Louise Hindsgavl
Louise Hindsgavl (* 29. Januar 1973 in Kopenhagen) ist eine dänische Keramikerin und Bildhauerin, welche die traditionelle Porzellanfigur seit den 2000er-Jahren mit dramatischen, oft grotesken Tableaux erneuert hat.[1] Ihr Werk lebt von der Spannung zwischen makellos weißem Porzellan und Erzählungen über Gewalt, Sexualität und existenzielle Fragilität.[2][3] Sie ist in bedeutenden Sammlungen vertreten und zeigte 2023 die Einzelausstellung De udvalgte (‚Die Auserwählten‘, 2023) im Holmegaard Værk.[1]
Leben
Hindsgavl schloss 1999 ihr Studium an der Designskolen Kolding (Keramik/Glas) ab.[4] Sie bezeichnet sich als Skulpturkünstlerin, baut ihre Werke frei aus dem Material auf und arbeitet nicht an der Drehscheibe.[1] Nachdem eine vorgeschlagene Erneuerung bei Royal Copenhagen abgelehnt worden war, entwickelte sie 2012 für Kähler eine Serie figürlicher Arbeiten, welche das historische Genre in die Gegenwart überführten.[4][5] Für ihre Arbeit erhielt sie das dreijährige Arbeitsstipendium des Statens Kunstfond und die schwedische Prins Eugens Medalje (2015).[1][6] Ihre Werke wurden im In- und Ausland ausgestellt und von Institutionen wie Ny Carlsbergfondet und Statens Kunstfond angekauft.[1]
Wirken
Hindsgavl transformiert das Genre der Porzellanfigur, indem sie Mensch-Tier-Hybride, mythische Anspielungen und soziale Spannungen zu erzählerischen Tableaux montiert, welche auf den zweiten Blick die Abgründe hinter dem vermeintlich Harmlosen offenlegen.[7][2] Charakteristisch ist die bewusste Kollision von Materialunschuld und motivischer Brutalität, die Kritiken als ihr Markenzeichen beschreiben und die sich erst in der Nahsicht entfaltet.[8][3] Im Jahr 2014 zeigte sie in Rønnebæksholm mit Middelmådighed er ingen forbrydelse (‚Mittelmäßigkeit ist kein Verbrechen‘, 2014) und Power. Porcelæn. Poesi groß angelegte Inszenierungen, in denen Werke wie All Your Qualities (2014) das Schöne und das Grausame unauflöslich verschränken.[8][9][3] 2023 entwickelte sie für De udvalgte (‚Die Auserwählten‘, 2023) im Holmegaard Værk aus Geschichten von sechs südseeländischen Gütern neue Installationen und knüpfte dabei an die Kähler-Serie Stories of Eve (2012) an, die in der Sammlung des Hauses präsent ist.[7]
Weblinks
- Bildergalerie Website Louise Hindsgavl
Einzelnachweise
- ↑ a b c d e 50 år: Glem alt om søde porcelænsfigurer. Hos Louise Hindsgavl er der både drab, sex og humor. In: politiken.dk. 29. Januar 2023, abgerufen am 14. Januar 2026 (dänisch).
- ↑ a b Grumme porcelænsfigurer viser forfald og forestående død. In: politiken.dk. 31. Oktober 2011, abgerufen am 14. Januar 2026 (dänisch).
- ↑ a b c Grusomme porcelænsværker virker mod kunstnerens ambition. In: politiken.dk. 21. Juli 2014, abgerufen am 14. Januar 2026 (dänisch).
- ↑ a b Fødselar flytter grænser i porcelæn. In: politiken.dk. 27. Januar 2013, abgerufen am 14. Januar 2026 (dänisch).
- ↑ Grotesk porcelænskunst: Louise laver torturbødler og dragende dukkeben. In: politiken.dk. 1. Juli 2012, abgerufen am 14. Januar 2026 (dänisch).
- ↑ Louise Hindsgavl. In: heitland-foundation.com. Abgerufen am 14. Januar 2026.
- ↑ a b Porcelænsfigurer har været uddøde i årtier. Men så kom Louise Hindsgavl på banen. In: politiken.dk. 11. März 2023, abgerufen am 14. Januar 2026 (dänisch).
- ↑ a b Smukke porcelænsfigurer er grusomme - helt tæt på. In: politiken.dk. 8. April 2014, abgerufen am 14. Januar 2026 (dänisch).
- ↑ Porcelænsfigurer viser de mindre pæne sider af os selv. In: politiken.dk. 24. Juni 2014, abgerufen am 14. Januar 2026 (dänisch).