Louisa Macdonald

Louisa Macdonald (* 10. Dezember 1858 in Arbroath, Forfarshire; † 28. November 1949 in London) war eine schottisch-britische, in Australien wirkende Hochschullehrerin und Frauenrechtlerin.[1]

Leben

Louisa Macdonald war das elfte Kind von Ann, geborene Kid, und John Macdonald, Jurist und städtischer Beamter. Sie und ihre Schwester Isabella schrieben sich am University College London ein, wo sie zu den ersten Bewohnerinnen von College Hall gehörten.[1] Macdonald schloss ihr Studium 1884 mit einem Bachelor of Arts mit Auszeichnung in Klassischer Philologie und Deutsch. 1886 erwarb sie einen Master of Arts in Klassischer Philologie und begann sofort eine Karriere im Bildungswesen, indem sie Vorlesungen und Privatunterricht für Studentinnen der College Hall gab.[2][3] Bis 1891 war sie Fellow des University College London geworden.[4]

Macdonald wurde aus 65 Bewerbern als Gründungsdirektorin des Women’s College an der Universität Sydney ausgewählt und trat ihre Stelle im März 1892 mit vier Studentinnen in gemieteten Räumlichkeiten im Sydneyer Vorort Glebe an[1][2]. Sie spielte eine aktive Rolle bei der Gestaltung und Ausstattung der Gebäude des Women’s College, die von den Architekten John Sulman und John Porter Power für 26 Studentinnen entworfen und 1894 eröffnet wurden.[2][5]

Macdonald arbeitete unermüdlich daran, dem College wirtschaftlichen und kulturellen Wohlstand zu verschaffen, zu einer Zeit, als die Bildung von Frauen eine geringe Priorität hatte und nur begrenzt nachgefragt wurde. Mit Hilfe ihrer lebenslangen Freundin und Begleiterin Evelyn Dickinson versuchte sie, eine starke Grundlage für die Förderung der Bildung von Frauen zu schaffen, die auf den Werten der sozialen und intellektuellen Gleichberechtigung basierte.Die Architektur und das Gelände des Colleges spiegelten Macdonalds Überzeugung wider, dass eine ansprechende Umgebung ein wesentlicher Bestandteil einer liberalen Bildung sei.[1]

Macdonald engagierte sich aktiv im Universitätsleben und Frauenrechte.[6] Sie war Mitglied der Sydney University Women’s Association, der University Women’s Society und des Women’s Club sowie der Womanhood Suffrage League of New South Wales und der Women’s Literary Society.[1]

Macdonald trat Anfang 1919 aus der Universität aus. Kurz nach ihrer Rücktrittsankündigung wurde ein Andenken an ihre Verdienste um die Universität geplant, das 1924 in Form der Louisa May Memorial Hall eingeweiht wurde.[7][8]

Macdonald starb 1949 in London.[9]

Einzelnachweise

  1. a b c d e H. Alexander: Louisa Macdonald (1858–1949). In: Australian Dictionary of Biography. Band 10. National Centre of Biography, Australian National University, Canberra 1986, ISBN 978-0-522-84459-7 (edu.au).
  2. a b c Louisa Macdonald. The Women's College, abgerufen am 13. Oktober 2025.
  3. Charlotte Mitchell: Women Students at UCL in the Early 1880s. In: UCL Bloomsbury Project. University College London, 2011, archiviert vom Original am 10. Dezember 2014; abgerufen am 14. Oktober 2025.
  4. Kim Torney: Macdonald, Louisa. In: Graeme Davison, John Hirst und Stuart Macintyre (Hrsg.): The Oxford Companion to Australian History. Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 978-0-19-551503-9, S. 403.
  5. Residential colleges – the early days, The Women’s College. In: Students at the University of Sydney. University of Sydney, 1. März 2013, archiviert vom Original am 28. März 2013; abgerufen am 15. Oktober 2025.
  6. Isobelle Barrett Meyering: Macdonald, Louisa (1858–1949). In: AWE4347. The Australian Women’s Register, 26. Februar 2019, abgerufen am 15. Oktober 2025.
  7. Women’s College – Resignation of the Principal. The Sydney Morning Herald, 10. Januar 1919, abgerufen am 15. Oktober 2025.
  8. Women’s College – The Louisa Macdonald Memorial. The Farmer and Settler, 16. Mai 1919, abgerufen am 15. Oktober 2025.
  9. Sydney Woman Pioneer Dead. The Sydney Morning Herald, 15. Dezember 1949, abgerufen am 15. Oktober 2025.