass die regionale Kultur und Geschichte zentrale Themen in seinen literarischen Arbeiten waren.[23]

  • Die Eisenrose. Eine Erzählung aus dem Leben der Bergler und Strahler. Thun/München 1966.
  • Silenen (Amsteg, Bristen). Gurtnellen, Repof 1991.
  • Wegzeichen der Vergangenheit. Altdorf, Gisler 1993.
  • Seher und Künder der Heimat I (1996)
  • Seher und Künder der Heimat II (2001)

Engagement für die Region

Lussmann engagierte sich intensiv für den Natur- und Landschaftsschutz in Uri. Er leitete zahlreiche Restaurationen von Baudenkmälern im Kanton und war Mitbegründer des Mineralienmuseums in Seedorf[24]. Er beteiligte sich massgeblich an der Dokumentation mineralogischer Funde während des Baus des Gotthard-Basistunnels. Seine langjährige Tätigkeit als Landrat von Altdorf (1964–1976) und seine Präsidentschaft der kantonalen Kommission für Natur-, Heimatschutz und Denkmalpflege (1964–1988) unterstreichen sein Engagement für die Region.

Ehrungen

Anlässlich seines 75. Geburtstages wurde Lussmann am 12. Dezember 1986 in Anerkennung seines Schaffens als Maler und Schriftsteller von seiner Heimatgemeinde Silenen zum Ehrenbürger ernannt.[25] Am 27. November 1991 wurde dem bereits 80-Jährigen vom Regierungsrat des Kantons Uri im Jubiläumsjahr der Schweizerischen Eidgenossenschaft als Dank und Anerkennung für seine vorbildlichen Leistungen zum Schutze, zur Erhaltung und zur Bereicherung der Urner Heimat der Ehrenpreis verliehen.

Einzelnachweise

  1. Hans Stadler: Lussmann. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 4. September 2007.
  2. a b Grosser Windgällen (1985). Staatsarchiv Uri.
  3. a b Urnersee (1985). Staatsarchiv Uri.
  4. a b c Dr. Bärti (1951). Staatsarchiv Uri.
  5. Anbauschlacht in Uri 1939–1945 (i. e.: in der Schwändi, Attinghausen, 1944). Staatsarchiv Uri.
  6. Venedig, St. Georgia (1952). Staatsarchiv Uri.
  7. Grosse Windgälle (1964). Staatsarchiv Uri.
  8. Grosser und kleiner Windgälle (1974). Staatsarchiv Uri.
  9. Stäuber-Wasserfall (1984). Staatsarchiv Uri.
  10. Kehlenalp, Furka (keine Angabe). Staatsarchiv Uri.
  11. Schattdorf, Bötzlingen, Landsgemeinde (ca. 1970). Staatsarchiv Uri.
  12. Urner Talboden mit See und Bristen (1974). Staatsarchiv Uri.
  13. Galenstock (1985). Staatsarchiv Uri.
  14. Urquell allen Lebens (1985). Staatsarchiv Uri.
  15. Benediktusverein Bürglen, Mietvertrag Brückenhaus und Beitragsleistung (1938–1952). Staatsarchiv Uri, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  16. Die Teufelsbrücke, Volksstück in fünf Akten von Ludwig Lussmann, Altdorf; (1955 (ca.)–1957). Staatsarchiv Uri, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  17. Theater Via Dolorosa von Ludwig Lussmann im Tellspielhaus Altdorf (1956). Staatsarchiv Uri, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  18. Aeb Theater in Attinghausen «Der Säumer vom Gotthard». Staatsarchiv Uri, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  19. Morione (1980). Staatsarchiv Uri, abgerufen am 25. Oktober 2025.
  20. Aeb Theater in Unterschächen, Dr Letscht vo dr Chlaridealp, Volksstück in fünf Akten von Ludwig Lussmann (1990). Staatsarchiv Uri.
  21. Zeichnung aus dem Volksstück «Dr Bärgarzt» von Ludwig Lussmann (1978) Staatsarchiv Uri.
  22. Aeb ds Greis vo Suränä (1979). Staatsarchiv Uri.
  23. Zum 90. Geburtstag von Ludwig Lussmann. In: Urner Wochenblatt. 28. August 2001.
  24. Museen Uri – Urner Mineralienmuseum. Abgerufen am 1. November 2025.
  25. Silenen empfing seinen Ehrenbürger. In: Urner Wochenblatt. 15. Juni 2001.