Lubczyna (Goleniów)

Lubczyna
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Lubczyna
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Goleniów
Gmina: Goleniów
Geographische Lage: 53° 30′ N, 14° 43′ O
Einwohner:

Lubczyna (deutsch Lübzin) ist ein Dorf in der Woiwodschaft Westpommern, Powiat Goleniów, Gemeinde Goleniów in Polen. Es liegt nahe dem Stettiner Haff bzw. am Dammschen See (Dąbie), ca. 9 km südwestlich von Goleniów und etwa 13 km nordöstlich der regionalen Hauptstadt Stettin (polnisch Szczecin).

Geografie

Lubczyna liegt in der Niederoder‑Region (Dolna Odra), eingebettet in eine weitgehend flache Landschaft mit Seen und Feuchtgebieten. Der Ort erstreckt sich am Ufer des Dąbie-Sees, was seine Lage für Wasserwege, Erholung und Schifffahrt begünstigt.

Bevölkerung

Nach den Daten von 2021 hat Lubczyna etwa 612 Einwohner. Die Altersverteilung zeigt, dass rund 58,7 % der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sind, etwa 20 % sind jünger (vor dem Erwerbsalter), und ca. 21 % sind im Ruhestandsalter.

  • 1734: 37 Feuerstellen, ca. 190–210 Personen
  • 1871: 1635 Personen
  • 1905: 913 Personen, zuzüglich 3 Personen im Gutsbezirk, Gemeindelexikon IV-16-141
  • 1939: 1440 Personen
  • 2000: 473 Personen
  • 2011: 568 Personen
  • 2021: 612 Personen

Geschichte

Lübzin wurde erstmals im Mittelalter urkundlich erwähnt und gehörte über Jahrhunderte hinweg zu verschiedenen pommerschen Herrschaften. Ab dem 18. Jahrhundert war es Teil des preußischen Staates. Die preußischen Agrarreformen und späteren Maßnahmen zur Trockenlegung von Feuchtgebieten förderten die Entwicklung des Dorfes. Archäologische Funde belegen, dass die Region bereits in der jungsteinzeitlichen Keramikkultur (Epoche der schnurgebundenen Keramik) besiedelt war. Die erste bekannten schriftlichen Erwähnungen der Ortschaft unter Namen wie Lubbetzin, Lubecina, Lubecyn, Lubzin etc. stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Der Ort war u. a. im Besitz des Adelsgeschlechts von Wussow („Johannes von Wussow“) sowie später verschiedener Adelsfamilien. Bis 1945 gehörte Lubczyna zum deutschen Kreis Stettin (Pommern) und war der Gemeinde Naugard zugeordnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel das Gebiet an Polen, und der deutsche Name Lübzin wurde offiziell in Lubczyna geändert. Die Umbenennung erfolgte durch ein Dekret zur Boden- und Verwaltungsgliederung im November 1946.

Verwaltung

In den Jahren 1945 bis 1954 und 1973 bis 1976 gab es eine Gemeinde Lubczyna. In den Jahren 1954 bis 1972 war Lubczyna Sitz einer Gromada (vergleichbar einer kleineren Verwaltungseinheit). Die Ortschaft gehört heute zur Gmina Goleniów im Powiat Goleniów, Woiwodschaft Westpommern.

Kultur & Sehenswürdigkeiten

  • Lapidarium: In der nördlichen Dorfhälfte, auf dem Gelände eines ehemaligen evangelischen Friedhofs, wurde im Zeitraum 2001–2003 ein Lapidarium eingerichtet, das Grabtafeln und Kreuze von zerstörten Friedhöfen sammelt und das Andenken der früheren Einwohner bewahrt.
  • Evangelisches Lapidarium mit Gedenktafeln und Kreuzfragmenten auf dem ehemaligen Friedhof.
  • Der Seeuferbereich mit Marina und Strand zieht Besucher aus der Umgebung an.

Erinnerung und Gedenkstätten

  • In Lubczyna gibt es ein evangelisches Lapidarium auf dem Gelände eines ehemaligen evangelischen Friedhofs mit Grabkreuzen und Grabplatten, die aus verschiedenen zerstörten Friedhöfen zusammengetragen wurden. Es wurde 2003 eingerichtet, anlässlich des 700‑Jahre‑Bestehens des Ortes. Damit ist es ein zentraler Ort des Gedenkens für frühere Einwohner, insbesondere Deutsche, die vor 1945 in der Region lebten.
  • Als Teil der Nachkriegsgeschichte ist das Lapidarium auch ein Signal für die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit – Erinnerungskultur, Umgang mit Ortsgeschichte und den Spuren der Bevölkerung, die vertrieben wurde.
Commons: Lubczyna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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