Ludwig Eben

Ludwig Eben (* 1964 in München) ist ein deutscher Künstler und Kulturbetreiber mit Wohnsitz seit 1987 in Berlin. Er arbeitet an der Schnittstelle von bildender Kunst, Rauminstallation und Clubkultur. Er engagierte sich mit Kunst und dem Café Zapata im ehemaligen Kunsthaus Tacheles[1][2] und ist Betreiber des Berliner Musikclubs Humboldthain Club im Ortsteil Gesundbrunnen, den er seit 2013 führt.[3]

Leben und Werk

Ludwig Eben ist als freischaffender Künstler tätig. Seine Arbeiten befassen sich mit räumlichen Strukturen, architektonischen Kontexten und der Transformation von Alltags- und Zweckbauten in kulturelle Orte. Ein wiederkehrendes Motiv ist dabei die Verbindung von Kunst, sozialem Raum und Nutzungskonzepten.[4] 1988 gehörte er in West-Berlin zu den Protagonisten der spektakulären Besetzung des seinerzeit leerstehenden Hotels Stuttgarter Hof (heute relexa Hotel) durch die Künstlergruppe Unwahr.[5][6][7] Der Kommentator der taz sah in der Aktion "ein Revival der Tradition, die Berlins große Periode des kulturellen Erwachens in der Weimarer Zeit hervorrief".[8] 1994 hatte Eben die Ausstellung FreiFläche im Skulpturengarten des Kunsthaus Tacheles in Berlin-Mitte und arbeitet seit 2013 an der Serie Urban Home.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Eben als Betreiber und Kurator kultureller Räume aktiv. 1990 zählte er zu den Gründern der Künstlergruppe Tacheles. Von 1991 bis 2011 betrieb unter anderem das Café Zapata im ehemaligen Kunsthaus Tacheles.[9][10][11][12] Seit 2013 betreibt er den Humboldthain Club in Berlin-Gesundbrunnen, der in einem siebeneckigen Backsteingebäude aus dem Jahr 1936 untergebracht ist. Der Club wird in Medien als Teil der lokalen Berliner Club- und Kulturszene beschrieben und ist insbesondere für seine community-orientierte Programmgestaltung bekannt.[13]

Kulturelle Tätigkeit

Im Rahmen des Humboldthain Clubs ist Ludwig Eben an der Entwicklung und Umsetzung von Nutzungskonzepten beteiligt, die Musikveranstaltungen, offene Formate und soziale Begegnungsräume miteinander verbinden. Dazu zählen unter anderem regelmäßige Nachwuchsformate im Bereich elektronischer Musik.[14]

Eben versteht den Clubbetrieb nicht ausschließlich als wirtschaftliche Unternehmung, sondern als kulturelles Projekt, das sich mit Fragen von Stadtentwicklung, Nachbarschaft und alternativer Nutzung bestehender Architektur auseinandersetzt.[15]

Einzelnachweise

  1. Zum Fressen gern. In: Der Tagesspiegel. 14. November 1993.
  2. Jürgen Mladek: Alle reden von Räumung, aber keiner redet Tacheles. In: Berliner Kurier. 8. April 1998, S. 14.
  3. Ludwig Eben – Offizielle Website. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  4. Works. Abgerufen am 15. Dezember 2025.
  5. Stuttgarterismus. In: Die Tageszeitung: taz. 17. November 1988, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 16. Dezember 2025]).
  6. KÜNSTLER – NAMEN. In: Die Tageszeitung: taz. 17. November 1988, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 16. Dezember 2025]).
  7. Südost Expreß, Nr. 123, Dezember 1988.
  8. Kunst im Stuttgarter Hof. In: Die Tageszeitung: taz. 17. November 1988, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 16. Dezember 2025]).
  9. Frank Hofmann: Beinahe-Räumung im Tacheles. In: Der Tagesspiegel. 8. April 1998.
  10. Ticket (Hrsg.): Die Überlebenskünstler. Nr. 45, November 1996.
  11. So lief mein Deal mit den Tacheles- Gläubigern - B.Z. – Die Stimme Berlins. 7. April 2011, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  12. Berlin - Was wird aus dem Tacheles? In: deutschlandfunkkultur.de. 26. August 2014, abgerufen am 15. Dezember 2025.
  13. Nikolaus Triantafillou: Humboldthain: Clubkultur im Wedding. In: Weddingweiser. 5. Februar 2014, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  14. https://de.ra.co/clubs/78234. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
  15. Humboldthain Club - 12 Jahre Humboldthain Club. Abgerufen am 16. Dezember 2025.