Ludwig Landsberg (Bankier)

Ludwig Landsberg (geboren am 19. August 1839; gestorben am 26. August 1892 in Breslau, Provinz Schlesien, Deutsches Reich) war ein Jurist, Bankier, Kommerzienrat und Stadtrat in Breslau.

Leben und Wirken

Der Vater Moritz Landsberg war ein jüdischer Bankier in Breslau.[1] Ludwig Landsberg besuchte die renommierte Landesschule Pforta in Thüringen von 1854 bis 1857. Danach studierte er Jura und wurde 1866 Gerichtsassessor in Breslau.[2] Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1870 die Leitung von dessen Bank S. L. Landsberger.[3] 1884 wurde er zum Stadtrat in Breslau und zum Kommerzienrat ernannt.

Anfang 1891 musste Ludwig Landsberg seine Tätigkeiten krankheitsbedingt aufgeben. 1892 starb er in Breslau. Die Leitung der Bank S. L. Landsberger übernahm Robert Landsberg.

Ludwig Landsberg war Mitglied des Reichsbankausschusses, des Aufsichtsrates der Schlesischen Vereins-Bank, der Preußischen Boden-Credit-Actien-Bank, der Oberschlesischen Eisenbahn-Gesellschaft, des Verwaltungsrates der Schlesischen Feuerversicherungs-Gesellschaft, der Schlesischen Lebensversicherungs-Gesellschaft, der Schlesischen Immobilien-Gesellschaft, Prokurist der Schlesischen Diskonto-Bank Friedenthal & Co., und an weiteren Unternehmen beteiligt.[4][5] Er begründete das erste städtische Speisehaus in Breslau, das als Volksküche bis 1941 weitergeführt wurde.[6] Ludwig Landsberg war maßgeblich an der Gestaltung des großen Stadtparks in Breslau beteiligt, wofür ihm dort ein Gedenkstein gesetzt wurde.[7] Dieser wurde bei der Umgestaltung der Landsberg-Terrasse spätestens 1929 entfernt, die aber bis in die Gegenwart seinen Namen trägt (Taras Landsberga).[8]

Literatur

Commons: Ludwig Landsberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Berliner Börsen-Courier vom 29. August 1892, S. 4, Nachruf, mit biographischen Angaben
  2. Max Hoffmann, Pförtner Stammbuch 1543–1893, Berlin 1893, S. 433, Nr. 46, mit kurzen biographischen Angaben
  3. Berliner Börsen-Courier vom 26. September 1888, II. Beilage, S. 4, 1888 Sitz in Breslau, Nebensitz in Berlin, Französische Straße 33, weitere Gesellschafter waren Siegmund Leonhard und Robert Landsberg
  4. Berliner Börsen-Courier vom 29. August 1892, S. 4, mit einigen Banken und Gesellschaften
  5. Otto Glagau, Der Börsen- und Gründungsschwindel in Deutschland, 1877, S. 462, zur Preussischen Boden-Credit-Actien-Bank, die die bekannte Spenersche Zeitung kaufte; Königlich Preußischer Staats-Anzeiger vom 26. Juli 1870, S. 2904, zur Schlesischen Diskonto-Bank; Sammlung sämmtlicher Drucksachen des Hauses der Abgeordneten, Band 1, 1884, Nr. 4, S. 7, zur Oberschlesischen Eisenbahn-Gesellschaft
  6. Claudia Nowak et al. (Hrsg.), Quellen zur Geschichte der Juden in polnischen Archiven. Band 2. Ehemalige preußische Provinz Schlesien, München 2005, S. 120 Nr. 108; auch Handbuch der Hygiene, Supplement, Barth, 1922, S. 246 (kurze Auszüge)
  7. Taras Landsberga Silesiacum, mit historischer Postkarte mit diesem Gedenkstein
  8. Taras Landsberga Fotopolska, auf dem Foto von 1930 ist diese nicht mehr vorhanden