Lotus 12

Der Lotus 12 war ein Formel-2-Rennwagen, gebaut und eingesetzt vom britischen Motorsportteam Lotus.

Entwicklungsgeschichte und Technik

Mit dem Lotus 12 erschien im Herbst 1956 auf der British International Motor Show der erste Monoposto-Lotus. Im Frühjahr 1957 fanden die ersten Testfahrten mit dem Wagen statt. Das Fahrzeug war für einen Frontmotor-Rennwagen extrem schmal, hatte einen sehr leichten Gitterrohrrahmen und war ursprünglich mit doppelten Dreiecksquerlenkern vorn und einer De-Dion-Achse hinten versehen. Später änderte Colin Chapman die hintere Aufhängung, die Starrachse entfiel, es blieben Längslenker, die Antriebswellen als Querlenker und dazu gab es lange, schräg gestellte radführende Federbeine. Diese Art der Radaufhängung benutzte Chapman auch in anderen Modellen, sie wurde unter dem Namen „Chapman-Achse“ bekannt. Angetrieben wurde der Wagen von einem Vierzylinder-Coventry-Climax-Motor mit 1,5 Liter Hubraum, der leicht nach hinten geneigt eingebaut wurde, um den Schwerpunkt niedrig zu halten. Der Motor hatte zwei obenliegende Nockenwellen und leistete etwa 140 PS bei 7300/min.

Technische Daten

Lotus 12 Climax[1]
Motor „Coventry Climax FPF Straight 4“ / Aluminiumblock und Kopf / Vorne, längs eingebaut
Hubraum 1965 cm³
Bohrung × Hub 86,4 mm × 83,8 mm
Verdichtungsverhältnis 12,4 : 1
Leistung 175 PS (131 kW)
Spezifische Leistung 89 PS/l (65,4 kW/l)
Ventilsteuerung zwei obenliegende Nockenwellen / 2 Ventile pro Zylinder
Gemischaufbereitung 2 Vergaser
Kühlung Wasser
Getriebe 5-Gang-Getriebe (Hinterradantrieb)
Bremsen Scheibenbremsen an allen Rädern
Radaufhängung vorn Doppelquerlenker, Schraubenfedern, Stoßdämpfer, Stabilisator
Radaufhängung hinten „Chapman-Federbein“, Längslenker, Antriebswelle mit fester Länge
Karosserie und Rahmen Aluminiumkarosserie auf Mehrrohr-Gitterrahmen
Radstand 2233 mm
Spurweite vorn / hinten 1218 mm / 1218 mm
Maße L × B × H 3325 mm × 1523 mm × 889 mm
Leergewicht 320 kg
Höchstgeschwindigkeit k. A.
Leistungsgewicht 0,55 PS/kg

Renngeschichte

Sein Debüt gab der Lotus 12 zu Ostern 1957 in Goodwood mit Cliff Allison am Steuer. Einige Wochen später schaffte Herbert MacKay-Fraser bei einem Rennen in Brands Hatch die erste Zielankunft für einen Einsitzer-Lotus.

Als Lotus 1958 in die Formel-1-Weltmeisterschaft einstieg, wurde der 12er auf- und umgerüstet. Graham Hill begann mit dem Lotus 12, der jetzt einen 2-Liter-Motor von Climax hatte, seine Rennkarriere bei Lotus. Bestes Ergebnis für den 12er blieb der vierte Platz von Cliff Allison beim Großen Preis von Belgien 1958.[2][3]

Vollständige Ergebnisse des Lotus 12 in der Formel-1-Weltmeisterschaft

(Fettgedruckte Ergebnisse zeigen die Pole-Position an; kursiv gedruckte die schnellste Runde)

Jahr Team Motor Reifen Fahrer 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Punkte Rang
1958 Team Lotus Climax Vierzylinder D ARG MON NED 500 BEL FRA GBR GER POR ITA MOR 3 6.
Cliff Allison 6 6 4 Ret 10 7 10
Graham Hill Ret Ret Ret
Ecurie Demi Litre D Ivor Bueb 11*
1959 Dennis Taylor Climax Vierzylinder D MON 500 NED FRA GBR GER POR ITA USA 5 4.*
Dennis Taylor DNQ

* Alle Punkte wurden mit dem Lotus 16 erzielt

Legende
Farbe Abkürzung Bedeutung
Gold Sieg
Silber 2. Platz
Bronze 3. Platz
Grün Platzierung in den Punkten
Blau Klassifiziert außerhalb der Punkteränge
Violett DNF Rennen nicht beendet (did not finish)
NC nicht klassifiziert (not classified)
Rot DNQ nicht qualifiziert (did not qualify)
DNPQ in Vorqualifikation gescheitert (did not pre-qualify)
Schwarz DSQ disqualifiziert (disqualified)
Weiß DNS nicht am Start (did not start)
WD zurückgezogen (withdrawn)
Hellblau PO nur am Training teilgenommen (practiced only)
TD Freitags-Testfahrer (test driver)
ohne DNP nicht am Training teilgenommen (did not practice)
INJ verletzt oder krank (injured)
EX ausgeschlossen (excluded)
DNA nicht erschienen (did not arrive)
C Rennen abgesagt (cancelled)
keine WM-Teilnahme
sonstige P/fett Pole-Position
1/2/3/4/5/6/7/8 Punktplatzierung im Sprint-/Qualifikationsrennen
SR/kursiv Schnellste Rennrunde
* nicht im Ziel, aufgrund der zurückgelegten
Distanz aber gewertet
() Streichresultate
unterstrichen Führender in der Gesamtwertung

Galerie

Sonstiges

im Jahr 2024 wurde ein Lotus 12 mit der Chassis-Nr. 353 – das Fahrzeug mit dem Graham Hill sein F1-Debüt gab – bei einer Auktion von Bonhams („Bonhams Les Grandes Marques a Monaco“) für 201.250 Euro versteigert.[5][6]

Literatur

  • David Hodges: Rennwagen von A–Z nach 1945. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1994, ISBN 3-613-01477-7.
Commons: Lotus 12 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1958 Lotus 12 Climax Specifications. Abgerufen am 24. Oktober 2025.
  2. Latest Formula 1 Breaking News - Grandprix.com. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  3. Formula 1® - The Official F1® Website. Archiviert vom Original am 18. August 2014; abgerufen am 23. Oktober 2025 (englisch).
  4. 1958 Lotus 12 Climax Specifications. Abgerufen am 23. Oktober 2025.
  5. 2024 Bonhams Les Grandes Marques a Monaco. Abgerufen am 24. Oktober 2025.
  6. Joel Lischka: Auktion von erstem F1-Lotus Type 12 in Monaco. 2. April 2024, abgerufen am 24. Oktober 2025.