Ludwig Landsberg (Chemiker)

Ludwig Landsberg (* 16. Oktober 1858 in Offenbach am Main; † 17. März 1923 in Nürnberg) war ein deutscher Chemiker und Mineralölunternehmer in Nürnberg.

Leben und Wirken

Ludwig Landsberg kam aus einer jüdischen Unternehmerfamilie.[1] Sein Vater war Hermann Landsberg, die Mutter Franziska, geborene Meyer. Der Onkel Elias Landsberg (1821–1888) war Bergbau-Generaldirektor in Stolberg im Rheinland. Ludwig Landsberg begann eine Bergbauausbildung, studierte dann Chemie in Aachen und Straßburg und promovierte über die Verarbeitung von Phenylacetylen.[2][3]

1889 gründete er mit Ludwig Schütte die Benzinraffinerie L. Schütte, Landsberg & Cie. in Doos bei Nürnberg. 1896 wurde diese zur Actiengesellschaft für Petroleum-Industrie umgewandelt.[4][5] 1904 meldete Ludwig Landsberg ein Patent über die Verarbeitung von Mineralölen an.[6] Von 1910 bis 1912 unterstützte er Friedrich Bergius bei dessen Grundlagenforschungen zur Entwicklung von Treibstoffen aus Kohle und Wasserstoff erheblich finanziell, mit dem Anspruch auf Mitverwendung der neuen Erkenntnisse.[7][8] 1921 befand sich der Hauptsitz der A.G. Petroleum-Industrie in Berlin in der Jägerstraße 4 mit Filialen in Nürnberg, Hamburg, Braunschweig, Bissingen und Breslau, einer der Generaldirektoren war nun auch Friedrich Bergius.[9]

Ludwig Landsberg war mit Anna Loeb (1873–1948), einer Tochter des Textilfabrikanten Salomon Loeb (Gebrüder Loeb) aus Stuttgart, verheiratet. Sie hatten zwei Töchter. Die letzte Adresse in Berlin war Landshuter Straße 33.[10]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Ludwig Landsberg Genealogy
  2. F. Bergius: Ludwig Landsberg. Nachruf. In: Angewandte Chemie. Band 36, Nr. 65, 1923, S. 477–477, doi:10.1002/ange.19230366501.
  3. Joseph S. Fruton, Contrasts in Scientific Style, Philadelphia 1990, p. 352; gab eine Promotion in München 1882 zum Dr. phil. [?] zur Synthese von Phenylacetylen an
  4. Handbuch der Süddeutschen Actiengesellschaften. Bayern, Württemberg und Baden, 1898, S. 251, mit detaillierten Angaben zur AG Petroleumindustrie, der Hauptsitz war weiter in Doos
  5. Brief der Aktiengesellschaft für Petroleum-Industrie 1910 ebay, Schreiben mit Briefkopf, Hauptsitz in Nürnberg (Doos) und eine Fabrik in Cosel in Oberschlesien
  6. Chemische Revue über die Fett- und Harz-Industrie, 1905, Heft 1, S. 21
  7. Anthony N. Stranges, Petroleum from Coal. A Century of Synthesis, Leiden 2024, p. 34, nach Angaben von Friedrich Bergius
  8. Petroleum. Zeitschrift für die gesamten Interessen der Erdöl-Industrie und des Mineralöl-Handels, 1930, S. 161 (kurze Auszüge)
  9. Handbuch für die Internationale Petroleum-Industrie, 1921, S. 164 (kurze Auszüge)
  10. Landsberg. In: Berliner Adreßbuch, 1923, I., S. 1775. „Landsberg, Ludwig, Direk., W 30, Landshuter Str. 33“., letzter Eintrag im Berliner Adressbuch