Lucius Pedanius Secundus
Lucius Pedanius Secundus († 61 in Rom) war ein römischer Politiker im 1. Jahrhundert n. Chr.
Von März bis Juli des Jahres 43 war Pedanius zusammen mit Sextus Palpellius Hister Suffektkonsul. Noch unter Kaiser Claudius, zwischen 50 und 54, scheint er zum Prokonsulat der Provinz Asia gelangt zu sein. Münzen von Mostene in Lydien der Aufschrift ἐπὶ Πεδανίου („unter Pedanius“). Im Jahr 56 wurde er dann zum Praefectus urbi ernannt.
Im Jahr 61 wurde Pedanius von einem seiner eigenen Sklaven ermordet wurde. Nach altem römischem Recht sollte die gesamte Sklavenschaft seines Haushalts – insgesamt 400 Personen, die unter demselben Dach lebten – hingerichtet werden, um ein Exempel zu statuieren. Diese Forderung löste einen Aufruhr beim Volk aus, die sich für die Freilassung der unschuldigen Sklaven einsetzte und die kollektive Bestrafung ablehnte. Im Senat hielt Gaius Cassius Longinus eine eindrucksvolle Rede, in der er die Notwendigkeit der strengen Bestrafung verteidigte, um die Autorität der Herren zu wahren und weitere Verbrechen zu verhindern. Er argumentierte, dass Nachsicht die Sicherheit der Elite gefährden würde und dass selbst unschuldige Sklaven geopfert werden müssten, um die soziale Ordnung zu schützen. Trotz gemischter Stimmen im Senat, die Mitleid mit den Unschuldigen äußerten, setzte sich die Fraktion durch, die die Hinrichtung beschloss. Kaiser Nero unterstützte die Entscheidung des Senats und stellte militärische Wachen bereit, um die Bestrafung gegen den Widerstand des Volkes durchzusetzen. Cingonius Varro schlug zusätzlich vor, auch die Freigelassenen des Pedanius aus Italien zu deportieren, doch dieser Vorschlag wurde von Nero abgelehnt, um die Härte des alten Brauchs nicht übermäßig zu verschärfen.
Quellen
- Tacitus, Annalen 14, 42–45 (lateinisch).
Literatur
- Edmund Groag: Pedanius 9. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XIX,1, Stuttgart 1937, Sp. 23–25.