Lucus a non lucendo
Lucus a non lucendo (Latein: „[Das Wort für] Hain [kommt] vom nicht Leuchten“) ist eine Redewendung, die abwegige Etymologien, etwa Volksetymologien, karikiert. In ihr wird unterstellt, das Wort für Hain lucus sei mit dem ähnlich lautenden Wort für Leuchten lucere verwandt,[1] auch wenn die Verbindung nur mühsam hergestellt werden kann.
Diese Herleitung als Antiphrasis, die ursprünglich vielleicht von Marcus Terentius Varro stammt, findet sich bei Maurus Servius Honoratus, in seinem Aeneiskommentar ad 1, 22 (4), und bei Isidor von Sevilla, Etymologiae 1, 29, 3. Der antike Grammatiker Quintilian hielt die Redewendung für absurd und paradox, weil sie nur auf der klanglichen Ähnlichkeit der beiden Wörter basiere.[2] Servius führt als weiteres Beispiel bellum a nulla re bella („Krieg, weil es in ihm nichts Schönes gibt“) an, Isidor nennt noch lutum ‚Dreck‘ von lautum ‚gewaschen‘, ‚sauber‘. Ähnlich sind auch canis a non canendo („Hund, weil er nicht singt“) und lupus a non lupendo („Wolf, weil er nicht trauert“).
Weblinks
- Lucus a non lucéndo in Brockhaus’ Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2, Leipzig 1911, S. 85
Einzelnachweise
- ↑ Leonardo Amoroso: Heideggers „Lichtung“ als „lucus a (non) lucendo“. In: Philosophisches Jahrbuch. 90. Jahrgang, 2019, S. 153–168, hier: S. 155. Auf Philosophisches-Jahrbuch.de (PDF; 804,9 kB), abgerufen am 3. Oktober 2025.
- ↑ Herkunft und Geschichte von lucus a non lucendo. In: Douglas Harper (Hrsg.): Online Etymology Dictionary. 2025. Auf EtymOnline.net, abgerufen am 20. Dezember 2025.