Ludwig Hoffmann (Pianist)

Ludwig Hoffmann (* 11. Juni 1925 in Berlin; † 5. August 1999 in München) war ein deutscher Pianist und Klavierpädagoge.

Leben

Ludwig Hoffmann wuchs in Stettin auf, wo er ab 1935 ersten Klavier- und ab 1939 Orgelunterricht erhielt. 1946 ging er nach Wien und studierte dort bis 1948 an der Akademie für Musik und darstellende Kunst bei Paul Weingarten Klavier. Seine Ausbildung setzte er für kurze Zeit bei Bruno Hinze-Reinhold in Weimar und von 1949 bis 1952 bei Hans-Otto Schmidt-Neuhaus in Köln fort, bei seinem Abschluss wurde er mit dem Hochschulpreis ausgezeichnet. 1953 ging er schließlich für ein Jahr nach Berlin an die Hochschule für Musik zu Richard Rössler, hier trat er auch als Liedbegleiter seines Studienkollegen Dietrich Fischer-Dieskau auf. Meisterkurse belegte er zusätzlich bei Marguerite Long und Arturo Benedetti Michelangeli. 1947 gewann er den Liszt-Preis Weimar, weitere Preise folgten in den nächsten Jahren. Mit seinem Debüt in Köln 1953 begann er eine rege Konzerttätigkeit in Europa und den USA. Zahlreiche Einspielungen, die er für verschiedene Radiostationen aufnahm, harren noch ihrer Wiederentdeckung. Auf Schallplatte ist sein Schaffen nur ungenügend dokumentiert, da er zu Beginn seiner Karriere zwar bei Telefunken, danach aber bei keinem der Major-Labels dauerhaft unter Vertrag war. Der Pianist war häufiger Duopartner Ingrid Haeblers. Er führte neben Standardwerken auch seltener gespielte Stücke moderner Komponisten auf. Sein Liszt-Spiel setzte Maßstäbe und ist auch heute noch hörenswert. 1969 erhielt er einen Lehrauftrag, 1972 eine Professur an der Musikhochschule München, 1992 wurde Margarita Höhenrieder dort seine Nachfolgerin. Von 1995 bis 1998 hatte er eine Gastprofessur in Wien. Zu seinen Schülern gehören Homero Francesch, das Duo Tal & Groethuysen und Rolf Koenen.
Er war ab 1974 Jurymitglied bei über 25 renommierten internationalen Wettbewerben, u. a. dem Chopin-Wettbewerb in Warschau, dem Liszt-Wettbewerb in Budapest, dem Paloma O’Shea Santander-Wettbewerb, sowie Wettbewerben in St. Petersburg, Montreal, Sydney, Bozen und Genf. Außerdem leitete er Meisterklassen in Maryland, München, Rotterdam und Weimar. Ludwig Hoffmann war lange Jahre Mitglied der European Piano Teacher Association (EPTA) und hat diese, als Gegenspieler von Karl-Heinz Kämmerling, als Gründungsmitglied entscheidend geprägt.
Hoffmann lebte in Grünwald bei München, sein Bruder ist der Jazzmusiker Ingfried Hoffmann.

Würdigung

„Ludwig Hoffmann hat sich als einer der wenigen deutschen Virtuosen seiner Generation auf dem technischen Niveau bewegt, das durch die russische und amerikanische Pianistik nach 1945 markiert worden ist: Sein Repertoire umfaßte die Konzerte Liszts, Tschaikowskys und Rachmaninows, das gefürchtete Konzert für Klavier und Bläser Strawinskys und das 2. Klavierkonzert Bartóks, er glänzte mit überlegenen Darbietungen der Etüden Chopins.“

Wolfgang Rathert und Dietmar Schenk: Pianisten in Berlin : Klavierspiel und Klavierausbildung seit dem 19. Jahrhundert. Hochschule der Künste, Berlin 1999, ISBN 3-89462-068-4, S. 68

Literatur

  • Hoffmann, Ludwig. In: Carl Dahlhaus (Hrsg.): Riemann Musiklexikon. Personenteil A–K, Ergänzungsband. B. Schott‘s Söhne, Mainz 1972, S. 539.
  • Ludwig Hoffmann. In: Pianisten in Berlin : Klavierspiel und Klavierausbildung seit dem 19. Jahrhundert. (= HdK-Archiv. Band 3). Hochschule der Künste, Berlin 1999, ISBN 3-89462-068-4, S. 68 f.
  • Hoffmann, Ludwig. In: Deutsche Biographische Enzyklopädie der Musik. Band 1, K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11586-5, S. 398.
  • Ludwig Hoffmann. In: Ingo Harden, Gregor Willmes: Pianistenprofile : 600 Interpreten: ihre Biografie, ihr Stil, ihre Aufnahmen. Bärenreiter, Kassel 2008, ISBN 978-3-7618-1616-5, S. 313 f.